1. Juli 2012

Pumuckl auf Hexenjagd - Ellis Kaut

Produktinfos:

Ausgabe: 199
Seiten: 126
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Die Autorin:

Ellis Kaut wurde 1920 geboren. Sie absolvierte eine Schauspielausbildung und ein Studium der Bildhauerei, bis sie 1948 als freie Schriftstellerin tätig wurde und für den Bayerischen Rundfunk Hörspiele schrieb. 1962 startete die Serie um den Kobold Pumuckl, der ihr Lebenswerk wurde. 1965 wurden die Geschichten auch in Buchform veröffentlicht, 1978 ging die populäre TV-Serie mit Hans Clarin als Pumuckls Stimme und Gustl Bayrhammer als Meister Eder an den Start. Ellis Kaut erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihr Schaffen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Weitere Werke von ihr sind u.a. "Flibutz", "Geschichten vom Kater Musch" und "Schlupp vom grünen Stern". http://www.elliskaut.de/

Inhalt:

Pumuckl auf Hexenjagd
Pumuckl hört mit, wie ein Mädchen aus der Nachbarschaft von seiner Mutter das Märchen von Hänsel und Gretel erzählt bekommt. Da Pumuckl den Ausdruck "Märchen" nicht kennt, glaubt er, die Geschichte sei wahr und ist entsetzt. Bevor er das Ende hört, rennt er zu Meister Eder und berichtet, dass zwei Kinder im Wald verschwunden seien und dort gefangen gehalten werden. Pumuckl glaubt tatsächlich bald, die Hexe gefunden zu haben ...

Pumuckl spielt mit dem Feuer
Mit großem Vergnügen schaut Pumuckl dem Lodern der Flammen im Werkstattofen zu. Schließlich bittet er Meister Eder darum, selbst mal ein Zündholz ausblasen und auch mal anzünden zu dürfen. Eder erlaubt es ihm, aber Pumuckl muss versprechen, niemals selbst ein Streichholz anzumachen. Trotzdem kann er es nicht lassen, wenig später damit herumzuspielen, was Ärger gibt. Kurz darauf ist Pumuckl allein zu Hause und entdeckt in der Küche sowohl Streichhölzer als auch Kerzen und kommt in Versuchung ...

Das Missverständnis
Ausnahmsweise hat Meister Eder mal über den Durst getrunken und am Morgen hat er starke Kopfschmerzen. Er erklärt Pumuckl, dass er einen "Kater" habe und der Kobold denkt natürlich an eine richtige Katze. Meister Eder lässt ihn der Einfachheit im Glauben, eine unsichtbare Katze säße auf seinem Kopf und verursache die Schmerzen. Als Eder weggeht, um sich einen sauren Hering zu holen, überlegt Pumuckl, wie er den Kater verjagen kann ...

Eder bekommt Besuch
Meister Eder bekommt Besuch von seiner Schwester und seiner kleinen Nichte Bärbel. Pumuckl ist verärgert und will für so viele Streiche wie möglich sorgen. Tatsächlich passieren auch einige seltsame Dinge und so erzählt Eder der kleinen Bärbel von seinem Kobold. Eigentlich will er sie nur etwas damit unterhalten, aber Bärbel glaubt ihm sofort und will den Pumuckl unbedingt fangen, um ihn sehen zu können ...

Pumuckl und der Nikolaus
Pumuckl hört Anfang Dezember mehrere Passanten vom "Nikolaus" reden und ist neugierig. Eder erklärt ihm das Wichtigste und sagt auch, dass der Nikolaus die unartigen Kinder bestraft und nur die braven belohnt. Er hofft, dass Pumuckl sich dadurch ein bisschen einschüchtern lässt und in nächster Zeit nichts anstellt. Pumuckl hört aber von zwei Jungen, dass der Nikolaus eigentlich harmlos ist. Prompt wird er übermütig und provoziert Eder in der Werkstatt ...

Bewertung:

Pumuckl auf Hexenjagd bildet den amüsanten Auftakt. Wieder einmal entsteht ein lustiges Missverständnis aus Pumuckls Unwissenheit. Wie es der Zufall will, sieht Pumuckl im Wald tatsächlich eine Frau mit einem Mädchen, die Pilze sammeln, wobei die Frau tatsächlich ein bisschen was von einer Hexe hat. Prompt drängt er Eder dazu, mit ihm im Wald nach dem Haus zu suchen und die Kinder zu befreien. Eder wiegelt anfangs ab, aber der Kobold ist so überzeugend, dass er nach und nach wirklich glaubt, dass an der Geschichte etwas dran sein könnte. Es dauert seine Zeit, bis sich alles klärt und Eder merkt, dass er auf der vergeblichen Suche nach Hänsel und Gretel war. Zusammen mit Pumuckl erfahren auch die kleinen Leser bzw Hörer, was ein Märchen ist und die Geschichte regt somit an, sich selbst wieder einmal mit alten Märchen zu beschäftigen. Pumuckl spielt mit dem Feuer ist, wie man bereits am Titel ahnt, eine der ernsthaftesten Pumuckl-Geschichten überhaupt. Pumuckl begreift lange Zeit nicht, wie gefährlich Feuer tatsächlich ist und was es anrichten kann. Er nimmt sich eigentlich auch vor, nicht mehr an die Streichhölzer zu gehen - aber die Versuchung wird zu groß. Erst will er sie nur anschauen, dann anfassen und mit ihnen spielen und schließlich zündet er sie doch an. Die Folgen sind am Ende katastrophal und es gibt einen richtigen Wohnungsbrand, aber zum Glück geht alles halbwegs gut aus. Die Geschichte eignet sich gut, um mit Kindern über die Gefahren zu sprechen, die von Feuer ausgehen und selbst Pumuckl ist nach diesem Erlebnis davon geheilt, jemals wieder mit Zündhölzern zu spielen.

