4. Oktober 2013

In tiefster Dunkelheit - Debra Webb

Produktinfos:

Ausgabe: 2013
Seiten: 320
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Die Autorin:

Debra Webb arbeitete bereits als Kindergärtnerin, Vertreterin, Sekretärin und bei der NASA, ehe ihr als Autorin der Durchbruch gelang. Bisher erschienen sind u.a. "Wie ein böser Traum" und "Wie ein böser Fluch".

Inhalt:


Die Karriere der bislang sehr erfolgreichen FBI-Agentin Jess Harris erhält einen herben Rückschlag: Durch ihr Verschulden muss ein Serienmörder in Kürze wieder auf freien Fuß gelassen werden, Jess' Job beim FBI steht auf dem Spiel. In dieser schweren Phase ihres Lebens bittet die Polizei ihrer Heimatstadt, Birmingham in Alabama, sie um Hilfe in einem dringenden Fall.

In der Kleinstadt sind vier Mädchen im Alter von etwa zwanzig Jahren verschwunden. Auch wenn die jungen Frauen außer ihrem Alter scheinbar nichts verbindet, vermutet die Polizei einen Serienentführer - und Polizeichef Dan Burnett will Jess wegen ihrer Fähigkeiten als Profilerin bei den Ermittlungen dabei haben. Jess nimmt diese neue Bewährungschance gerne wahr, auch wenn die Umstände nicht optimal sind - denn Dan Burnett ist ihre Jugendliebe. Auch wenn sie sich zehn Jahre lang nicht gesehen haben und die Beziehung zwanzig Jahre zurück liegt, können beide eine gewisse Anziehung nicht leugnen.

Trotz der spärlichen Informationen gelingen Jess schon bald wichtige Erkenntnisse, die dem Team Hoffnung machen, den Fall lösen zu können. Dann jedoch wird wie angekündigt der Serienmörder aus ihrem früheren Fall freigelassen. Er nimmt ihre Fährte auf und Jess schwebt in Lebensgefahr ...

Bewertung:


"In tiefster Dunkelheit" ist nicht Debra Webbs erster Thriller, aber der erste Band der neuen Reihe um die FBI-Agentin Jess Harris.

Der Roman kombiniert zwei zentrale Themen, von denen jedes für sich bereits handlungsfüllend gewesen wäre. Zum einen drehen sich die Ereignisse lange Zeit um die Entführungen und die Suche nach den vermissten Mädchen. Zum anderen steht der frei gelassene Serienmörder im Fokus, der das Leben von Jess bedroht. Die personale Erzählperspektive konzentriert sich meist auf Jess, zwischendurch auch mal auf Dan und immer wieder wird zu den gefangenen jungen Frauen geschaltet. Spannung ist durch diese Themen- und Szenenvielfalt durchaus gegeben: Es stellen sich die Fragen, was mit den entführten Frauen geschieht, ob sie Zufallsopfer sind oder es einen Grund für ihre Auswahl gibt, wie die Ermittler auf die Spur der Entführer kommen und natürlich, was mit dem frei gelassenen Mörder geschieht, der mit Jess ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Der Leser erfährt zwar früh, dass die verschwundenen Frauen noch leben, aber es werden nicht zu viele Details verraten: Die jungen Frauen sind völlig ahnungslos, wer sie gekidnappt hat und welcher Zweck verfolgt wird. Offenkundig ist nur, dass die Entführer mehrere Personen sind, die irgendwelche dubiosen Experimente mit ihnen anstellen - Details dazu bleiben jedoch vorerst im Dunkeln.

Die Handlung benötigt ein bisschen Zeit, um richtig in Fluss zu kommen, zumal man nicht unbedingt sofort mit den Protagonisten warm wird. Spätestens nach dem ersten Viertel jedoch versteht es der Roman, den Leser zu fesseln. Die Szenen bei den entführten Mädchen und die Ermittlungen sind gleichermaßen spannend, die Ereignisse entwickeln sich nicht zu vorhersehbar. Geschickt werden nach und nach Indizien und Andeutungen ins Spiel gebracht, die auf mögliche Motive und Zusammenhänge hinweisen, Gewissheit erhält der Leser aber erst spät.

Trotz dieser positiven Aspekte hat der Roman auch seine Schwächen zu verzeichnen. Beispielsweise ist es nicht optimal, dass der Leser so lange über die genauen Umstände von Jess' Debakel beim FBI im Ungewissen gelassen wird. Lange Zeit gibt es nur Andeutungen, erst nach knapp 100 Seiten klärt sich auf, wie es dazu kommen konnte, dass durch Jess' Verschulden ein Serienmörder frei gelassen werden musste.

