2. Oktober 2015

Eine perfekte Lüge - Lucie Whitehouse

Produktinfos:

Ausgabe: 2015
Seiten: 384
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Die Autorin:

Die Engländerin Lucie Whitehouse, Jahrgang 1975, studierte zunächst klassische Literatur in Oxford, ehe sie ihren ersten Roman "Als hätten wir alle Zeit der Welt" verfasste. Weiterhin erschien zudem "Dunkle Brandung".

Inhalt:

Hannah und Mark Reilly sind seit ein paar Monaten verheiratet und glücklich, auch wenn Mark als Inhaber einer großen IT-Firma oft verreisen muss, so wie jetzt wieder einmal nach New York. Doch als Hannah ihn dieses Wochenende am Londoner Flughafen abholen will, erscheint er nicht. Zunächst ist er auch telefonisch nicht erreichbar und Hannah macht sich Sorgen.

Tags darauf meldet sich Mark, erklärt die beruflich bedingte Verzögerung und will ein paar Tage später nach Hause kommen. Hannah beschleicht jedoch das Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung ist - und nach und nach ergeben sich seltsame Dinge: Seiner Sekretärin und seinem Geschäftspartner scheint Mark erzählt zu haben, er und Hannah verbrächten ein Urlaubswochenende in Rom, zudem ist er nicht in seinem üblichen Stamm-Hotel in Manhattan untergekommen.

Hannah fürchtet, dass er sich mit einer Geliebten trifft und kontrolliert die Kontoauszüge. Entsetzt stellt sie fest, dass Mark seine Konten geplündert und die Hypothek aufgestockt hat - und auch ihre Ersparnisse hat er ohne ihr Wissen abgehoben. Hannah stellt Recherchen an und findet heraus, dass Mark ihr ein düsteres Kapitel seines Lebens verschwiegen hat ...

Bewertung:

Es ist bei weitem nicht nur "eine perfekte Lüge", die Protagonistin Hannah im Laufe der Handlung aufdeckt, sondern ein komplex Geflecht an Lügen, dessen Hintergrund sich nur allmählich klärt und gerade das ist ein Punkt, der größtenteils für den Reiz des Romans verantwortlich ist. Hannah Reilly stößt bei ihren misstrauischen Nachforschungen auf Ungereimtheiten, die ihr Mann schließlich mehr oder weniger überzeugend entkräften kann. In Hannah bleibt jedoch das Gefühl zurück, dass diese Erklärungen nicht ausreichen und prompt stößt sie auf neue Unstimmigkeiten. Immer tiefer dringt sie ein in ein großes Geheimnis, das Mark bislang so erfolgreich vor ihr verborgen hat und nur ganz allmählich werden sowohl ihr als auch dem Leser die Tragweite dieses Geheimnisses klar. Dabei geht es nicht, so viel darf vorweggenommen werden, um eine Affäre, wie Hannah zunächst aus guten Gründen befürchtet; Marks Geheimnis ist für Hannah allerdings kaum weniger folgenreich.

Der Roman präsentiert ein geschickt inszeniertes Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden Protagonisten: Hannah konfrontiert Mark zwar durchaus mit ihren Nachforschungen und Fragen, behält jedoch manche Erkenntnisse für sich und recherchiert heimlich weiter. Mark wiederum gibt einerseits plausible Erklärungen ab, doch man ahnt, dass es sich dabei nicht um die komplette Wahrheit handelt. Da sich durch Hannahs Nachforschungen immer weitere Fragen und Wendungen ergeben, ist die Handlung durchweg spannend, frei von Längen und Nebenschauplätzen.

Hannah ist zwar keine auffallend facettenreiche Figur, keiner jener Charaktere, die sich bei der Lektüre nachhaltig einprägen. Aber sie erscheint recht sympathisch und handelt im Großen stets nachvollziehbar. Einerseits will sie ihrem Mann vertrauen und schämt sich anfangs für ihr Misstrauen, andererseits sind ihre Befürchtungen verständlich. Hannah ist ein gebranntes Kind, was Eifersucht angeht; schmerzlich erinnert sie sich an ihre eigene Mutter, die die Familie durch das ständige Hinterherspionieren hinter ihrem Ehemann belastete. Auf keinen Fall möchte Hannah so werden wie ihre Mutter und doch lassen ihr die Ungereimtheiten keine Ruhe.