Lustiger geht es weiter mit Das Missverständnis. Wer Pumuckl ein bisschen kennt, der weiß, dass er Katzen nicht besonders leiden kann - zu unsicher ist er, ob sie ihn nicht wittern und für eine Maus halten könnten. Da ist es für ihn natürlich ein gehöriger Schrecken, dass Meister Eder anscheinend einen unsichtbaren Kater mit sich herumträgt. Meister Eder denkt zunächst nicht an die Folgen, er fühlt sich gerade nicht in der Lage, dem Pumuckl genau die Auswirkungen des Alkohols zu erklären. Prompt verfällt Pumuckl in Panik und versucht, den Kater zu verscheuchen, erst mit grässlichem Gesinge, später indem er überall Wasser verteilt, da Katzen bekanntlich wasserscheu sind. Die Geschichte zeigt auf witzige Weise, wohin Missverständnisse führen können, ebenso wie die negativen Folgen von zu viel Alkohol, und das ohne erhobenen Zeigefinger.

Eder bekommt Besuch
gehört zu den ganz wenigen Geschichten, in denen ein Außenstehender näher mit dem Pumuckl in Kontakt kommt. Anfangs ist der Kobold gar nicht gut auf den Besuch zu sprechen, egal wie lieb und hübsch Meister Eder seine kleine Nichte beschreibt. Pumuckl macht sogar ihre Puppe kaputt und sorgt für gehörigen Ärger. Dann aber merkt er zu seiner Verblüffung, dass Bärbel sich nicht davon abbringen lässt, ihn kennenlernen zu wollen. Sie möchte ihn nachts in einer Klebefalle erwischen, da Eder ihr erzählt hat, dass der Pumuckl sichtbar wird, wenn er irgendwo hängen - oder kleben bleibt. Sie streut Bonbons als Lockmittel aus und Pumuckl ist sehr gerührt davon, dass das Mädchen ihn unbedingt sehen will, obwohl er anfangs so garstig zu ihr war. Die Geschichte ist sehr sensibel und zeigt Pumuckl mal von seiner gefühlvolleren Seite. Pumuckl und der Nikolaus bildet den gelungenen Abschluss. Pumuckl kennt so viele Bräuche der Menschen noch nicht und erfährt hier zum ersten Mal vom Nikolaus. Eder hofft, ihn ein bisschen zum Bravsein animieren zu können, indem er erzählt, dass der Nikolaus alle unartigen Taten weiß - aber der Schuss geht leider nach hinten los. Pumuckl reagiert sehr übermütig und Eder lässt sich eine Lehre einfallen, wie er den Kobold doch noch einen respekteinflößenden Nikolaus präsentiert. Nette Vorweihnachtsgeschichte, die sich gut dafür eignet, Kindern das erste Mal vom Nikolaus zu erzählen.

Fazit:

Die fünf Geschichten sind teils sehr lehrreich und ein bisschen nachdenklich, teils vor allem amüsant und unterhaltsam. Alle fünf sind gelungen und eignen sich zum Vorlesen für Vorschulkinder sowie für Leseanfänger.

Werwolf - Lynn Raven

Produktinfos:

Ausgabe: 2010
Seiten: 242
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* * * * *

Die Autorin:

Lynn Raven wurde 1971 in Neuengland geboren und wuchs als Deutsch-Amerikanerin zweisprachig auf. Nach dem Studium in Maine ging sie für einige Jahre nach Deutschland, um dort als Journalistin zu arbeiten. Hier erschienen ihre Fantasy-Romane wie Der Kuss des Dämons, Der Spiegel von Feuer und Eis und Der Kuss des Kjer.

Inhalt:


Frankreich, 1765: Immer wieder fallen die Menschen in den Wäldern eines abgelegenen Dorfes in den Pyrenäen schrecklichen Morden zum Opfer. Augenzeugen berichten von einem riesigen Wolf, die tödlichen Spuren erinnern dagegen teilweise an menschliches Werk. Die abergläubische Bevölkerung glaubt allmählich, der Teufel selbst stecke hinter den grausamen Vorfällen.

