9. Januar 2013

Die drei Fragezeichen und der Meister des Todes

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Inhalt:

Die drei Fragezeichen nehmen an einem Schulprojekt teil, das einen Horrorfilm dreht. Zu ihrer Gruppe gehören außerdem Frank, Zack, Mary-Ann und Latona, die die krank gewordene Kelly ersetzt. Der Gruppe fehlt allerdings noch ein geeignetes Haus als gruseliger Drehort. Doch Mary-Ann hat möglicherweise eine Lösung - bei den Proben schlug ihr eine alte Dame namens Mrs. Sciutto vor, ihr leer stehendes Haus an der Steilküste zu nutzen.

Justus, Peter und Bob holen wenig später bei Mrs. Sciutto den Schlüssel für das Haus ab. Dabei erfahren sie von der alten Dame, dass ihr verstorbener Mann ein erfolgreicher Schausteller war und dass seine Marionetten noch im Haus liegen - und dass diese Puppen gefährlich seien. Allerdings könne ihnen im Haus nichts passieren, solange der Bannkreis intakt bliebe. Die drei Fragezeichen bieten der alten Dame daraufhin an, das Rätsel um die angeblich gefährlichen Puppen als Detektive zu untersuchen. Alles hängt mit einem jahrhundertealten Ritual zusammen, wonach es in jeder Generation der Puppenspieler-Familie einen "Meister des Todes" gibt, der nicht stirbt.

Die Gruppe richtet sich in dem alten Haus gemütlich ein. Sie finden auch die antiken Puppen und den Bannkreis. Mitten in der Nacht hören Peter und Bob plötzlich unheimliche Flüsterstimmen. Justus schlafwandelt und schreibt offenbar im Schlaf ein italienisches Zitat aus Dantes "Göttlicher Komödie" an die Wand. Allmählich bricht in der Gruppe Panik aus ...

Bewertung:

Nach dem "Schatz der Mönche" sorgt hier erneut ein Filmprojekt für einen neuen Fall der drei Fragezeichen. Nicht nur der Titel und das unheimliche Cover versprechen Stimmung, auch der Anfang ist sehr verheißungsvoll. Ein abgelegenes Haus mit jahrhundertealten Marionetten, auf denen eine Art Fluch lastet, bietet schließlich viel Potenzial.

Die Geschichte hinter den Puppen ist interessant, und die Geschehnisse sorgen für ein paar unheimliche Szenen - vor dem Einschlafen entfaltet das Hörspiel durchaus eine gruselige Atmosphäre, auch wenn sich die Schockeffekte natürlich bei den drei Fragezeichen immer in Grenzen halten und man auf eine rationale Aufklärung vertrauen darf. Besonderen Reiz hat in doppelter Hinsicht die Szene, in der Justus schlafwandelt. Die nächtlichen, düsteren Flüsterstimmen aus dem Dunkel heraus machen den Anfang, dann stellen Peter und Bob fest, dass Justus nicht in seinem Bett liegt - und als sie Justus dann endlich sehen, wird es auch nicht besser, denn er starrt Peter so seltsam an, dass dieser plötzlich unsicher "Geh weg" sagt und überzeugt ist, dass Justus von den Puppen besessen ist, ein gleichermaßen spannender wie auch witziger Moment, in dem Peters Ängstlichkeit mal wieder auf die Spitze getrieben wird. Sehr positiv ist zudem die Unvorhersehbarkeit der Handlung. Was hinter den Geschehnissen steckt, ist eine ziemlich verzwickte Angelegenheit, und wer alles warum darin verwickelt ist, stellt sich erst am Ende heraus.

Fast ausnahmslos sehr gut sind die Sprecher, allen voran, neben den Hauptsprechern, Gisela Fritsch als Mrs. Sciutto. Als Karla Kolumna spricht sie bei Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen stets mit hoher, hektischer Stimme und versprüht gute Laune, hier dagegen spricht sie heiserer, dunkler und stellt eine vielschichtige Figur dar - anfangs ist Mrs. Sciutto sympathisch und scheint harmlos, doch dann entdecken die drei Freunde, dass sie zumindest in einem Punkt gelogen hat, und ihre Rolle wird unklarer. Die kesse Latona alias Julia Hummer sorgt zudem für ein paar erfrischende Dialoge und versteht es gut, den drei Detektiven Kontra zu geben. Nur Till Huster als Frank Norman kann nicht durchweg überzeugen, seine Stimme ist vor allem gegen Ende etwas zu übertrieben weinerlich. Abwechslungsreich ist die musikalische Untermalung mit vielen geheimnisvollen, atmosphärischen Stücken, die gut zum Thema passen.

Die Folge hat allerdings auch ihre Schwächen und gehört nicht zu den absoluten Highlights der Serie, auch wenn sie so vielversprechend beginnt. Der eigentliche Filmdreh ist nach dem Beginn kaum noch Thema, was man zwar früh ahnt, was aber doch etwas schade ist. Am Ende offenbaren die beteiligten Personen ein bisschen zu bereitwillig, was sie bezweckten, und diese Geständnisse wirken etwas unmotiviert und daher aufgesetzt. Peter muss sich in eine gefährliche Situation begeben, die für die Verhältnisse der Serie außergewöhnlich brenzlig ist, was generell für viel Spannung sorgt - letztlich ist aber ein bisschen geschönt, wie gut er diese Situation übersteht. Im Grunde gibt es in dieser Folge zwei separate Geheimnisse aufzuklären, die beide etwas für sich haben - das erste wirkt allerdings auch ein wenig konstruiert, und vor allem ist die Begründung, warum die drei Detektive bewusst dort hineingezogen wurden, weit hergeholt.

