15. Juni 2012

Benjamin Blümchen als Kinderarzt

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Inhalt:

Benjamin wacht am frühen Nachmittag nach einem kleinen Schläfchen im Zoo auf. Überrascht stellt er fest, dass sein Freund Otto schon lange bei ihm hätte sein müssen. Die beiden wollten zusammen in den Zirkus gehen. Benjamin will nicht länger warten, sondern geht zu Otto nach Hause. Von Ottos Mutter erfährt er, dass sein kleiner Freund krank ist. Otto hat Masern und muss im Bett liegen. Auch Doktor Wunderlich, der ihn gerade untersucht hat, ist daran erkrankt. Benjamin leistet seinem Freund Gesellschaft, bis seine Mutter darauf besteht, dass er wieder schläft, um sich zu erholen.

Alleine langweilt sich Benjamin und er beschließt, dass er etwas unternehmen muss. Er geht zum kranken Doktor Wunderlich, der seine Praxis geschlossen hat. Auch alle anderen Kinderärzte in der Stadt sind krank und die Patienten wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Daher bietet Benjamin ihm an, ihn bis zu seiner Genesung zu vertreten. Aus seiner Heimat Afrika kennt Benjamin jede Menge wirksamer Naturheilmittel von den Medizinmännern. Doktor Wunderlich lacht zunächst über diese Idee, doch dann ist er einverstanden und gibt Benjamin die Schlüssel zur Praxis.

Kaum dass Benjamin dort angekommen ist, klingelt das Telefon. Es ist Karla Kolumna, die sofort begeistert ist von Benjamins neuem Beruf. Sie lässt im Radio vermelden, dass Benjamin die Vertretung übernommen hat. Bald darauf stehen die Patienten Schlange vor der Praxis, denn alle Kinder wollen von Benjamin untersucht werden. Auch Karla kommt vorbei und übernimmt die Rolle der Arzthelferin, um Benjamin zu entlasten. Mit viel Geduld untersucht Benjamin nach und nach all seine kleinen Patienten. Er hilft einem hustenden Jungen, einem ständig müden Mädchen und wird schließlich sogar zu einem Autounfall gerufen ...

Bewertung:

Benjamin hat nun schon viele Berufe ausprobiert - und da er sich besonders gern mit Kindern beschäftigt ist er als Kinderarzt natürlich ideal geeignet.

Lehrreiche Handlung

Jedes Kind wird mal krank auch Otto erwischt es hier nicht zum einzigen Mal in der Serie, aber mit Benjamin an der Seite ist alles gleich halb so wild. Sein beruhigende Art in der er Tipps gibt hilft nicht nur den Kindern in der Folge, sondern auch den kleinen Hörern, daher ist sie ideal geeignet, wenn man tatsächlich im Bett liegt und gerade weder schlafen noch sich auf Bücher dergleichen konzentrieren kann. Die Episode zeigt, dass nicht nur Medizin wichtig ist, sondern auch Zuwendung beim Gesundwerden hilft. Benjamin ist ein toller Arzt, der sich für seine kleinen Patienten viel Zeit nimmt und jedem eine Geschichte mit auf den Weg gibt und natürlich geht es den Kindern schon allein dadurch ein bisschen besser.

Da Benjamin kein studierter Arzt ist, darf er keine apothekenpflichtigen Medikamente verschreiben - aber er kennt viele gute Hausrezepte wie Heublumen gegen Husten, was dazu anregt, es selbst einmal damit zu versuchen, solange man nicht schwer krank ist. In einem Fall ist ein Mädchen körperlich sogar eigentlich gesund, aber immerzu müde. Schließlich stellt sich heraus, dass die übervorsichtige Mutter sie nie draußen oder mit anderen Kindern spielen lässt und die ganze Stubenhockerei der Grund für die Mattigkeit ist. Benjamin erinnert deutlich daran, wie wichtig es für Kinder ist, sich an der frischen Luft zu bewegen und dass kleine Schrammen beim Spielen allemal besser sind als nur im Bett zu liegen.