Der junge Jäger André wird vom Bischof, seinem Ziehvater, ausgesandt, um den Wolf endlich zu erlegen und das Gerede vom Teufel zum Schweigen zu bringen. Der Comte d'Abrâigne stellt ihm dabei den Wildhüter Pierre Chastel zur Seite, der bereits früher gemeinsam mit seinem Bruder Antoine und seinem Vater Jean Jagd auf die Bestie machte.

Pierre fällt es zunächst schwer, sich dem Neuling unterzuordnen und die beiden Männer bilden ein widerwilliges Team. Auf einem ihrer Streifzüge werden sie tatsächlich von einem monströsen Wolf angefallen und kommen gerade noch mit dem Leben davon. Als sie die Spuren untersuchen, deuten diese auf keinen normalen Wolf hin - sondern auf einen Werwolf ...

Bewertung:

Die "Bestie von Gédauvan", die von 1764 bis 1767 tatsächlich ihr Unwesen in Frankreich trieb, bildet den reizvollen Hintergrund für diese durchaus gelungene Werwolf-Geschichte.

Die drei Chastels hat es ebenso gegeben wie die rätselhafte Mordserie, von der nie ganz zweifelsfrei geklärt werden konnte, was es mit dem Tier, möglicherweise eine Wolf-Hund-Kreuzung, auf sich hatte. Nachdem es bereits mehrere literarische wie auch filmische Umsetzungen des Themas gegeben hat, nimmt sich jetzt auch Lynn Raven des Stoffes an. André und Pierre sind zwei gelungene Charaktere, beide auf ihre eigene Weise sympathisch, obwohl oder gerade weil sie sich anfangs überhaupt nicht grün sind. Für Pierre ist es eine Demütigung, den jungen Fremden plötzlich als Anführer vor die Nase gesetzt zu bekommen, für André ist es wiederum sehr ungemütlich, mit jemandem zusammenzuarbeiten, bei dem er äußerst unwillkommen ist. Die erste Begegnung mit der Bestie schweißt die beiden ein wenig zusammen, was sich im weiteren Verlauf noch verstärkt und dem Roman einen zusätzlichen interessanten Aspekt verleiht.

Das historische Setting verleiht der Geschichte ein reizvolles Flair. Der Autorin gelingt es gut, Leben und Alltag Mitte des 18. Jahrhunderts darzustellen. Die Handlung führt den Leser durch düstere Wälder, in herrschaftliche Anwesen, gewährt kleine Einblicke in politische und kirchliche Angelegenheiten und intrigante Machenschaften in der gesellschaftlichen Oberschicht. Die Suche nach dem mörderischen Wolfswesen liest sich spannend und flüssig, der Leser fühlt mit den Hauptcharakteren und vor allem mit André, dessen Schicksal ungewiss ist, während man bei Pierre zumindest davon ausgehen kann, dass er, wie geschichtlich verbürgt, überlebt. Martine, das hübsche Mündel des Marquis de Saint-Béran, sorgt für einen Hauch erotische Verwirrung in der Handlung, die sich, anders als in einem Groschenroman zu erwarten wäre, aber in Grenzen hält.

Ganz ohne Mängel kommt der Roman jedoch nicht aus. Es ist zwar gut, dass die Handlung ohne jede Länge auskommt, aber die nicht einmal 250 Seiten sind für die Dichte der Geschehnisse etwas zu knapp angelegt. Gerade zu Anfang wären ein paar Erläuterungen zu André und seiner Herkunft wünschenswert gewesen, sodass der Leser schneller informiert ist. Der andere Schwachpunkt ist eine gewisse Vorhersehbarkeit. Martines Rolle wird dem Leser recht rasch klar und einige Andeutungen genügen, um André in Sachen Vorahnung überlegen zu sein. Die Wendungen am Ende kommend aber nur wenig überraschend, hier fehlt es einfach an ein bisschen verschleiernder Raffinesse. Das macht das Buch zu einem gelungenen Jugendroman, für ältere Leser ist es angesichts der Thematik vielleicht ein bisschen zu einfach gestrickt. Zu guter Letzt ist das Ende zu offen angelegt, um einen wirklichen Abschluss zu bilden - eine Fortsetzung scheint reine Formsache zu sein, da diese aber noch nicht erschienen ist, bleibt der Leser nicht ganz befriedigt zurück.

Fazit:

Ein guter Dark-Fantasy-Roman, der Historie und Horror gelungen miteinander verbindet. Die Hauptcharaktere überzeugen und für dichte Atmosphäre ist gesorgt. Ein paar kleine Schwächen wie leichte Vorhersehbarkeit trüben ein wenig den Gesamteindruck, insgesamt bietet das Buch aber für Leser ab dem Jugendalter gute Unterhaltung.