Ihr Zwiespalt ist nachvollziehbar; überhaupt lädt Hannahs emotionale Lage zum Mitfühlen ein. Vor ihrer Ehe war Hannah eine erfolgreiche Werbeexpertin in New York; in der alten Heimat England hoffte sie, bald in einer neuen Anstellung an diese Zeiten anknüpfen zu können. Doch bislang hat sich für Hannah trotz ihrer Bemühungen kein neuer Job ergeben; sie wird immer frustrierter und leidet darunter, dass sie zuhause sitzt, während Mark alleine das Geld verdient. Folglich ist ihr Selbstbewusstsein ohnehin gerade strapaziert; zusammen mit den Enthüllungen über Marks Leben droht ihr ganzes Leben gerade aus der Spur zu geraten.

Zu bemängeln gibt es an diesem Thriller nicht viel. Die letzte Wendung mag etwas vorhersehbarer als die anderen sein; zumindest ahnt der Leser etwas früher als Hannah, was sich bald darauf noch ergeben wird. Das dramatische Finale wirkt teilweise etwas konstruiert und Marks Verschleierungstaktiken sind ein bisschen inkonsistent, in mancher Hinsicht sehr perfide und in anderen Hinsichten eher naiv und leicht zu durchschauen. Aufgrund dieser Punkte und weil die Charaktere nicht herausstechen ist der Roman kein absolutes Highlight, empfiehlt sich aber dennoch für Freunde des Genres, die nach spannender Lektüre suchen.

Fazit:

Ein unterhaltsamer Thriller über eine Frau, die düstere Geheimnisse in der Vergangenheit ihres Ehemannes entdeckt. Es ist vielleicht kein außergewöhnlich origineller Roman, aber durchaus spannend und lässt sich schnell lesen.

Benjamin Blümchen - Der Drachenflugtag

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Inhalt:

Es ist ein windiger Tag in Neustadt. Benjamin, Otto und Stella nutzen dies, um im Zoo Ottos selbstgebastelten Drachen steigen zu lassen. Dabei bekommen sie nicht nur Besuch von Karla Kolumna, sondern auch der Bürgermeister kommt überraschend vorbei. Die beiden erzählen, dass morgen der Neustädter Drachenflugtag in den Finsterbergen stattfindet. Letztes Jahr hat der Drachen des Bürgermeisters gewonnen - und er beabsichtigt, auch dieses Jahr wieder zu siegen.

Bei dem Wettbewerb sind drei Kriterien entscheidend: Die Phantasie beim Drachenbau, die Schnelligkeit beim Start und die Flugtechnik. Letztes Jahr hat Sekretär Pichler den Drachen für seinen Chef steigen lassen - doch dieses Mal hat Pichler Urlaub und nimmt selbst mit einem eigenen Drachen teil; auch Karla Kolumna ist mit von der Partie. Für Benjamin, Otto und Stella ist sofort klar, dass sie ebenfalls teilnehmen werden.

Für den Bau des Drachen suchen sie Rat bei ihrem Erfinderfreund Eddi Eddison. Der hat gerade ein neues Metall erfunden: das Luftiminium. Es handelt sich um ein ultraleichtes Metall, das natürlich perfekt für den Bau eines Drachen geeignet ist. Die Freunde gehen mit Feuereifer ans Werk. Allerdings werden sie immer wieder von unbekannten Personen ausspioniert. Am nächsten Tag geht es endlich los - und auf die Teilnehmer warten einige Überraschungen ...

Bewertung:

Drachen steigen zu lassen ist ein Klassiker der Kinderbeschäftigungen, vor allem an stürmischen Herbsttagen. Daher war es im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Benjamin Blümchen mal dem Drachenfliegen widmet.