Fazit:

Alles in allem eine ordentliche Folge mit recht viel Spannung und einigen atmosphärischen Szenen. Die Sprecher sind grundsätzlich sehr gut, die musikalische Untermalung ist gelungen. Das Ende könnte allerdings noch besser sein.

Sprechernamen:

Erzähler: Thomas Fritsch
Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Zack Martin: Christian Stark
Mary-Ann Leigh: Manuela Bäcker
Latona Johnson: Julia Hummer
Frank Norman: Till Huster
Mrs. Robinson: Heidi Berndt
Angela Sciutto: Gisela Fritsch
Federico Sciutto: Rainer Fritzsche
Frau: Konstanze Ullmer
Kind: Undine Ullmer

1. Januar 2013

For the Thrill of It: Leopold, Loeb, and the Murder That Shocked Chicago - Simon Baatz

Produktinfos:

Ausgabe: 2008
Seiten: 560
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Der Autor:

Simon Baatz studierte zunächst Physik, entschied sich dann aber für eine Karriere als Historiker. Er unterrichete als Geschichtsprofessor und verfasste mehrere Bücher über Geschichte und Wissenschaften. www.simonbaatz.net

Inhalt:

Chicago, 1924: Der 19-jährige Nathan Leopold und der 18-jährige Richard Loeb sind ein recht ungleiches Freundespaar: Nathan ist ein scheuer, gedrungener, nicht besonders hübscher junger Mann, Richard dagegen attraktiv, offen und charmant. Die beiden vereint allerdings sowohl ihre reichen Elternhäuser als auch vor allem ihre enorme Intelligenz: Nathan spricht rund zehn Sprachen, ist ein Experte für Ornithologie und hat bereits das College mit Glanznoten abgeschlossen, Richard ist der jüngste Absolvent der Universität Michigan und kaum weniger begabt.

Ihre außergewöhnliche Intelligenz macht die beiden seit frühester Jugend zu Außenseitern. Philosophische Diskussionen über Nietzsches These über die "Übermenschen" inspirieren sie allmählich zu dem Glauben, sie seien etwas Besseres und stünden außerhalb der moralischen und gesetzlichen Grundsätze. Richard entwickelt früh die Sehnsucht danach, ein "perfektes Verbrechen" zu begehen.

Die beiden beschließen, einen Menschen umzubringen und zu beseitigen und erhoffen sich durch eine solche Tat eine besondere Befriedigung. Ihr zufälliges Opfer wird der vierzehnjährige Bobby Franks, Richards Nachbar und Cousin. Nathan und Richard töten den Jungen, verstecken die Leiche und fordern als Ablenkungsmanöver Lösegeld. Doch der Plan geht nicht auf ...

For the thrill of it - just for the thrill


Leopold und Loeb, dieses leicht von den Lippen gehende Namenspaar ist in Deutschland vielleicht lange nicht so populär wie die Namen anderer Mörder, doch gehört ihr Fall und vor allem der nachfolgende Prozess mit zum Spektakulärsten, was die amerikanische Justizgeschichte zu bieten hat. Hitchcock verfilmte ein davon inspirierte Theaterstück mit James Stewart als "Cocktail für eine Leiche", auch "Mord nach Plan" mit Ryan Gosling und Sandra Bullock sowie "Der Zwang zum Bösen" mit Orson Welles basieren auf dem Fall.

Die Faszination dieses Verbrechens liegt in mehreren Punkten begründet: Zum einen ist es zunächst schwer zu verstehen - wenn auch bei näherer Betrachtung gar nicht mehr unlogisch -, dass zwei wohlhabende, äußerst talentierte Studenten aus gutem Elternhaus zu Mördern werden, zwei junge Männer, vor denen glanzvolle Karrieren lagen. Zum anderen ist nicht leicht zu begreifen, dass das einzige Motiv darin lag, den Nervenkitzel zu erleben und die scheinbare Übermacht auszuleben. Die 10.000 Dollar Lösegeld waren eher ein Ablenkungsmanöver und eine nette Beigabe, auch das Opfer hätte jeder andere Junge sein können - tatsächlich entschieden Leopold und Loeb erst Minuten vor der Tat, dass der vierzehnjährige Bobby Franks das Opfer werden sollte, nachdem sich mit anderen Schuljungen keine passende Gelegenheit ergab. Dass Richard mit Bobby verwandt war, machte die ganze Angelegenheit nur noch etwas einfacher, da sie ihn sehr leicht in ein Gespräch verwickeln und ins Auto lotsen konnten. Richard konnte Bobby nicht besonders gut leiden, hatte allerdings keine Hassgefühle - er war einfach das passende Opfer, das ihnen an diesem Tag über den Weg lief. Diese enorme Kaltblütigkeit, in der die beiden das Opfer zu einem Statisten in ihrem "Experiment", wie Nathan den Mord nannte, machten, ist schockierend und ungewöhnlich. Während Chicago und der Rest der USA zum einen nach der Todesstrafe schrie, fragten sich die Leute auch, wie die beiden jungen Männer zu solchen Mördern werden konnten.