Die neue Lehrerin - Rolf Ulrici

Produktinfos:

Ausgabe: 1972
Seiten: 135
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Der Autor:

Rolf Ulrici lebte von 1922 bis 1997 und war erst als Journalist tätig, ehe ihm der Durchbruch als Schriftsteller gelang. Er schrieb hauptsächlich Kinder- und Jugendbücher, die sich ganz im Stil der damaligen Zeit getrennt an Jungen und Mädchen richteten. Dazu zählten vor allem Tiergeschichten und Abenteuerbücher. Zu seinen bekanntesten Werken gehört die Käpt'n Konny-Reihe. Weitere Werke sind u.a. die Buchreihen "Diane", "Sheriff Bill", "Raumschiff Monitor" und "Weltraumklipper".

Inhalt:


Die Freundinnen Chris, Didi, Katja, Silvy und Monika sind alle zwölf Jahre alt und gehen in die gleiche Klasse. Die fünf bewundern ihre Lehrerin Fräulein Keudel. Die junge Frau lässt sich gern mit "Cordula" ansprechen und ist bei allen Schülern wegen ihrer liebenswerten Art sehr beliebt. Daher möchten die Mädchen sie in den Ferien spontan mit einem Kuchen überraschen.

Als sie in der Konditorei um die Ecke den geplanten Besuch erwähnen, reagiert der Inhaber aber seltsam und deutet an, dass Fräulein Keudel gar nicht da sei, obwohl ihr Auto vor der Tür steht. Noch seltsamer wird es, als niemand öffnet und die Vermieterin schließlich sogar behauptet, hier habe nie eine Cordula Keudel gewohnt. Bald hören die Mädchen das Gerücht, Cordula sei ins Ausland gegangen und verstehen die Welt nicht mehr.

Die Mädchen sind völlig verwirrt und traurig, dass ihre Lieblingslehrerin so plötzlich verschwunden ist. Als sie die Wahrheit erfahren, sind sie umso enttäuschter. Vor allem aber wollen sie der neuen jungen Lehrerin Lucy Hoorn das Leben so richtig schwer machen - und hoffen, dass sie ihre Cordula zurückholen können ...

Bewertung:

Rolf Ulrici hat mit "Die neue Lehrerin" einen Mädchenroman geschrieben, der alle klassischen Zutaten besitzt: Eine Mädchenclique, Zusammenhalt, Freundschaft, Eifersucht, Schule und ein glückliches Ende. So sehr die Mädchen generell auch zusammenhalten, Streit und Eifersucht spielt hier eine große Rolle. Alles fängt harmlos an und entwickelt dann fast krimiähnliche Züge, als es darum geht, Cordula zu finden. Plötzlich scheint die beliebte junge Lehrerin wie vom Erdboden verschluckt und manche leugnen gar, dass es sie überhaupt je gegeben hat. Was ein bisschen nach Hitchcock-Film riecht, bekommt aber schnell eine logische Erklärung. Damit wissen die Mädchen nun, wohin ihre Cordula verschwunden ist, aber jetzt wollen sie sie erst recht an die Schule zurückholen. Sie fühlen sich im Stich gelassen und nehmen es sehr persönlich, dass ihre Lehrerin einen anderen Lebensweg eingeschlagen hat. Erst jetzt wird ihnen bewusst, dass ihre Cordula zwar sehr jugendlich wirkt und sich immer gut mit ihnen verstand, aber eben doch ein eigenes Leben führt, das nicht untrennbar mit der Schule verbunden ist.

Für weiteren Konfliktstoff sorgt Lucy Hoorn, eine nette junge Frau, die bei Chris und deren Eltern als Untermieterin einzieht - und sich kurz darauf ausgerechnet als neue Lehrerin entpuppt. Die Mädchen reagieren verstört und fühlen sich überrumpelt, dass die Lehrerin sich erst mit ihnen anfreundetet und hinterher erst ihre Identität preisgab. Was nun folgt ist eine wahre Mobbing-Tirade gegen "die Neue", die so schnell wie möglich wieder verschwinden soll. Es braucht lange und gibt eine Menge Konflikte, ehe die Mädchen begreifen, wie unsinnig sie gehandelt haben. Weder haben sie ein Anrecht darauf, dass Cordula für immer ihre Lehrerin bleibt, noch kann Lucy Hoorn etwas dafür, dass sie die geliebte Lehrerin ersetzen muss. Die Charaktere der fünf Freundinnen tun ihr Übriges, damit jeder etwas zum Identifizieren findet: Allen voran die selbstbewusste Chris, die Anführerin der Clique, die kein Blatt vor den Mund nimmt, aber auch die zurückhaltend-nachdenkliche Didi oder die etwas tollpatschige Monika sind recht lebendige Figuren, die man gut vor Augen hat. Die Handlung ist lehrreich und zeigt jungen Leserinnen ab etwa zehn bis zwölf Jahren einige wichtige Punkte zum Thema Freundschaft und Verständnis. Die Mädchen und vor allem Chris sind alle hinterher ein kleines bisschen gereifter und dem Erwachsenwerden ein Stückchen weiter entgegen gekommen.