Verbesserungspotential gibt es auch bei der Ausgestaltung der Charaktere. Weder Jess noch ihre Jugendliebe Dan sind unsympathisch oder komplett oberflächlich, doch zum intensiven Mitfiebern sind sie beide nur bedingt geeignet. Der Fokus der Handlung liegt meist auf Jess, bei der es ein bisschen langweilt, dass sie zwölf Jahre lang scheinbar eine perfekte Profilerin war und als überehrgeizige Powerfrau dargestellt wird. Dass sie jetzt kürzlich eine Grundregel bei Ermittlungen missachtete und so mögliche Beweise ungültig werden ließ, soll diese übertriebene Perfektion wohl ausgleichen, was jedoch zu plump wirkt. Als Identifikationsfigur böte sich statt einer Überfliegerin mit einem gravierenden Fehler eher eine solide Ermittlerin an, die sich ein bisschen näher am Durchschnitt bewegt. Da aber noch weitere Bände folgen werden, ist hier auf eine Entwicklung der Charaktere zu hoffen.

Phasenweise störend ist zudem die emotionale Zwickmühle der Ermittler. Die Handlung ist mit den beiden komplexen Fällen ohnehin schon vollgepackt, dass die privaten Verwicklungen der beiden bisweilen zu sehr von den kriminalistischen Geschehnissen ablenken. Zudem gibt es auch noch ein Techtelmechtel zwischen einem anderen Ermittlerpärchen. Es gibt ohnehin schon zu viele Thriller, die mit (überflüssigen) Lovestorys aufwarten und es wäre daher schön gewesen, sich da ausnahmsweise mal zurückzuhalten.

Fazit:


Insgesamt lesenswerter und vor allem spannender Thriller um entführte junge Frauen, der gut unterhält und durchaus Interesse an der Reihe weckt. Es gibt allerdings noch ein paar kleine Schwächen, die sich in den folgenden Bänden verbessern könnten.

Vielen Dank an Blogg dein Buch und den LYX-Verlag zum Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

1. Oktober 2013

Der kleine Vampir und die große Verschwörung - Angela Sommer-Bodenburg

Produktinfos:

Ausgabe: 2000
Seiten: 128
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Die Autorin:

Angela Sommer-Bodenburg wurde 1948 bei Hamburg geboren und lebt seit 1992 in Kalifornien. Bisher sind über 40 Bücher von ihr erschienen, darunter Romane, Kurzgeschichten, Gedichte und Bilderbücher. Ihre Werke wurden in 27 Sprachen übersetzt. Weitere Gruselbücher von ihr neben der Reihe um den kleinen Vampir sind z.B. "Die Moorgeister" und "Wenn du dich gruseln willst". Eine weitere sehr erfolgreiche Buchserie ist die Reihe um den sprechenden Bernhardiner "Schokolowski".

Hintergrund:

Der achtjährige Anton ist ein Vampirfan und liebt gruselige Bücher. Sein bester Freund ist Rüdiger, ein echter kleiner Vampir, der eines Abends auf seinem Fensterbrett saß. Da Rüdiger selbst noch ein Kind ist, freundeten sich die beiden rasch an. Auch Rüdigers kleine Schwester Anna steht Anton sehr nah. Antons Eltern jedoch glauben nicht an Vampire, daher müssen sie sich in ihrer Gegenwart als Menschen ausgeben und ihre nächtlichen Ausflüge mit Anton geheim halten.

Inhalt:

Anton hat eine gute Möglichkeit gefunden, um endlich mehr über den geheimnisvollen Igno von Rant herauszufinden - den angeblichen Vampir, der in Annas und Rüdigers Familie einheiraten will. In dem auffallend neuen Sarg, den Anton in dessen Villa entdeckt hat, steht der Name des Sargtischlers. Anton schiebt bei jenem Johann Holzrock ein Schulreferat vor und erfährt von einem Käufers namens Doktor Gans - dessen markantes Auto vor Igno von Rants Villa geparkt hat. Tatsächlich sieht Anton tags darauf Doktor Gans bei der Villa Reinblick und spekuliert, dass er der menschliche Gehilfe von Igno von Rant ist.

Damit die Verlobungszeremonie fehlerfrei gelingt, legen Tante Dorothee und Igno von Rant eine Probe ab. Wieder spürt Anton, der heimlich mit Anna die Zeremonie beobachtet, Misstrauen gegenüber Igno von Rant - doch weder die verliebte Tante Dorothee noch Anna, die "Onkel Igno" wegen seiner freigiebigen Geschenke immer noch für nett und harmlos hält, sind misstrauisch.

Erst als Anton Anna suggeriert, dass ihre Cousine Olga seine Bedenken teilt, reagiert Anna aus Eifersucht - und macht bei ihren Nachforschungen eine interessante Entdeckung, der Anton nachgehen muss und die ihn zu einer großen Verschwörung führt ...