So unterschiedlich Nathan Leopold und Richard Loeb auch waren, beide hoben sich durch ihre Intelligenz schon im Kindesalter von Gleichaltrigen ab. Im Fall von Nathan kam noch seine eher scheue Art hinzu, die es ihm sehr schwer machte, Freundschaften zu schließen. Der gutaussehende, extrovertierte Richard faszinierte ihn sofort und die beiden schlossen sich als Teenager zusammen. Bald verbanden sie auch sexuelle Experimente und Nathan begehrte Richard so sehr, dass er nahezu alles tat, um seine Gunst nicht zu verlieren. Es liegt nah, sich Nathan als willigen Handlanger vorzustellen, der Richard bei dem Mord in blinder Verehrung Beihilfe leistete. Nathan allerdings teilte Richards Ansichten und lehnte moralische Maßstäbe oder Mitleid ab. Einmal gefasst und überführt, beschuldigten sich die beiden gegenseitig, der Initiator gewesen zu sein und den Mord ausgeführt zu haben, während der jeweils andere nur der Fahrer im Wagen gewesen sein will. Das Verhältnis zwischen den beiden ist interessant, weil durchaus sehr ambivalent. Einerseits steht dort die enge Bindung, die beiden verbrachten den Großteil der freien Zeit zusammen und machten, obwohl beide ansonsten eher an Frauen interessiert, sexuelle Erfahrungen miteinander, Nathan war Richard sogar so verfallen, dass er wegen ihm die Uni wechselte und ihm nach Michigan folgte. Auf der anderen Seite schien Richard die Abhängigkeit Nathans gerne auszunutzen und beide zögerten schließlich nicht, den jeweils anderen der eigentlichen Mordtat zu bezichtigen - und jeweils zu betonen, dass der andere die Ursprungsidee zu der Tat hatte.

Autor Simon Baatz liefert unzählige Zitate aus den Verhören und dem Prozess - nicht nur von Leopold und Loeb, sondern auch von Familienangehörigen, Polizisten, Ärzten, Anwälten und weiteren Beteiligten. Schwarz-Weiß-Fotos, Skizzen und Karten illustrieren die Ereignisse zusätzlich. Sehr erfreulich ist zudem, dass Baatz hunderte von Quellenbelegen liefert, die an den Hauptteil angegliedert sind. Etwas seltsam ist allenfalls, dass er in der Mordbeschreibung der Version Nathan Leopolds folgt, ansonsten gibt es so gut wie nichts zu bemängeln. Das Buch liefert nicht nur detaillierte Einblicke in die Biographien der Täter, sondern auch in die amerikanische Justiz und Kriminalarbeit jener Zeit. Clarence Darrow, der 67-jährige Anwalt der beiden, wurde mit seinem zwölfstündigen Schlussplädoyer zu einer Legende der Rechtsgeschichte - heute noch zählt er zu den berühmtesten Anwälten und Bürgerrechtlern und seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass er die beiden vor der Todesstrafe bewahrte. Während Nathan Leopold tatsächlich nach vielen Jahren entlassen wurde und als rehabilitiert galt, wurde Richard Loeb im Gefängnis von einem Mitgefangenen im Kampf getötet. Ein Rätsel bleiben diese beiden Männer bei allen Recherchen dennoch - ein Rätsel, das noch lange nach der Lektüre nachhaltig beschäftigt.

Fazit:

Ein höchst interessantes Werk über einen der spektakulärsten Mordfälle der USA, der noch heute verstört und bewegt. Sehr fundiert recherchiert, flüssig geschrieben, mit Bildern und Karten untermalt - leider bislang nicht auf Deutsch erhältlich.

29. Dezember 2012

Pumuckl spukt weiter - Ellis Kaut

Produktinfos:

Ausgabe: 1991
Seiten: 144
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Die Autorin:

Ellis Kaut wurde 1920 geboren. Sie absolvierte eine Schauspielausbildung und ein Studium der Bildhauerei, bis sie 1948 als freie Schriftstellerin tätig wurde und für den Bayerischen Rundfunk Hörspiele schrieb. 1962 startete die Serie um den Kobold Pumuckl, der ihr Lebenswerk wurde. 1965 wurden die Geschichten auch in Buchform veröffentlicht, 1982 ging die populäre TV-Serie mit Hans Clarin als Pumuckls Stimme und Gustl Bayrhammer als Meister Eder an den Start. Ellis Kaut erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihr Schaffen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Weitere Werke von ihr sind u.a. "Flibutz", "Geschichten vom Kater Musch" und "Schlupp vom grünen Stern". www.ellis-kaut.de

Inhalt:

Pumuckl und der Schnupfen
An einem regnerischen Herbsttag möchte der Kobold unbedingt in einer Pfütze spielen. Meister Eder rät ihm davon ab, denn in dem kalten Wasser könnte er sich zu leicht erkälten. Pumuckl aber schlägt vor, in einem anderen Hof herumzutollen - denn wenn Meister Eder ihn nicht sieht, wird er auch nicht sichtbar und spürt so keine Kälte. Leider passiert es trotzdem, dass Pumuckl sichtbar wird und sich einen heftigen Schnupfen einfängt ...

Der Wollpullover

Seit der Pumuckl sichtbar ist, kennt er nicht nur Hunger, sondern auch Kälte. Mit Einzug des Winters friert er zunehmend, sodass Meister Eder ihm einen dickeren Pullover kaufen will. Aber die Puppenkleider sind alle entweder zu dünn oder zu unpraktisch. Da kommt er auf die Idee, jemanden zu bitten, für ihn ein Pullöverchen zu stricken. Aber da gibt es Komplikationen ...

Pumuckl und der erste Schnee
Pumuckl erlebt zum erste Mal Schnee und ist ganz begeistert von der weichen Masse. Solange er unsichtbar ist und keine Kälte spürt, tobt er mit Herzensvergnügen draußen herum. Dabei macht er sich auch einen Spaß daraus, die Leute im Hof von den Fenstersimsen zu bewerfen. Leider gerät an seiner Stelle jemand anders in Verdacht ...

Das Weihnachtsgeschenk

Es ist Dezember und der Pumuckl sieht ganz begeistert die weihnachtlich geschmückten Schaufenster. Meister Eder erklärt ihm, was es mit dem Fest auf sich hat. Pumuckl ist besonders an den Geschenken interessiert und belauscht einige Gespräche im Laden. Den beiden Mädchen Monika und Elfriede folgt er bis nach Hause, wo Elfriede ihrer Freundin das Nadelkissen zeigt, dass sie ihrer Mutter gebastelt hat. Pumuckl ist ganz verzückt von dem hübschen Kissen und möchte es zu gerne für sich selbst haben ...