Dennoch gibt es einige Mängel zu verzeichnen: Die Geschichte ist in vielerlei Hinsicht etwas zu naiv gehalten, teilweise fast bieder und für heutige Leserinnen ist es nicht immer nachvollziehbar, was die Mädchen so begeistert - beispielsweise verwechselt eine von ihnen mal "Sommer" mit "Winter", was wahre Lachsalven bei den Freundinnen auslöst, die Minuten lang anhalten und für den Leser eher irritierend sind. Auch die Schwärmerei der Mädchen für Cordula wird ein wenig übertrieben dargestellt, ebenso wie ihre Nervosität beim Gedanken, sie spontan zu besuchen - nur die vorlaute Chris sieht darin kein Problem, alle anderen stellen sich sehr ängstlich dabei an. Fragwürdig ist außerdem Lucy Hoorns Vorgehen, sich bei Chris einzumieten und eine Duzfreundschaft mit ihr und dem Rest der Clique einzugehen - wohl wissentlich, dass sie diese Mädchen bald unterrichten wird. Die Grenzen zwischen Freundschaft und Schüler-Lehrer-Verhältnis verwischen etwas zu sehr. Schade ist auch, dass der Anfang verspricht, die Handlung könne in Richtung Krimi gehen, doch was zunächst nach einer Verschwörung aussieht, klärt sich dann ganz harmlos auf.

Fazit:


Ein unterhaltsamer, leicht zu lesender und recht lehrreicher Mädchenroman für Leserinnen ab etwa zehn Jahren. Allerdings sind manche Sachen zu übertrieben und teilweise naiv, sodass der ganz große Lesespaß ausbleibt.

Wetterprognose: Kugelhagel - Alfred Hitchcock (Hrsg.)

Produktinfos:

Ausgabe: 1990
Seiten: 128
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Der Herausgeber:

Der britisch-amerikanische Regisseur und Filmproduzent (1899-1980) Alfred Hitchcock fungiert als Herausgeber der Geschichten, die alle dem Stil seiner Filme ähneln. In der Reihe erschienen weitere Bände wie "Es ist hingerichtet", "Ein teuflischer Drink" und "Ein Hauch von Gift".

Inhalt:


Die Falle
(Richard Demin)
Alles sieht für Sergeant Sod Harris zunächst nach einem normalen Überfall auf ein Juweliergeschäft aus: Während einer der Inhaber, Fred Bruer, gerade die Wocheneinnahmen zählt, stürmt ein bewaffneter Mann herein und verlangt das Geld. Als der zweite Inhaber Andrew Benjamin aus der Werkstatt kommt, wird er tödlich getroffen, der Täter flüchtet. Fred Bruer kann eine genaue Täterbeschreibung abliefern. Irgendetwas macht den Sergeant aber misstrauisch an der Geschichte ...

Ein dicker Fisch
(Richard O. Lewis)
Wie üblich hofft der abgehalfterte Taschendieb Freddie abends in einer Bar darauf, jemanden zu treffen, den er bestehlen kann. Er hat Glück und ein junger Mann kommt mit ihm ins Gespräch. Als Freddie seine Zaubertricks erwähnt, ist der junge Mann begeistert und will sie in der Wohnung vorgeführt bekommen. Keiner der beiden ahnt, was der andere jeweils vorhat ...

Die falsche Fährte (William Brittain)
Major Watkins ist Chef des Sicherheitsdienstes eines Biologischen Forschungszentrums. Eines Tages kommt der Registrator Lanier zu ihm, ein kleiner aber gewissenhafter Angestellter. Lanier macht sich in letzter Zeit Sorgen um seinen Geisteszustand. Sein Kanarienvogel wurde mit seinem Schlüsselbund erdrosselt, er findet Fahrradketten in seinem Kühlschrank und fürchtet, dass er mit diesen seltsamen Taten nicht mehr tragbar für den Posten ist. Watkins überprüft die Vorfälle ...

Der Harrison-Coup (David A. Heller)
Der attraktive Gauner Nick Farrel lässt wieder einmal seinen Charme spielen, um mit einem Mädchen in einer Bar anzubändeln. Die hübsche Anna ist gleich bereit, mit in seine Wohnung zu kommen. Dort aber zückt sie plötzlich einen Revolver ...

Wer wird Arthur schon vermissen?
(Ed Lacy)
Zu gerne möchte sich Velma scheiden lassen, um ihren Geliebten Frank zu heiraten, aber ihr Ehemann Arthur weigert sich, einzuwilligen. Stattdessen schlägt er kurzfristig eine Kreuzfahrt nach Nassau vor, um die Ehe zu retten. Frank überredet Velma, dass dies eine einmalige Gelegenheit sein wird, um Arthur zu töten: Frank wird Arthur abends an der Reling niederschlagen und über Bord werfen, anschließend wird er in Arthurs Rolle schlüpfen - was dank der Ähnlichkeit kein Problem sein dürfte. Und doch läuft nicht alles wie geplant ...

