4. Oktober 2012

Bibi Blocksberg - Bibi braucht Hilfe

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Inhalt:

Bibis Schule muss mal wieder renoviert werden. Allerdings fehlt dafür der Stadt das Geld. Also haben die Schüler besprochen, durch einen Aktionstag Geld zu sammeln. Bibi und ihre Freundinnen wollen Kuchen backen, um sie anschließend an die Eltern zu verkaufen.

Auch Karla ist zur Stelle, um einen Artikel zu schreiben. Schließlich soll der Bürgermeister sich schämen, dass die Stadtkasse wieder einmal leer ist und die Schüler das Geld selbst aufbringen müssen. Bibi, Moni und Marita machen sich in der Schulküche an die Arbeit. Damit der Hefeteig schneller aufgeht, will Bibi den Vorgang mit einem Hexspruch beschleunigen. Das klappt auch wunderbar - doch dann gelingt es ihr nicht, das Teigwachstum zu stoppen.

Die Teigmasse wächst und wächst und quillt sogar in die anderen Klassenräume. Wenn Hexenkraft nicht hilft, müssen sich Bibi und ihre Freunde schnell etwas anderes einfallen lassen, um den Teig zu stoppen. Ausgerechnet heute kommt zudem der Schulrat zu Besuch, und Mutter Barbara ist nicht zu erreichen ...

Backe, backe Kuchen ...

Dass Bibi sich verhext und Probleme in der Schule bekommt, ist nichts Neues - trotzdem hätte man auch aus dieser altbekannten Idee eine deutlich bessere Folge machen können als geschehen. Fangen wir dennoch mit dem Positiven an:

~ Sehr lehrreich ~


Wieder einmal zeigt sich der Bürgermeister als Geizkragen, der das Geld für die Schulrenovierung in eine neue Limousine investieren will. Die Schüler lassen sich dadurch nicht unterkriegen, sondern organisieren eigenhändig einen Aktionstag. Das soll Kinder dazu ermutigen, sich ebenfalls eigene Aktionen zuzutrauen, und zeigt, wie viel Spaß es dazu noch machen kann, sich für eine Sache einzusetzen. Als Bibis Hexsprüche scheitern, fackeln ihre Freunde nicht lange, sondern denken sich einen Plan aus, um Bibi zu helfen. Wieder einmal steht Solidarität im Vordergrund, und sogar Frau Müller-Riebensehl, die ganz gerne mal als zu strenge Lehrerin dargestellt wird, erlebt man hier sehr sympathisch und hilfsbereit, ganz auf Seiten ihrer Schüler. Nebenbei geht es natürlich auch um Bibis typische Ungeduld, die ihr hier Probleme bereitet. Anstatt den Teig auf normalem Weg zuzubereiten, will sie die Prozedur mit Hexenkraft beschleunigen - und das geht bei ihr bekanntlich gerne mal schief.

Die Geschichte ist auch halbwegs spannend, wie immer, wenn Bibis Hexsprüche versagen und eine andere Lösung gefunden werden muss. Erschwerend kommt hinzu, dass ausgerechnet an dem Tag Mutter Barbara unterwegs ist und wenn überhaupt erst viel später eingreifen kann und dass der Bürgermeister dringend verhindern will, dass der Schulrat die Teigkatastrophe sieht. Die Lösung ist für die jüngsten Hörer sicher ganz lustig, vor allem, wenn sie das Märchen vom "süßen Brei" kennen sollten, der sich ganz ähnlich verhält wie Bibis Hefeteig.