Die geheimnisvolle Schaukel

Zu Pumuckls größten Hobbys zählt seine geliebte Schiffsschaukel, in der er stundenlang sitzen und dichten kann. Als die beiden Freunde Fritz und Karli in der Werkstatt die Schaukel sehen, wollen sie unbedingt wissen, warum sie von alleine schaukelt und anhält. Sie schließen eine Wette ab, ob wirklich ein Kobold darin sitzt, wie Meister Eder scheinbar im Spaß sagt - und versuchen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen ...

Der Gartenzwerg
Meister Eder bekommt von einer Kundin einen Gartenzwerg geschenkt. Pumuckl ist empört, denn er findet diese Zwerge furchtbar albern und fühlt sich beleidigt. Prompt wirft er ihn herunter, sodass ein Kunde glaubt, er sei schuld daran. Die Kundin bringt Eder jedoch einen neuen Zwerg als Ersatz. Kaum geht der kaputt, taucht auch noch der sich schuldig fühlende Kunde mit einem Gartenzwerg auf ...

Bewertung:


Pumuckl und der Schnupfen ist eine sehr lehrreiche Geschichte für Kinder. Die allermeisten werden das Vergnügen des Kobolds nachvollziehen können, in den Pfützen herumzuspringen und kleine Steinchen hineinzuwerfen. Meister Eder warnt ihn vor den Gefahren, denn die Pfützen sind natürlich schmutzig und ein Schnupfen kann leicht geholt werden, aber Pumuckl will nichts davon hören. Sein Leichtsinn wird bestraft und der kleine Kobold wird zum ersten Mal in seinem Leben krank - denn als Unsichtbarer kannte er weder Hitze noch Kälte noch Hunger noch Durst. Damit ist aber nicht genug, denn Pumuckl will sich auf keinen Fall ins Bett legen. Er springt wie wild in der Werkstatt umher und Meister Eder bekommt es ernsthaft mit der Angst zu tun, denn schon bald glüht Pumuckl vor Fieber - und die normale Medizin ist für einen so kleinen Kerl ja viel zu stark und kaum zu dosieren. Damit erhält die Geschichte einen richtig dramatischen Beigeschmack, aber natürlich geht wie gewohnt alles gut aus. Kinder lernen, dass Übermut gefährlich sein kann und mit einer heftigen Erkältung nicht zu spaßen ist - und dass man sich lieber warm anziehen sollte, wenn man nicht im Bett liegen will.

Der Wollpullover
 knüpft ein wenig an die vorherige Geschichte an. Pumuckl ist wieder gesund, aber es ist nun klar, dass er dringend wärmere Kleidung für Herbst und Winter braucht. Meister Eder will ihm Puppenkleidung besorgen, aber die sind entweder alle zu hell, sodass sie zu schnell schmutzig aussähen, oder zu dünn. Die nette Frau Schröder erklärt sich gern bereit, einen Puppenpullover zu stricken, aber dabei läuft etwas schief. Ein neuer Pullover muss her, Hannelore aus der Nachbarschaft ist gerne bereit. Aber Hannelore ist nicht die Fleißigste und vergisst es, den Pullover fertig zu stellen. Pumuckl will ihn sich auf eigene Faust besorgen und prompt sorgt der verschwundene Pullover für eine Menge Chaos bei Hannelore. Hannelore lernt aus der Geschichte, und ebenso der kleine Leser, dass es oft Ärger mit sich bringt, wenn man Dinge unnötig aufschiebt. Zudem gibt es einige witzige Szenen - etwa wenn der Pumuckl auf die verquere Idee kommt, ein Loch im Pullover mit Leim zu flicken oder wenn Meister Eder sich im Spielzeugladen rechtfertigen muss, warum die Puppe unbedingt warm angezogen sein sollte ...

Pumuckl und der erste Schnee
 ist mal wieder eine der Geschichten, in denen der Pumuckl etwas anstellt, es dann aber zum Glück auch wieder gerade biegt. Zunächst ist es lustig zu lesen, wie viel Spaß er mit dem neuentdeckten Schnee hat. Dann aber wirft er anderen Leuten Schnee in den Kragen, die obendrein den armen Lothar verdächtigen, der sein Zimmer genau darüber hat. Meister Eder greift zwar ein und versucht zu erklären, dass Lothar bestimmt unschuldig ist, aber das geht natürlich schlecht, ohne von seinem Kobold zu erzählen. Pumuckl beweist aber, dass er doch ein gutes Herz hat, er ist zwar übermütig und denkt zu wenig nach bevor er handelt, aber er will auch nicht, dass ein Unschuldiger bestraft wird.

Das Weihnachtsgeschenk zeigt Pumuckls erstes Weihnachten, das natürlich auch zu einigen Missverständnissen führt. Pumuckl hat ja nicht viele Möglichkeiten, Meister Eder etwas zu schenken - also will er ihm sein eigenes Kopfkissen als Nadelkissen schenken und sich Elfriedes Nadelkissen für sich selbst stibitzen. Dass das Stehlen ist, denkt der kleine Kobold gar nicht; er erinnert sich vielmehr an ein Gespräch in der Bäckerei, wo eine Frau erzählte, dass ihr Mann heimlich die Weihnachtsplätzchen isst und sie ihn stillschweigend gewähren lässt. Pumuckl schließt daraus mit verquerer Logik, dass in der Vorweihnachtszeit ein bisschen Stibitzen erlaubt ist, außerdem will er das Kissen ja nur ausleihen. Er muss aber einsehen, dass das alles nicht so in Ordnung ist und auch wenn die Geschichte dadurch mal zeitweise traurig wird, nimmt alles ein versöhnliches Ende. Es ist eine lehrreiche Weihnachtsgeschichte, die trotz des ernsten Themas Kinder gut auf das Fest einstimmt.