Der Bluttest
(Henry Slesar)
Der erfolgreiche Strafverteidiger Vernon Wedge erhält Besuch von Mr. Blesker, dem Vater des siebzehnjährigen Benjamin, der seinen Erzfeind erstochen haben soll. Alles spricht gegen Benjamins Unschuld, trotzdem drängt Mr. Blesker darauf, dass Vernon die Verteidigung übernehmen soll. Vernon lässt sich überreden und überlegt sich eine ausgesprochen originelle Strategie ...

Bewertung:

Die Falle ist direkt ein herrlicher Einstieg. Alles fängt traditionell an, scheinbar ein Raubüberfall mit Todesfolge, wie er täglich geschieht. Sergeant Harris aber ist ein besonders hartnäckiger Vertreter seines Standes, für den einige Dinge zu gut zusammenpassen und demnach konstruiert erscheinen. Der Leser kann dabei Zug um Zug mitraten. Der besondere Clou der Geschichte liegt schließlich in der originellen List, mit der der Täter überführt wird. Das Ende ist dabei recht tragisch und man wünscht sich, genauso wie wohl auch der Sergeant, der Täter wäre jemand anders gewesen oder das Verbrechen vielleicht nie aufgeklärt. Dieser Zwiespalt des Ermittlers wird nicht ausführlich behandelt, aber schon die Andeutungen sind reizvoll und heben den Plot und vor allem das Ende von einer gewöhnlichen Krimigeschichte ab. Überzeugend geht es weiter mit Ein dicker Fisch. bereits der Einstieg ist interessant, denn es wird nicht sofort offenbart, was sich jener Freddie von seinen Baraufenthalten erhofft und wie er es bewerkstelligen will. Zusätzlich spannend wird es dann, als man ahnt, dass auch bei seiner neuen Bekanntschaft irgendetwas nicht ganz stimmt und derjenige etwas zu verbergen hat. Am Ende ergibt sich für den Leser eine doppelte Pointe mit wunderbar schwarzem Humor.

Die falsche Fährte macht ihrem Namen alle Ehre: Es dauert eine ganze Weile, ehe sich die Geschichte zu einer Krimistory entwickelt. Vorher werden ausführlich die eigenartigen Vorfälle im Haus des Registrators Lanier durchleuchtet, die natürlich einen besonderen Hintergrund haben. Dieser Hintergrund ist durchaus raffiniert, allerdings doch ziemlich unrealistisch. Die Geschichte ist unterhaltsam, aber insgesamt gar zu unwahrscheinlich, was ein kleines Manko hinterlässt. Der Harrison-Coup ist der schwächste Beitrag des Bandes. Insgesamt ist die Geschichte gar nicht schlecht, aber unterm Strich dennoch zu vorhersehbar. Es werden zwar mehrere Wendungen eingebaut, aber keine davon kann den Leser wirklich überraschen. Der Plot ist nicht originell und mit knapp sieben Seiten ist die Geschichte auch deutlich kürzer als die anderen Beiträge, ohne dass sie durch besondere Charaktere oder Witz glänzen könnte. Lesenswert, aber absolut kein Highlight.

Wer wird Arthur schon vermissen? ist ein weiteres Highlight. An so ziemlich alles hat das mörderische Pärchen, allen voran Frank, der alles in die Wege leitet, gedacht - und trotzdem entwickeln sich die Dinge ganz anders als vorgesehen. Es scheint der fast perfekte Mord zu sein: Frank wird bei einem Zwischenstopp wie ein normaler Besucher an Bord gehen, um das Schiff vorgeblich zu besichtigen, seinen Konkurrenten in dem Moment, wenn gewöhnlich alle Passagiere unter Deck sind, über Bord gehen lassen und anschließend in dessen Rolle schlüpfen. Velma ist nervös, willigt aber ein und der Mord verläuft zunächst nach Plan. Die Pointe kommt in den letzten Zeilen und sorgt für eine tolle Wendung, die nicht an den Haaren herbeigezogen ist, aber gleichzeitig auch nicht zu früh zu erahnen ist. Wer schwarzen Humor mag, wird hier bestens unterhalten und fast könnte einem das Mörderpärchen leid tun - aber auch nur fast. Der Bluttest sorgt am Ende des Bandes nochmal für ein Highlight. Mr. Blesker und sein Sohn sind dem Leser rasch sympathisch, vor allem der alte Vater, der so felsenfest von der Unschuld seines Sohnes überzeugt ist. Dennoch geht man mit Vernon Wedge konform, der sich kaum vorstellen kann, dass der Junge tatsächlich die Tat nicht begangen hat. Die Verteidigungsstrategie setzt dann alles auf eine Karte, kann einen phänomenalen Freispruch wie auch eine große Blamage für den Verteidiger bedeuten. Gebannt fiebert man der Auflösung entgegen, die dann zwei gelungene Pointen miteinander verbindet und den Leser auch ein Stück weit nachdenklich stimmt.