Das Wettbewerbs-Grundkonzept der Folge ist nicht neu. Ähnliche Episoden sind "Das Walbaby" mit einer Segelregatta, "Benjamin als Ballonfahrer" und "Benjamin und die Autorallye". Die Handlung hier zeigt deutliche Parallelen in der grundlegenden Struktur: Zunächst werden ausgiebig die Vorbereitungen getroffen (der Drachenbau; in den anderen Folgen musste erst ein Benjamin-geeignetes Fahrzeug gebaut werden und auch der Heißluftballon war noch nicht startfertig), es gibt einen Wettkampf und es werden vorwiegend drei Lehren vermittelt: Nicht das Siegen, sondern der Spaß an der Sache sollte bei einem Wettbewerb im Vordergrund stehen, Betrügen dabei ist unfair und Teamwork zahlt sich aus. Benjamin, Otto und Stella gehen beim Drachenflug wie üblich ehrlich vor, jemand anderer aber greift zu betrügerischen Mitteln. Das rächt sich am Ende, während das hilfsbereite Verhalten von Benjamin und seinen Freunden belohnt wird.

Die Lehren werden nicht zu plakativ vermittelt, sondern in eine nicht überragende, aber durchaus unterhaltsame Handlung eingebettet. Es fallen ein paar Hinweise zum richtigen Steuern von Drachen und die Geschichte macht kleinen Hörern sicherlich Lust darauf, selbst auch einmal einen Drachen zu bauen und ihn in den Himmel steigen zu lassen. Dazu gibt es ein paar gelungene witzige Szenen, etwa als sich Benjamin vor der Limousine des Bürgermeisters erschreckt und der Drachen an Balance verliert, woraufhin Otto, Stella und Karla Kolumna wild unterschiedliche Anweisungen durcheinander rufen oder als Karla es mit dem Tischtennis-o-mat von Eddi Eddison zu tun bekommt und von der Maschine mit Bällen bombardiert wird. Erfreulicherweise kommt diese Folge zudem ohne die albernen Ganoven Hinki und Pinki aus, die gerne bei solchen Ereignissen ihr Unwesen treiben.

Bei der Sprecherbesetzung ist hervorzuheben, dass Ulrike Stürzbecher hier ihren dritten Auftritt als Karla Kolumnas neue Stimme hat, nachdem die langjährige Sprecherin Gisela Fritsch leider 2013 verstarb. Es ist nicht zu erwarten, dass Ulrike Stürzbecher eine Gisela Fritsch vollwertig ersetzen kann, aber sie macht ihre Sache soweit gut. Die rasende Reporterin wirkt auch mit der neuen Stimme charmant, quirlig und schlagfertig und kabbelt sich wie gewohnt mit dem Bürgermeister. Ihre Sprecherin ist merklich bemüht, ähnlich wie Gisela Fritsch zu klingen und zwar wie die junge Gisela Fritsch, die in einer höheren Stimmlage als in späteren Folgen sprach; dementsprechend erinnert Ulrike Stürzbecher an Karla Kolumnas erste Auftritte in der Serie.

Die Episode hat jedoch auch ihre negativen Facetten. Störend ist, wie so häufig in den Folgen der letzten Jahre, dass Otto und Stella belehrend auftreten, während Benjamin eher dümmlich dargestellt wird. Früher hat Benjamin oft mehr Dinge gewusst als Otto, beide haben voneinander gelernt; heute ist es fast immer so, dass Otto und Stella als überdurchschnittlich klug und Benjamin als noch begriffsstutziger als früher präsentiert werden. Diese Folge beginnt so auch gleich damit, dass Benjamin sich recht unsicher beim Drachensteigen anstellt, während Otto und Stella ihm alles erklären müssen.

Ein bisschen schade ist es des Weiteren, dass Karla Kolumna selbst am Drachenflugtag teilnimmt, anstatt ihn zu moderieren, wie sie es früher bei solchen Events oft gemacht hat; ihre dramatische Moderation hätte der Folge sicher Zusatzpunkte gegeben. Das größte Manko ist allerdings der Schluss. Die Lösung für ein plötzlich auftretendes, schwer wiegendes Problem ist sehr simpel und auch etwas albern. Es ist sehr einfallslos, auf diese Art das Problem zu lösen, als Hörer fühlt man sich um eine auch nur in Ansätzen raffinierte Idee betrogen.