Durch und durch lustig geht es weiter mit Die geheimnisvolle Schaukel. Nicht zum ersten Mal fällt Eders Kunden die hübsche Schaukel oder das nette Bettchen auf und man wundert sich natürlich zu Recht, warum der Schreinermeister so etwas bei sich aufstellt. Dass die Schaukel auch noch wie aus dem Nichts heraus zu schaukeln beginnt und wieder stoppt, weckt die Neugier der beiden Jungen. Pumuckl spielt ihnen einige Streiche und Eder verwirrt sie mit einer herrlichen Erklärung über Halbleiterkristalle, Elektroden, Diffusion und Raumladung, die das Schaukeln auf Kommando angeblich möglich machen. Keine spektakuläre Geschichte, aber umso schöner aus Ausgleich.

Der Gartenzwerg bildet den gelungenen Abschluss. So wenig Pumuckl die fleißigen Heinzelmännchen ausstehen kann, so wenig mag er auch die seiner Meinung nach albernen Gartenzwerge. Dass Frau Langenschmid Kobolde auch noch mit Gartenzwergen vergleicht, setzt allem die Krone auf. Es ist witzig zu lesen, wie Meister Eder, der ja selbst Gartenzwerge nicht sonderlich mag, immer wieder einen neuen geschenkt bekommt, sobald der alte kaputt gegangen ist. Pumuckl hat in der Geschichte gehörig mit Eifersucht zu kämpfen, sieht am Ende aber auch ein, dass nicht alle Gartenzwerge schlimm sind und diese bunte Figur gewiss keine Konkurrenz für ihn ist. Außerdem lernt er, dass es Unrecht ist, etwas zu zerstören, was anderen gefällt, nur weil man es selbst nicht mag. Die Moral ist damit vorhanden, aber dezent und es bleibt vor allem eine vergnügliche Geschichte, die den Band abrundet.

Fazit:

Sechs gelungene Geschichten um den kleinen Kobold, die mal teils lehrreich und etwas ernster und mal vor allem lustig sind, aber alle sehr gut unterhalten. Auch für Leseanfänger und Einsteiger in Sachen Pumuckl-Geschichten geeignet.

27. Dezember 2012

Pumuckl - Spuk in der Werkstatt/Das verkaufte Bett

Produktinfos:

Ausgabe: 1982 produziert
Dauer: ca. 49 Minuten
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Die Autorin:

Ellis Kaut wurde 1920 geboren. Sie absolvierte eine Schauspielausbildung und ein Studium der Bildhauerei, bis sie 1948 als freie Schriftstellerin tätig wurde und für den Bayerischen Rundfunk Hörspiele schrieb. 1962 startete die Serie um den Kobold Pumuckl, der ihr Lebenswerk wurde. 1965 wurden die Geschichten auch in Buchform veröffentlicht, 1982 ging die populäre TV-Serie mit Hans Clarin als Pumuckls Stimme und Gustl Bayrhammer als Meister Eder an den Start. Ellis Kaut erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihr Schaffen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Weitere Werke von ihr sind u.a. "Flibutz", "Geschichten vom Kater Musch" und "Schlupp vom grünen Stern". www.ellis-kaut.de

Hintergrund:

Der Pumuckl ist ein Kobold, der in einer Schreinerwerkstatt wohnt. Früher war Pumuckl unsichtbar, bis er eines Tages am einem Leimtopf des Schreinermeisters Eder hängen blieb und dadurch nach einem Koboldsgesetz sichtbar wurde. Ein Kobold muss bei dem Menschen bleiben, der ihn gesehen hat, so dass er seitdem bei Meister Eder lebt. Nur der alte, gutmütige Schreinermeister kann den Pumuckl sehen, sobald andere Menschen dazukommen, wird er unsichtbar. Der Pumuckl ist ein frecher kleiner Hausgeist, der am liebsten den Menschen Streiche spielt und das Chaos liebt - was Meister Eder immer wieder in aufregende und peinliche Situationen bringt. Trotz allem ist der Pumuckl im Grunde ein lieber Kerl mit einem guten Herz, auch wenn er es manches Mal mit seinem Schabernack übertreibt.

Inhalt:

Spuk in der Werkstatt

Der alte Schreinermeister Eder lebt ein recht gemütliches und zufriedenes Junggesellendasein. Eines Tages, als er an einem Kästchen arbeitet, geht bei ihm alles schief - ständig verschwinden Sachen und er muss sie suchen oder sie fallen aus heiterem Himmel um.

Plötzlich ertönt ein lautes Geschrei vom Leimtopf her - und eine seltsame kleine Gestalt mit roten Wuschelhaaren hängt daran. Es ist ein kleiner Kobold namens Pumuckl, der bislang unsichtbar seinen Schabernack trieb und all die Sachen bei Eder versteckte. Kobolde werden nur sichtbar, wenn sie an einer menschlichen Sache hängen- oder kleben bleiben, so wie jetzt. Und laut Koboldsgesetz muss ein Koboldsgesetz von da an bei dem Menschen bleiben, der ihn gesehen hat - und der kann ihn von da an auch als Einziger sehen.

Meister Eder ist sehr perplex und kann anfangs kaum glauben, was er sieht und hört. Er weiß auch noch nicht so recht, was er davon halten soll, dass Pumuckl bei ihm bleiben muss. Nach kurzer Zeit aber findet er den Gedanken ganz schön, den kleinen Kerl von nun an bei sich zu haben. Im Gasthaus erzählt er seinen Stammtischfreunden davon, die es natürlich für reine Einbildung halten - und der Pumuckl fühlt sich herausgefordert, ihnen daraufhin das Gegenteil zu beweisen ...