Fazit:

Eine gelungene Zusammenstellung mit sechs Krimigeschichten. Insgesamt können alle davon überzeugen, wobei eine allerdings sehr durchschnittlich ist im Vergleich mit dem Rest und eine ziemlich unrealistisch konstruiert ist. Empfehlenswert für alle Krimileser, die ein Faible für überraschende Pointen und schwarzen Humor haben.

Der Funke des Chronos - Thomas Finn

Produktinfos:

Ausgabe: 2006
Seiten: 412 Seiten
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Der Autor:

Thomas Finn wurde 1967 in Chicago geboren und lebt heute in Hamburg. Nach seinem VWL-Studium arbeitete er als Journalist und Autor, vor allem für die Rollenspielreihe "Das Schwarze Auge". Weitere Werke sind u.a. "Weißer Schrecken", Chroniken der Nebelkriege-Trilogie und Die Wächter von Astaria-Trilogie.

Inhalt:


Der Medizinstudent Tobias wurde als Baby vor ein Waisenhaus gelegt und weiß bis heute nicht, wer seine Eltern sind. Dafür erhält er aber Jahr für Jahr Weihnachtsgeschenke von einem unbekannten Gönner. Dieses Jahr erhält er zusätzlich eine Einladung, der er aus Neugierde folgt. Er wird von einem alten Uhrmacher erwartet, der offenbar seine Herkunft kennt und dazu von einer angeblichen Zeitmaschine spricht, die er konstruiert hat. Bevor er alles erklären kann, kommt es zu einem schrecklichen Zwischenfall und Tobias flüchtet überhastet in die Maschine.

Das Gerät funktioniert tatsächlich - und er landet im Hamburg des Jahres 1842. Dort rettet er die junge Caroline Lewald und deren Freundin vor einem Angreifer und wird von der reichen Familie dankbar aufgenommen. Tobias täuscht einen Gedächtnisverlust vor, um nichts über seine Herkunft verraten zu müssen und darf bis auf weiteres bei den Lewalds bleiben. Als er tagsüber zur Zeitmaschine zurückkehren will, ist diese aber verschwunden.

Zur gleichen Zeit treibt sich ein Serienmörder in Hamburg umher, der seine Opfer grauenvoll quält und zurichtet. Die letzte Leiche wird mit Tobias' Ankunft in Verbindung gebracht. Seine Amnesie-Geschichte erscheint dem ermittelnden Polizeiaktuar Kettenburg unglaubwürdig und schon bald gerät er in Verdacht. Verzweifelt versucht er seine Unschuld zu beweisen, die Zeitmaschine zu finden und zu klären, was diese Zeitreise mit seiner Herkunft zu tun haben könnte. Dabei kommt ihm nicht nur Caroline zu Hilfe, sondern auch der Dichter Heinrich Heine ...

Bewertung:

Auch wenn Zeitreisen alles andere als logisch sind, verlieren Geschichten darüber nichts von ihrer Faszination. Das wusste auch Thomas Finn und kreierte einen gelungen Jugendschmöker, der auch erwachsene Leser gut unterhält und sogar Spielraum für eine denkbare Fortsetzung lässt.

Gemeinsam mit Protagonist Tobias wird man ins Hamburg zur Mitte des 19. Jahrhunderts entführt und erlebt ein fulminantes Abenteuer. Hauptfigur Tobias eignet sich sehr gut zum Mitfiebern, ist er doch ein sehr sympathischer junger Mann, der aus einem unspektakulären Leben heraus in eine überwältigende Situation geschleudert wird. Seine Exfreundin hat ihn gerade verlassen, Familie hat er keine und alles in allem ist sein Leben gerade recht trostlos, von weihnachtlicher Vorfreude keine Spur. Zu verlieren hat er daher nichts, als er dem rätselhaften Angebot nachkommt, seinen Gönner endlich kennenzulernen. Natürlich glaubt Tobias anfangs überhaupt nicht an Zeitreisen, wird dann aber rasch eines Besseren belehrt. So gut es geht versucht er, sich als normaler Mensch der Biedermeierzeit zu verhalten, immer bemüht, seinen Wortschatz ein wenig anzupassen und glaubwürdig den Amnesiekranken zu spielen. Caroline Lewald kann er allerdings nicht täuschen, die hübsche junge Dame des Hauses, das ihn aufnimmt. Caroline ist ihrer Zeit voraus, eine recht modern denkende Frau, die sich besonders für den Tierschutz engagiert und sich längst nicht so angepasst verhält, wie es sich angesichts ihrer Herkunft ziemen würde. Zwischen den beiden entwickeln sich natürlich auch zarte Liebesbande, ohne dass sie explizit ausgesprochen werden. Caroline erfährt schließlich auch von Tobias' Geheimnis um seine Herkunft, weiß aber lange nicht, ob sie ihm glauben kann.