Fazit:

Eine recht unterhaltsame, aber nicht überdurchschnittliche Folge, die für Kinder ein paar nette Lehren bereit hält. Auch für ein paar amüsante Szenen ist Platz und es gibt keinen Ausfall bei den Sprechern. Allerdings gibt es auch einige Schwächen, vor allem das Ende ist recht enttäuschend konstruiert.

Sprechernamen:

Benjamin Blümchen: Jürgen Kluckert
Otto: Katja Primel
Stella: Marie Bierstedt
Karla Kolumna: Ulrike Stürzbecher
Bürgermeister: Roland Hemmo
Sekretär Pichler: Wilfried Herbst
Eddi Eddison: Santiago Ziesmer
Frau Flattermann: Susanne Bredehöft
Erzähler: Gunter Schoß

5. September 2015

Unschuldig (Pretty Little Liars 1) - Sara Shepard

Produktinfos:

Ausgabe: 2009
Seiten: 320
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Die Autorin:

Sara Shepard, Jahrgang 1977, studierte Kreatives Schreiben und arbeitete zunächst als Journalistin. 2006 erschien der erste Band der Reihe "Pretty Little Liars", der inzwischen mehr als 15 Bände umfasst. Eine weitere Buchreihe ist "The Lying Game", die gleichfalls erfolgreich verfilmt wurde.

Inhalt:


Für die Freundinnen Alison, Spencer, Hanna, Aria und Emily sind es die Sommerferien zwischen der 7. und der 8. Klasse. Die fünf bilden die angesagteste Clique der Rosewood High in einem Vorort von Philadelphia. Alison ist die heimliche Anführerin der Mädchen - immer wieder schlägt sie riskante Aktionen vor und bestimmt die Unternehmungen der Freundinnen.

Eines Nachts verschwindet Ali bei einer Pyjamaparty im Wald und taucht nicht mehr auf. Die Medien belagern den Ort, die Ermittler gehen jeder Spur nach, doch Ali bleibt verschwunden. Die Freundschaft der verbliebenen vier Mädchen bricht bald auseinander, Aria geht mit ihrer Familie gar nach Island.

Drei Jahre später: Spencer, Hanna, Emily und Aria sind inzwischen 16 Jahre alt. Jedes Mädchen hat so seine Probleme. Und jedes Mädchen hat auch ein Geheimnis: Spencer flirtet mit dem neuen Freund ihrer Schwester, Hannah leidet unter Bulimie, Emily schwärmt für ein Mädchen und die zurückgekehrte Aria hat eine Affäre mit ihrem jungen Englischlehrer. Alle vier erhalten Sms und Mails von einer geheimnisvollen Person, die sich "A." nennt und die offenbar all ihre Geheimnisse kennt. Mit "A." hat stets Alison unterzeichnet - doch Alison kann doch unmöglich dahinterstecken ...?

Bewertung:

Man mixe ein bisschen "Beverly Hills 90210" mit Thrillerelementen und einem Hauch Mystery und erhält "Pretty Little Liars", eine mittlerweile sechs Staffeln umfassende Jugendserie. Der TV-Erfolg, der vor allem bei den "Teen Choice Awards" regelmäßig ausgezeichnet wird, basiert auf der gleichnamigen Buchreihe von Sarah Shepard, die sich von ihrer eigenen Jugend in einem Vorort von Philadelphia inspirieren ließ.

Der erste Band präsentiert zunächst die Ausgangslage mit Alisons Verschwinden, ehe sich die Kapitel abwechselnd den vier verbliebenen Mädchen der ehemaligen Clique widmen. Eine herausstechende Hauptfigur gibt es nicht, alle vier erhalten die gleiche Aufmerksamkeit.