Das verkaufte Bett


Da der Pumuckl nun beim Meister Eder bleiben wird, braucht er auch ein richtiges Bett - bislang hat er immer in den Hobelspänen geschlafen, aber das ist Meister Eder zu unordentlich. Da er Schreiner ist, liegt es natürlich nah, dass er dem Pumuckl selbst ein kleines Bettchen zimmert.

Nachdem der Kobold erfahren hat, dass alle Menschen und Tiere so etwas wie ein Bett oder ein Nest haben, ist er einverstanden. Meister Eder gibt sich viel Mühe und bemalt das fertige Bett anschließend noch hübsch. Auch Pumuckl ist begeistert vom Ergebnis.

Mitten in der Freude der beiden kommt die Kundin Frau Reiser. Als Frau Reiser das hübsche kleine Bett sieht, ist sie ganz entzückt und möchte es als Puppenbett für ihre kleine Tochter Doris kaufen. Noch ehe Meister Eder ihr eine Erklärung geben kann, warum das Bett nicht zu verkaufen ist, hat sie auch schon Geld hingelegt und das Bett mitgenommen. Kaum ist sie verschwunden, bekommt Pumuckl einen Wutanfall. Er beschließt, sich sein Bett zurückzuholen und folgt der Kundin nach Hause, wo er jede Menge Chaos anrichtet ...

Bewertung:


Die ersten beiden Pumuckl-Folgen erzählen, wie der kleine Kobold beim Schreinermeister Eder landete und wie sich die beiden aneinander gewöhnten. Anders als in der TV-Folge wird in der Hörspielfolge Spuk in der Werkstatt zunächst vom Erzähler eine kurze Einführung geliefert, in der er erklärt, wer der Pumuckl ist und dass nur der Meister Eder ihn sehen kann - danach beginnt dann die eigentliche Geschichte als Rückblick. Wer den Pumuckl bis dahin noch nicht kannte, erhält sogleich eine sehr gute Vorstellung davon, was Meister Eder in Zukunft alles erwartet: Das Zusammenleben mit einem frechen, chaotischen, aber auch liebenswerten und lustigen kleinen Kerl, der gerne Verwirrung stiftet und Streiche ausheckt. Pumuckl ist mit Leib und Seele Kobold und Kobolde haben nun mal die Aufgabe, Schabernack zu treiben, Dinge zu verstecken und umzuwerfen und Menschen zum Ärgern zu bringen. Man merkt allerdings auch, dass er das alles nicht böse meint, sondern es eben in seiner Koboldnatur lebt - und er noch gar keine Erfahrungen damit hat, eine Bezugsperson zu haben.

Bisher hat der Pumuckl unsichtbar unter den Menschen gelebt, jetzt findet er in Meister Eder zum ersten Mal einen Freund und muss lernen, ab und zu Rücksicht zu zeigen. Für Meister Eder ist es ganz schön, auf seine alten Tage plötzlich nochmal jemanden bei sich zu haben - schließlich ist es als kinderloser Junggeselle doch manchmal recht einsam. Eder hat seine Kundschaft und seine Stammtischfreunde und bekommt ab und zu Besuch von Verwandten, führt aber doch ein ziemlich zurückgezogenes Leben - und der Pumuckl sorgt für witzige Momente und ist alles in allen doch vor allem eine liebenswerte Gesellschaft.

Diese Folge ist eine gute Einführung in die Reihe, stellt die wichtigsten Charaktere vor und lässt anhand der Erlebnisse von Eders Freund Bernbacher erahnen, was alles auf den Schreinermeister zukommen wird: Der Schlosser Bernbacher wird in vielen weiteren Folgen immer wieder auftauchen und immer die Existenz des Kobolds bezweifeln, so auch hier - allerdings muss er auch so manchen Streich des Kobolds erleben und kommt hin und wieder ins Grübeln, ob an dem "Kubuckl" oder "Pudackl", wie er ihn gerne nennt, nicht doch etwas dran sein kann. Nachdem Bernbacher in dieser Folge den Kobold für ein Hirngespenst hält, folgt ihm der Pumuckl mit nach Hause und bringt dort bei den Bernbachers, die sich auf einen Auftritt im Gesangsverein vorbereiten, einiges durcheinander, ein typisches Beispiel für Pumuckls Treiben. In der TV-Folge haben Bernbacher und seine Frau - auch dank der idealen Darsteller - etwas mehr Charme und Pumuckls Streichen wird dort ein kleines bisschen mehr Raum geschenkt, das tut dem Hörspaß aber keinen wirklichen Abbruch.

In Das verkaufte Bett erhält der Pumuckl sein legendäres Bettchen, in dem er fortan immer schläft oder sich auch schon mal verkriecht, wenn er ein schlechtes Gewissen hat. Zunächst möchte er sich mit den Hobelspänen zufrieden geben, allerdings missfällt es Meister Eder, immer einen Haufen Späne in der Werkstatt liegen zu haben. "Kobolde lieben Unordnung!", widerspricht Pumuckl, woraufhin Meister Eder ahnungsvoll "Na, das kann ja gut werden ..." seufzt.