Eine gelungene Nebenfigur ist auch ihr Vater, der wohlhabende Eisenbahn-Aktionär Justus Lewald, der nebenbei ein großes Faible für ausgefallene Erfindungen hat. In einem Nebenstrang spielt Polizeiaktuar Kettenburg eine wichtige Rolle, der den Serienmörder sucht und dabei unweigerlich den aus seiner Sicht mysteriösen Tobias verdächtigt. Für viele lustige Momente sorgt der Nachtwächter Borchert, den Kettenburg später kurzerhand zum assistierenden Konstabler ernennt und der ein weiterer Verbündeter von Tobias wird - ein beständig in Plattdeutsch plaudernder Geselle, der auch in chaotischen Situationen nicht seine gemütliche Art verliert. Besondere Erwähnung verdient natürlich auch der Dichter Heinrich Heine, charmant und unkonventionell, der in die Ereignisse verwickelt wird. Anfangs ist auch er sehr misstrauisch gegenüber Tobias, ehe sich die beiden verbünden und gemeinsam das Abenteuer um die Zeitmaschine meistern.

Die Handlung ist frei von Längen, im Gegenteil überstürzen sich die Ereignisse ein ums andere Mal. Es geht einmal natürlich um die Frage, ob und wie Tobias die Zeitmaschine wiederfindet und zurück in die Gegenwart gelangen kann, warum ausgerechnet er dazu auserwählt wurde, diese Reise anzutreten, die anscheinend irgendwie mit seiner Herkunft zusammenhängt und auch, was es mit der grausamen Mordserie auf sich hat, die selbstredend gleichfalls mit der Zeitmaschine in Zusammenhang steht. Tobias gerät unzählige Male in Gefahr, ebenso wie seine Mitstreiter, allen voran Caroline und es kommt auch vor, dass jemand aus ihrem Umfeld sein Leben verliert. Nebenbei erlebt der Leser hier ein detailliertes Porträt des historischen Hamburg kurz vor dem Großen Brand, der die halbe Stadt zerstörte und der hier natürlich auch zum Thema wird. Zehn Jahre hat der Autor akribisch recherchiert und sich nur in sehr wenigen Fällen der Phantasie bedient. Das Leben der reichen Großbürger wird ebenso gezeigt wie das in den Armenvierteln, immer wieder gibt es kurze Einblicke in die historische Entwicklung der Stadt, Erwähnungen berühmter Bauwerke und Hamburger Redensarten, nicht nur für Ortskundige ein Vergnügen. Um die Authentizität zu erhöhen, sprechen mehrere Nebenfiguren konsequent Plattdeutsch, was sich anfangs etwas schwierig liest, dann aber nicht wegzudenken ist.

Zu bemängeln gibt es an diesem Roman wahrlich wenig. Allerdings ist es schon gewöhnungsbedürftig, was die Reisen mit der Zeitmaschine für Verwirrung mit sich bringen im Versuch, alles halbwegs logisch zu gestalten, denn um gewisse Paradoxien kommt man dabei einfach nicht herum. Das Ganze wird dann am Schluss recht hoch getrieben bis zu dem Punkt, an dem Tobias sich mehrfach selbst begegnet, man sollte besser gar nicht erst versuchen, sich zu fragen, wie das alles nun möglich ist. Die Handlung ist insgesamt ebenfalls ein wenig überladen, kurzzeitig dreht sich beispielsweise alles um Geheimbünde, was dann aber keine große Rolle mehr spielt. Heinrich Heines Mitwirken wiederum ist zwar recht hübsch zu lesen, wäre für die Handlung aber nicht nötig gewesen und wirkt ein bisschen aufgesetzt. Auch das Ende fällt ein klein wenig zu knapp aus, dafür, dass sich auf den letzten Seiten inhaltlich noch einiges tut. Ein bisschen verwunderlich ist nebenbei, dass Tobias sein ganzes Leben in Waisenhäusern zugebracht hat, anstatt in einer Pflege- oder Adoptivfamilie zu leben.

Fazit:


Ein alles in allem sehr lesenswerter Roman, der Zeitreise und Historienkrimi gekonnt miteinander verbindet. Die Charaktere sind größtenteils sehr gelungen, das Lokalkolorit ist überzeugend, die Handlung ist durchweg spannend, mit einigen überraschenden Wendungen. ganz kleine Abzüge gibt es für die etwas übertrieben vollgepackte Handlung sowie das zu sehr ausgereizte Spielen mit dem Zeitparadoxon, ohne aber zu sehr ins Gewicht zu fallen. Für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen empfehlenswert.