Jede von ihnen schleppt Probleme mit sich herum: Spencer leidet seit sie denken kann unter ihrer älteren und scheinbar stets etwas erfolgreicheren Schwester Melissa. Egal wie sehr sich Spencer um gute Noten, um ehrenamtliche Ämter und um sportliche Auszeichnungen bemüht, es gelingt ihr nie, Melissas Erfolge zu erreichen. Dazu passt natürlich, dass Melissa nun den sympathischen und attraktiven Medizinstudenten Wren als Freund hat. Aus Spencers Frust wird jedoch Freude, als sie merkt, dass Wren ihr mehr Zeit und Aufmerksamkeit schenkt als nötig - allerdings fürchtet sie zugleich eine familiäre Katastrophe, wenn dies auffliegen sollte.

Aus der pummeligen Hanna ist ein gertenschlanker Teenager in stylischen Klamotten geworden. Außer der verschwundenen Alison weiß jedoch niemand, dass Hanna ihre Abnahme durch regelmäßiges Übergeben erreicht hat. Auch jetzt wird Hanna bisweilen von Fressanfällen mit anschließender Erleichterung überfallen, nicht zu vergessen ihre Ladendiebstähle, von denen niemand auf Rosewood High erfahren darf. Emily ist eine erfolgreiche Schwimmerin, die aber gerade die Lust am täglichen Training verliert. Das allein ist schon schwierig für sie, da ihre Eltern Wert auf ihre Schwimmkarriere legen; zu allem Überfluss fühlt sie sich nun auch noch zu Maya hingezogen, die in Alisons altes Haus gezogen ist. Und dann ist da noch Aria, die sich gleich nach ihrer Rückkehr in die USA in Ezra verliebt und kurz darauf erfährt, dass er ihren Englischkurs unterrichtet.

Die vier Rosewood-Mädchen bewegen sich in einer Welt, die von Prada-Taschen, Gucci-Sonnenbrillen, Ralph-Lauren-Handtüchern, Tiffany-Armbändern und Fenzi-Geldbörsen bestimmt wird; doch hinter der gestylten Nobelfassade verbergen sich Probleme und Abgründe. Vor allem Spencer und Hanna haben mit ihrem Selbstwertgefühl zu kämpfen, Spencer, weil sie sich immer an der großen Schwester misst und sich von ihren Eltern zu wenig beachtet fühlt, und Hanna, weil sie immer noch oft an ihre Vergangenheit als pummelige, unansehnliche Dreizehnjährige denkt. Die Charakterisierung der Hauptfiguren bleibt zunächst etwas oberflächlich, ehe die einzelnen Mädchen in der zweiten Hälfte an Kontur gewinnen und jede für sich auf ihre Art sympathisch wirkt. Überhaupt zieht sich das erste Drittel ein wenig, bis zu dem Punkt, an dem die Geschichte durch die ersten Nachrichten von "A." an Spannung gewinnt.

Für Spannung sorgen in erster Linie drei Elemente: Dominant im Raum steht die Frage, wer hinter den ominösen Nachrichten steckt, der sich offenbar als Alison ausgibt. Als zweites darf gerätselt werden, was mit Alison in jener Nacht geschah - ist sie freiwillig weggelaufen, oder wurde sie entführt? Als drittes gibt es immer wieder kleine Andeutungen, dass die Clique damals gemeinsam mit Alison ein großes Geheimnis teilte. Ein Streich der Freundinnen führte bei einem Mädchen namens Jenna zu einem Unfall mit schlimmen Folgen; Ali hatte ihnen anschließend abverlangt, niemals mit jemandem darüber zu sprechen. Was genau bei jenem Streich passierte, bleibt in diesem Band noch im Dunkeln; es ist allerdings offenkundig, dass dieses Geschehnis im weiteren Verlauf noch an Bedeutung gewinnen wird. Das Buch endet mit einem Paukenschlag und weckt Neugierde auf den nächsten Band, der ganz im Zeichen der Suche nach "A.s" Identität steht.

Fazit:


Was zunächst als durchschnittlicher Teenieroman um Liebe und Alltagsprobleme beginnt, entwickelt sich zum spannenden Auftakt einer mit Thriller- und Mysteryflair gespickten Jugendbuchreihe. Kein absolutes Highlight, weckt aber Neugier auf die nächsten Bände und unterhält gut.