In dieser Folge erfährt Meister Eder auch zum ersten Mal, in welche Verlegenheiten er vor seinen Kunde mit dem Pumuckl kommen kann. Natürlich denkt Frau Reiser, dass sie das hübsche Puppenbettchen, das auch noch mitten in den Sägespänen, also im Abfall, liegt, kaufen kann und noch ehe Eder eine Ausrede einfällt, ist sie auch schon damit verschwunden. Auch in späteren Folgen passiert es immer wieder, dass sich Eders Besucher über das Bettchen und die kleine Schiffs-Schaukel, die noch hinzukommt, wundern. Hier ist Eder noch nicht geschickt genug, um schnell zu reagieren und prompt will der Pumuckl sein Bett zurückholen. Die kleine Doris hat bereits begeistert ihre Puppe hineingelegt und spielt mit ihr, während ihr älterer Bruder Vokabeln lernt. Pumuckl stiftet Ärger, indem er immer wieder heimlich die Puppe hinauswirft und Doris daraufhin ihren Bruder beschuldigt, der sich daraufhin heftig wehrt. Als Eder endlich erscheint und dem Spuk auf seine Weise ein Ende bereitet, ist die Familie mit ihren Nerven schon ziemlich am Ende. Letztlich geht alles gut aus, ohne dass zu vorhersehbar wäre, wie es Meister Eder gelingt, das Bettchen zurückzubekommen und alle Beteiligten zufriedenzustellen.

Fazit:


Zwei sehr schöne Hörspielfolgen, die erzählen, wie der Pumuckl zu Meister Eder kam und sich bei ihm einlebte. Sehr humorvoll, aber auch ein wenig spannend und sehr kindgerecht.

Sprechernamen:

Pumuckl - Hans Clarin
Meister Eder - Gustl Bayrhammer
Erzähler - August Riehl
Frau Steinhauser - Erni Singerl
Schlosser Bernbacher - Fritz Strassner
Frau Bernbacher - Katharina de Bruyn
Doris Reiser - Julia Fischer
Mutter Frau Reiser - Katharina de Bruyn
Sohn Herbert Reiser - Christian Brandner

26. Dezember 2012

Pumuckl - Der erste Schnee/Das Weihnachtsgeschenk

Produktinfos:

Ausgabe: 1982 produziert
Dauer: ca. 49 Minuten.
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Die Autorin:

Ellis Kaut wurde 1920 geboren. Sie absolvierte eine Schauspielausbildung und ein Studium der Bildhauerei, bis sie 1948 als freie Schriftstellerin tätig wurde und für den Bayerischen Rundfunk Hörspiele schrieb. 1962 startete die Serie um den Kobold Pumuckl, der ihr Lebenswerk wurde. 1965 wurden die Geschichten auch in Buchform veröffentlicht, 1982 ging die populäre TV-Serie mit Hans Clarin als Pumuckls Stimme und Gustl Bayrhammer als Meister Eder an den Start. Ellis Kaut erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihr Schaffen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Weitere Werke von ihr sind u.a. "Flibutz", "Geschichten vom Kater Musch" und "Schlupp vom grünen Stern". www.ellis-kaut.de

Inhalt:

Der erste Schnee

Pumuckl erlebt bei Meister Eder den ersten Schnee seines Lebens. Zunächst ist er ganz begeistert von der weißen Pracht und spielt im Hof begeistert herum. Solange er unsichtbar ist, spürt er nichts von der Kälte und sinkt auch nicht ein. Doch als Meister Eder hinaus blickt, wird er sichtbar - und sofort wird ihm schrecklich kalt.

Pumuckl kommt die Idee, den Schnee hereinzuholen, um in Ruhe am warmen Ofen damit zu spielen. Als Meister Eder weggeht, setzt er den Plan um - allerdings mit anderen Folgen als gedacht. Auch die Schneebälle, die er auf den Hausmeister wirft, sind nur anfangs lustig. Dann nämlich wird der kleine Lothar verdächtigt, den Schnee vom Balkon geworfen zu haben - und Pumuckl muss sich etwas einfallen lassen, um das wieder gutzumachen ...

Das Weihnachtsgeschenk


Pumuckl ist begeistert von all den weihnachtlichen Dekorationen in den Schaufenster. Meister Eder erklärt ihm, was es mit dem Fest auf sich hat und dass sich die meisten Menschen etwas schenken.

Nun möchte Pumuckl dem Meister Eder auch gerne etwas schenken - aber kaufen kann er schließlich nichts. Aus Neugierde begleitet er unsichtbar die kleine Karoline und deren Freundin, die über die Geschenke an ihre Eltern sprechen. Karoline zeigt der Freundin ein selbstgemachtes Nadelkissen, das sie ihrer Mutter schenken wird.

Das Nadelkissen gefällt Pumuckl sehr gut. Zu gerne würde er Meister Eder auch so etwas schenken., Kurzerhand stiehlt er das Kissen heimlich, mit dem Zweck, es als sein eigenes Kopfkissen zu benutzen - und Meister Eder wiederum sein Kissen für dessen Nadeln zu schenken. An die Folgen dieses Diebstahls denkt er dabei nicht ...

Bewertung:

Eine Winter- und eine Weihnachtsgeschichte sind auf dieser CD vereint. Es ist der erste Winter, den Pumuckl bei Meister Eder als sichtbarer Kobold verbringt und Der erste Schnee hat es ihm gleich angetan. Es lässt sich herrlich darin spielen, nur die Kälte gefällt ihm nicht, wie das bei Kindern gewöhnlich auch der Fall ist. Meister Eder vergisst, dass der Kobold von den physikalischen Zusammenhängen keine Ahnung hat - und prompt holt der Kobold Schnee herein, der natürlich in der Wärme sofort zu einer Pfütze schmilzt. Diese erste Hälfte der Folge ist vor allem lustig, denn Pumuckl glaubt beim Anblick der Pfütze, sie stamme von einem Hund - der dann unverschämterweise auch noch gleich den Schnee mitgenommen hat. Darüber muss schließlich sogar Meister Eder lachen, auch wenn er das Wasser wegwischen muss.