~ Viele neue Sprecher ~

Mehrere altgediente Sprecher mussten in den letzten Jahren ersetzt werden, sei es, weil sie verstorben sind wie der unvergessliche Erzähler Joachim Nottke oder weil sie sich aus Altersgründen zurückgezogen haben. Jetzt hat es leider auch Bibis Eltern getroffen. Bernhards und Barbaras Sprecher Guido Weber und Hallgard Bruckhaus sind nach knapp dreißig Jahren als Hexeneltern in den Ruhestand getreten. Die Nachfolge haben Gabriele Streichhahn und Bodo Wolf angetreten, die sehr unterschiedlich abschneiden. Bodo Wolfs sympathische Stimme hat durchaus Ähnlichkeit mit dem Original-Bernhard. Populär ist er seit ein paar Jahren vor allem als deutsche Stimme von Monk, dem verschrobenen Detektiv aus der gleichnamigen Serie. Als lieber Bibi-Papa, der trotzdem manchmal sehr deutlich und energisch seine Meinung sagt, ist er eine gut getroffene Wahl, wenn ein Sprecherwechsel nun schon sein muss.

Die Theaterschauspielerin Gabriele Streichhahn dagegen bleibt weit hinter Bruckhaus zurück. Ihre eher dunkle Stimme besitzt zwar entfernte Ähnlichkeit mit der Ur-Barbara, ist aber überhaupt nicht herzlich oder ausdrucksstark und viel zu monoton. Vor allem die ersten Sätze dürften die am schlechtesten gesprochenen der ganzen Serie gewesen sein - und im Sinne der Reihe bleibt nur zu hoffen, dass in den nächsten Folgen Steigerungen kommen werden. Dass "Bibi Blocksberg" mit neuen Elternsprechern aber für alle Zeiten etwas von ihrem Charme verloren hat, dürfte nicht zu ändern sein.

Vor ein paar Folgen ist bedauerlicherweise auch Urgestein Heinz Giese zurückgetreten, der als Bürgermeister zu den besten Sprechern der Serie gehörte. Sein Nachfolger Roland Hemmo bemüht sich zwar, bleibt aber in der Rolle einfach zu blass. Gerrit Schmidt-Foß ist nach wie vor kein guter Flori-Ersatz, seine Stimme klingt viel zu künstlich verstellt. Seit einiger Zeit sprechen Julia Ziffer und Uschi Hugo Bibis Freundinnen Moni und Marita - sie sind keine schlechten Sprecherinnen, aber ihnen fehlt eindeutig das Charisma und der Wiedererkennungswert der sehr einprägsamen Stimmen ihrer Vorgängerinnen, die man umso schmerzlicher vermisst, da sie aus unbekannten Gründen ersetzt wurden.

~ Weitere Schwächen ~

Auch mit den alten Sprechern wäre diese Folge gewiss kein Highlight geworden. Zum einen ist es recht albern, dass es nach "Die Schnitzeljagd" und "Die neue Schule" schon wieder eine Schulrenovierung als Aufhänger für eine Geschichte gibt, nachdem das Gebäude in Folge 3 bereits mal als kürzlich "neu gebaut" bezeichnet wurde. Der Titel ist deutlich spektakulärer als die eigentliche Handlung - schließlich ist es nur ein überquellender Teig und keine echte Gefahr, in der sich Bibi befindet, daher wirkt der Titel vor allem reißerisch. Letztlich erinnert zudem der sehr einfach gestrickte Plot an die Folge "Das verhexte Osterei", die ebenfalls alles andere als berauschend war.

Fazit:

Eine misslungene Bibi-Folge mit uninteressanter Handlung und neuen Eltern-Sprechern, von denen zumindest einer das Original absolut nicht ersetzen kann. Lediglich für die jüngsten Hörer eine lehrreiche und vielleicht witzige Geschichte, für alle anderen eher langweilig.

Sprechernamen:

Bibi Blocksberg: S. Bonasewicz
Barbara Blocksberg: G. Streichhahn
Bernhard Blocksberg: B. Wolf
Karla Kolumna: G. Fritsch
Frau Müller-Riebensehl: E.-M. Werth
Florian: G. Schmidt-Foß
Bürgermeister: R. Hemmo
Sekretär Pichler: W. Herbst

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