12. August 2015

Bibi Blocksberg und die kleine Elfe

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Inhalt:

Bibi erwacht nachts aus einem lustigen Traum und betrachtet anschließend den Sternenhimmel. Auf einmal sieht sie ein seltsames Licht umherschweben. Sie spricht einen Hexspruch, um herauszufinden, was sich dahinter verbirgt - daraufhin wird eine kleine Elfe sichtbar. Die liebe Elfe stellt sich als "Pling" vor. Sie bringt vielen Menschen Nacht für Nacht mit Hilfe ihres Elfenstabes deren Träume - auch Bibi.

Bibi ist begeistert und möchte unbedingt dabei sein, wenn Ping jemanden einen Traum schenkt. Die beiden fliegen gemeinsam zu den Kindern Ninni und Daniel. Dabei merkt Pling, dass ihr Elfenstab an Kraft verloren hat. Er kann nur noch den Wunsch des Schlafenden erkennen, aber nicht mehr den Traum ermöglichen. Glücklicherweise kann Bibi mit einer Hexerei einspringen.

Danach ist es Zeit für Pling, wieder in ihren Elfenwald zurückzukehren. Das geht nur im unsichtbaren Zustand, also will Bibi sie wieder unsichtbar hexen - doch der Spruch funktioniert nicht. Das ist schlimm für Pling, denn ausgerechnet morgen Nacht findet das alljährliche Brunnenfest statt. Auf dem Fest tauchen die Elfen ihre Stäbe in das Traumwasser des silbernen Brunnens und erneuern damit die Kraft der Stäbe. Bis morgen Nacht muss Bibi also dringend einen Weg gefunden haben, wie Pling wieder unsichtbar wird. Dabei können ihr nur die erwachsenen Hexen helfen ...

Bewertung:


Eine Elfe in Neustadt - das wäre in den frühen Jahren der Bibi-Reihe wohl undenkbar gewesen, waren die Hexen doch mehr oder weniger die einzigen magischen Wesen, die in der Serie auftraten; so waren beispielsweise die Spukgestalten in der Folge "Die Schlossgespenster" lediglich herbei gehext. Im Orient schließt Bibi dann allerdings Freundschaft mit einem Flaschengeist, in Folge 61 tritt ein "Geisterkater" auf den Plan, auch mit einem Einhorn bekam Bibi es schon zu tun und nun eben mit einer Elfe im traditionellen Tinkerbell-Stil. Es ist zugegeben ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wie selbstverständlich die Elfe von den Blocksbergs als real akzeptiert wird; hier wird wohl dem aktuellen Bedürfnis von Kindern nach phantastischen Figuren in Literatur und Hörspiel Rechnung getragen.

Zudem ist die Folge in erster Linie auf die jüngsten Hörer zugeschnitten und bietet ihnen durchaus solide Unterhaltung: Es handelt sich um eine vergleichsweise ruhige und harmlose Folge. Es gibt, im Unterschied zu manch anderen Folgen, keine Gefahrenmomente. Die Handlung ist simpel gehalten: Bibi freundet sich mit einer Elfe an, die Träume bringt, und muss einen Weg finden, dass Pling wieder unsichtbar wird. Natürlich sind die Themen Elfen und Träume sehr gut für kleine Hörer im Vorschulalter geeignet, und die Folge bietet sich daher ideal zum Einschlafen an. Am Rande geht es auch ein wenig lehrreich zu - Bibi hat mal wieder etwas übereifrig gehext, indem sie Pling sichtbar gemacht hat; beim Nachblättern im Hexenbuch stellt sich nämlich heraus, dass Hexereien mit Wesen aus anderen magischen Welten verboten sind, daher funktioniert bei Pling auch keiner der Rückhexsprüche.