Viel Humor

In einer Folge über Krankheiten muss es natürlich auch lustig zugehen, damit Kinder durch das ernste Thema nicht deprimiert werden. Dafür sorgt zum einen die wie immer hyperaktive Karla Kolumna, die sich selbst zu Benjamins Arzthelferin ernennt und ihm dabei hilft, mit dem Ansturm im Wartezimmer klarzukommen - der Erzähler kommentiert ihr Auftreten recht passend damit, dass sie auch als Löwenbändigerin im Zirkus arbeiten könnte. Schön überkandidelt ist die Mutter eines Mädchens, die sehr energisch auftritt, ihrer Tochter aber streng verbietet, mit anderen Kindern zu spielen oder irgendetwas draußen zu unternehmen. Egal welche Freizeitaktivität Benjamin nennt, sie lehnt entsetzt ab und meint hinterher, dass ihre Tochter doch eigentlich jede Menge Freiheiten hätte - abgesehen von "den paar Kleinigkeiten".

Sehr gute Sprecher

Diese Folge ist das reinste Stelldichein von Sprechern, die man aus vielen anderen Episoden bereits kennt. Ottos Mutter wird sympathischerweise von Hallgard Bruckhaus, bekannt als Barbara Blocksberg, gesprochen. Allerdings hat sie diese Rolle nicht durchgehend übernommen, in späteren Folgen spricht jemand anders Ottos Mutter. Otto Czarski, der den netten, trockenen Doktor Wunderlich mit seiner leicht heiseren Stimme spricht, taucht sonst regelmäßig als Feuerwehrhauptmann auf, Alexander Herzog ist ebenfalls ein oft gehörter Nebenrollensprecher, etwa als Hufschmied bei "Bibi und Tina". Der (ehemalige) Regisseur der Serie Ulli Herzog hat ebenfalls einen seiner zahlreichen Gastauftritte, diesmal als Radiosprecher. Bei dieser Fülle an tollen Sprechern fällt es gar nicht ins Gewicht, dass Otto nur eine sehr kleine Rolle hat und andere wichtige Figuren wie der Bürgermeister oder Herr Tierlieb gar nicht auftauchen.

Nur kleine Schwächen

Kennern der Serie fallen vielleicht winzige Unstimmigkeiten auf - Otto erkrankt hier an Masern, doch in der Folge zuvor, "Benjamin als Weihnachtsmann", erzählt er, dass er und seine kleine Schwester gerade die Masern gehabt hätten. Weiterhin langweilt sich Benjamin zunächst sehr in der Praxis, obwohl man Aussagen aus anderen Folgen kennt, dass er sich angeblich nie langweilt, weil er immer etwas Interessantes in der Umgebung entdeckt. Zudem erwischt man den Erzähler bei einem unnötigen Grammatikfehler, als er vom "einzigsten" spricht.

Etwas seltsam ist, dass nicht nur Doktor Wunderlich, sondern auch weitere Kinderärzte Neustadts an den Masern erkranken - man sollte doch meinen, dass die Herren und Damen Ärzte geimpft sind, da gerade Masern bei Erwachsenen ja nicht unbedingt harmlos verlaufen. Störend ist zudem der Auftritt einer Mutter, deren Sohn ständig hustet und die gesteht, dass sie es nicht schafft, mit dem Rauchen aufzuhören - Benjamin rügt sie zwar, aber besser wäre gewesen, wenn so etwas gar nicht erst gesagt würde, da die Vorstellung, dass eine Mutter neben ihrem stark hustenden Kind, das sie sogar ums Aufhören bittet, raucht, erschreckend ist und hier etwas verharmlost wird.

Schade ist außerdem, dass Benjamin der Stubenhockerin Katrin neben dem sinnvollen halbjährlichen Fernsehverbot auch ein genauso langes Leseverbot erteilt - natürlich sollen Kinder nicht ausschließlich lesen, sondern auch auch körperlich betätigen, aber gar nicht zu lesen ist auch nicht besser - zumal Benjamin eigentlich selbst ganz gerne liest.

Fazit:

Eine sehr schöne Folge, die nicht nur wie üblich lehrreich, sondern idealer noch als sonst zum Hören bei Krankheit geeignet ist. Zwischendurch gibt es immer wieder lustige Szenen und die Sprecher sind bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt. Die kleinen Schwächen fallen insgesamt kaum ins Gewicht, sodass die Folge eine absolute Empfehlung verdient.

Sprechernamen:

Benjamin Blümchen: Edgar Ott
Otto: Frank Schaff-Langhans
Karla Kolumna: Gisela Fritsch
Tierwärter Karl: Till Hagen
Doktor Wunderlich: Otto Czarski
Sanitäter: Alexander Herzog
Ottos Mutter: Hallgerd Bruckhaus
Uwe: Carsten Zachariae
Radioansager: Ulli Herzog
Erzähler: Joachim Nottke

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