Anders sieht es mit dem Schnee aus, den Pumuckl auf den Hausmeister und Frau Altenweger wirft. Er amüsiert sich dabei, den beiden Erwachsenen immer, wenn sie wegschauen, Schnee in den Kragen zu werfen. Leider weiß der Hausmeister, dass direkt über ihm die Wohnung des kleinen Lothar ist - und auch wenn weder er noch Frau Altenweger Lothar gesehen haben, sind sie überzeugt, dass er den Schnee geworfen hat. Frau Altenweger beschwert sich daraufhin bei Lothars Mutter und die gibt dem Jungen Stubenarrest, wohl im Glauben, die beiden hätten ihn dabei gesehen. Als Meister Eder das zufällig erfährt, ist er sehr wütend auf den Pumuckl - der Kobold hat nämlich einfach weitergemacht, als Lothar bereits verdächtigt wurde. Meister Eder macht ihm klar, wie schlimm es für den Jungen sein muss, dass ihm niemand glaubt, dass er ganz unbeteiligt ist. Pumuckl und kleine Hörer lernen dadurch, dass man Späße und Streiche nicht zu weit treiben darf, erst recht nicht, wenn andere unschuldig verdächtigt werden. Nun können natürlich weder der Meister Eder noch Pumuckl direkt klären, dass Lothar keinen Schnee geworfen hat. Aber Pumuckl wäre nicht Pumuckl, wenn ihm nicht eine Lösung einfallen würde- und auf geschickte Weise sorgt er dann doch noch für ein Happy End.

Die Geschichte ist lehrreich und lustig zugleich und Pumuckls Aktionen im und mit dem Schnee sind gut auf Kinder zu übertragen. Die Szene mit dem Kobold werfenden Schnee soll übrigens quasi die Ursprungsszene mit Autorin Ellis Kaut und ihrem Mann sein, die zur Erfindung des Kobolds führte - demnach erlaubte sie sich diesen Scherz und er nannte sie "Pumuckl", was sie zu der Figur inspirierte. Ein bisschen merkwürdig ist allerdings, dass Pumuckl in seiner Zeit als Unsichtbarer noch nie zuvor Schnee gesehen hat. Es wird zwar nie gesagt, wie alt Pumuckl ist - er selbst hat da gerne Behauptungen wie "dreihunderzwölfundzwanzig Jahre" parat, aber zumindest wird auch nirgends gesagt, dass er erst kurz vor seiner Ankunft bei Meister Eder geboren ist - und wenn er in bayrischen Gefilden gelebt hat, dürfte ihm eigentlich nicht das erste Mal im Winter Schnee auffallen, auch wenn er bis zu seiner Zeit bei Meister Eder nur unsichtbar war und die Kälte nicht spürte.

Nicht nur der Schnee, auch Weihnachten ist ganz neu für den Pumuckl. Natürlich gefallen ihm in Das Weihnachtsgeschenk die bunten und glitzernden Dekorationen und er kann es kaum erwarten bis Heiligabend. Ihm gefällt auch das ganze Gerede über Heimlichkeiten in der Weihnachtszeit, da er Geheimnisse ohnehin immer spannend findet. In der Bäckerei hört er ein Gespräch zwischen der Bäckerin und einer Kundin mit und erfährt, dass die Kundin immer Plätzchen backt, die ihr Mann heimlich schon vor Weihnachten isst - und sie lässt ihm im Glauben, dass sie nichts davon bemerkt. Pumuckl fühlt sich darin bestätigt, dass man in der Weihnachtszeit offenbar mehr Heimlichkeiten als sonst haben darf und dass auch Stehlen in gewisser Weise erlaubt ist. Dieses Missverständnis, das typisch für Pumuckl ist, führt dazu, dass er das gebastelte Nadelkissen wie selbstverständlich mitnimmt - denn Heimlichkeiten und Stibitzen sind ja offenbar nichts böses in dieser Zeit. Zudem meint er es gut, denn er will ja vor allem Meister Eder ein Geschenk machen mit seinem eigenen Kissen und sieht keine andere Möglichkeit, da ihm fürs Basteln das Geschick fällt und er nichts kaufen kann.

Die Folge ist sehr lehrreich und Pumuckl versteht mal wieder erst recht spät, dass er da gar nicht recht gehandelt hat - bringt es aber wieder in Ordnung. Darüber hinaus macht das Hörspiel Weihnachtsstimmung, auf Basteln, Dekorieren und Verschenken. Die Geschichte plädiert auch dafür, dass man für Geschenke nicht unbedingt viel Geld ausgeben soll - sondern dass auch selbstgebastelte Geschenke sehr schön sein können, weil sie von Herzen kommen. Meister Eder jedenfalls freut sich am Ende über ein ganz spezielles Geschenk Pumuckls, das er sich für kein Geld der Welt kaufen könnte und hält es in Ehren. Bedenken sollte man bei dieser Folge vielleicht, dass hier ausdrücklich gesagt wird, dass die Menschen die Geschenke gegenseitig machen und nicht Christkind oder der Weihnachtsmann sie bringen - falls ein Kind darüber noch nicht aufgeklärt wurde.

Fazit:


Zwei sehr schöne winterlich-weihnachtliche Pumucklgeschichte, die sehr typisch für die Reihe sind: Pumuckl stellt in beiden Folgen etwas an, lernt dann aber aus seinen Taten und bringt alles wieder in Ordnung. Die Sprecher sind wie üblich sehr gut und sorgen dafür, das man die Geschichten immer wieder gerne hört.

Sprechernamen:


Erzähler: August Riehl
Meister Eder: Gustl Bayrhammer
Pumuckl: Hans Clarin
Frau Altenweger: Lina Carsten
Hausmeister: Olf Fischer
Lothar: Florian Halm
Mutter von Lothar
Bäckersfrau: Erni Singerl
Karoline: Julia Fischer
Kundin: Katharina de Bruyn