Zudem ist es positiv, dass die Althexen eingebunden werden. Zunächst wird Barbaras beste Hexenfreundin Amanda herbeigerufen (vielmehr herbeigehext - Amanda ist froh, dass sie nicht gerade unter der Dusche stand). Amandas Großmutter war einst mit einer Elfe befreundet und daher kann sie Hinweise geben, wie man Pling wieder unsichtbar machen kann. Dafür werden bestimmte Zutaten gebraucht, die Bibi wiederum zu der uralten Mania und zu der Oberhexe Walpurgia führen. Sowohl Mania als auch Walpurgia begegnen Bibi nachsichtig, es ist also keine der Folgen, in denen ein Fehlverhalten Bibis ausgiebig thematisiert wird.

Trotz dieser guten Ansätze kann das Hörspiel in anderen Bereichen weniger überzeugen. Gewöhnungsbedürftig ist die Stimme Plings. Julia Stöpel verfügt ohnehin über eine recht hohe Stimme, die hier allerdings noch weiter verstellt wird - eventuell zusätzlich noch mit einem akustischen Effekt versehen -, um die kleine Elfe besonders niedlich und lieb klingen zu lassen. Das hört sich auf Dauer allerdings etwas penetrant an, weil es sehr gekünstelt klingt. Überhaupt ist die Elfe etwas sehr klischeehaft geraten, angefangen beim Namen "Pling" bis hin zu ihrer durchweg lieben und süßen Art; es hätte durchaus seinen Reiz gehabt, sie ein bisschen frecher zu gestalten.

Leider wurde das Potenzial der Handlung bei weitem nicht ausgeschöpft. Es hat zunächst den Anschein, als sei es sehr schwierig, die Zutaten für die Unsichtbarkeitswandlung Plings zu beschaffen. Die Lösungen für die Probleme sind indessen extrem einfallslos, sie lösen sich wie von selbst in Wohlgefallen auf. Dabei hätte es sehr interessant werden können, wie Bibi eine Dinosaurierträne und Elfenstaub beschafft, zumal es ja mit "Dino" schon mal einen Dinosaurier in der Serie gab.

Dass Mania und Walpurgia nicht mit gewohnter Strenge reagieren, kann noch positiv aufgefasst werden; sehr untypisch ist allerdings, dass auch Bernhard Blocksberg so unkompliziert reagiert. Gewöhnlich macht es ja gerade seinen Charme aus, dass er sich nach wie vor nur schwer mit den Hexereien seiner Frau und seiner Tochter abfinden kann. Hier akzeptiert er die Existenz einer Elfe allerdings problemlos. Bisweilen wirkt er gar ein wenig kindisch, wenn er sich übertrieben über seinen von Pling geschenkten Traum freut, in dem er Lokführer sein durfte.

Letztlich ist das Ende nicht besonders logisch: Pling und Bibi verabreden sich für den nächsten Abend zum Spielen, allerdings bleibt offen, wie das funktionieren soll, wenn Pling dabei unsichtbar bleibt - zumindest an eine der benötigten Zutaten kann Bibi nicht noch einmal auf diese Weise zugreifen, es ist also fraglich, wie das Treffen vonstatten gehen soll.

Fazit:


Eine durchschnittliche Bibi-Folge, die sich vor allem an die jüngsten Hörerinnen der Serie richtet. Die Handlung ist unaufgeregt und harmlos und bietet einige positive Aspekte, allerdings wird das Potenzial der Geschichte leider absolut nicht ausgeschöpft.

Sprechernamen:

Bibi Blocksberg: S. Bonasewicz
Barbara Blocksberg: G. Streichhahn
Bernhard Blocksberg: B. Wolf
Amanda: D. Strietzel
Walpurgia: H. Sasse
Mania: L. Lunow
Pling, die kleine Elfe: J. Stöpel
Erzähler: G. Schoß

11. August 2015

Die Entführung der Delia Wright - Lyndsay Faye

Produktinfos:

Ausgabe: 2015
Seiten: 464
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Nach Der Teufel von New York eine hervorragende Fortsetzung der Reihe um den ersten Ermittler der New Yorker Polizei, die erneut die Abgründe New Yorks beleuchtet und facettenreiche Charaktere präsentiert, auf deren Wiedersehen man sich freut.
Mehr dazu auf der Histo-Couch ...