Vampirische Verschwörungen

Im 13. Band der Kleine-Vampir-Serie und dem fünften, der sich um Igno von Rant dreht, wird jene Fortsetzungsgeschichte um Igno von Rant zu Ende geführt und sein Geheimnis endlich gelüftet. Vor allem gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse, wenn Anton äußerst prekäre Entdeckungen macht. Für Spannung ist daher gesorgt, gleich in mehrfacher Hinsicht: Natürlich geht es vor allem darum, zu klären, was es mit Igno von Rant auf sich hat, der beim Psychologen Herrn Schwartenfeger ein Programm zur Heilung der "Sonnenphobie" absolvierte, ausgerechnet die füllige und leicht reizbare Tante Dorothee heiraten will, nachts nicht gut sehen kann und lieber zu Fuß geht als zu fliegen. Anton ist von Anfang an misstrauisch und grübelt hin und her, was Igno von Rant mit seiner Einheiratung in die Familie Schlotterstein bezwecken könnte und ob er vielleicht sogar ein verkleideter Mensch sein könnte.

Weiterhin brisant ist, dass Rüdiger wieder auf seine Cousine Olga von Seifenschwein trifft, das so hübsche wie arrogante transsilvanische Vampirmädchen, das ihn erneut ausnutzt. Olga sorgt wiederum bei Anna für Eifersucht, weil sie sich etwas zu sehr für Anton interessiert, sich sogar bei seinen Eltern zeigt, die lustigerweise angetan sind von dem scheinbar so höflichen und adretten Mädchen. Anton hat seinerseits alle Mühe, sie sich im wahrsten Sinn des Wortes vom Hals zu halten. Es ist geschickt inszeniert, wie sich am Ende alles zusammenfügt, wie Antons vorherige Beobachtungen nun einiges in neuem Licht erscheinen lassen und auf welche Weise er seine Erkenntnisse gewinnt.

Trotzdem ist das Ende in gewisser Weise enttäuschend, denn Antons bahnbrechende Erkenntnisse werden nicht angemessen thematisiert. Die Folgen dieser Enthüllungen werden kaum angesprochen, gewisse Personen tauchen überhaupt nicht mehr auf - dabei wären gerade die Reaktionen von Herrn Schwartenfeger oder Tante Dorothee sehr interessant gewesen. Da auch im nachfolgenden Band nur unzureichend auf diese Thematik eingegangen wird, bleiben also ein paar Fragen offen und der Leser muss sich einiges zusammenreimen - und das, obwohl die Ereignisse genug Stoff für ein dramatisches Finale geliefert hätten. Zurück bleibt am Ende der unschöne Eindruck, die Fertigstellung des Buches sei in aller Eile erfolgt und ist es letztlich unverständlich, dass ein so liebloser Schluss den 'Höhepunkt' der Geschichte bilden soll, die sich über fünf Bände erstreckte.

Fazit:

Ein unterhaltsamer Band aus der Reihe, der das Hauptthema der Bände 9-13 abschließt und teils recht spannend ist - allerdings schöpft das Ende bei Weitem nicht das Potential aus und verläuft angesichts der Möglichkeiten etwas enttäuschend.

26. September 2013

Bibi Blocksberg - Bibi total verknallt

Produktinfos:

Ausgabe: 2009
Seiten: 192
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Inhalt:

Bibi kommt zu spät zur Schule und landet in der Eile mit ihrem Besen direkt im Klassenzimmer - und zwar ausgerechnet auf dem neuen Mitschüler Julian. Bibi ist das furchtbar peinlich - erst recht, als sie feststellt, wie süß Julian ist. Den Rest der Stunde ist Bibi völlig weggetreten. Für ihre Freunde Flori, Moni und Marita ist klar: Bibi hat sich verliebt.

Bibi schämt sich, dass Julian sie durch eine Bruchlandung kennen gelernt hat und fürchtet, dass er sie jetzt für eine schlechte Hexe hält. Also hext sie seine Lieblingsband auf den Schulhof, um ihn zu beeindrucken. Die Schüler sind begeistert - nur Julian nicht, Stattdessen reagiert er genervt auf die Hexerei und verschwindet.

Die kleine Hexe ist perplex. Es stellt sich heraus, dass Julian nichts von Hexerei hält und sich nur mit Bibi treffen möchte, wenn sie einen Tag lang auf das Hexen verzichtet. Bibi ist verwirrt und verunsichert. Ihre Freunde Moni, Marita und Flori raten ihr ab, sich wegen Julian zu verstellen; Mutter Barbara, ihre Hexenfreundin Amanda und Oma Grete warnen Bibi zudem vor einer unbedachten Liebeshexerei. Die Schmuckladenbesitzerin Kriemhild Karfunkel allerdings, der Bibi ihr Problem erzählt, rät ihr, Julians Wunsch nachzukommen. Bibi überlegt schließlich sogar, Julian zuliebe ihre Hexenkraft komplett abzulegen ...

Bewertung:

Treue Bibi-Hörer wissen: Mit ihren dreizehn Jahren war Bibi bereits ein paar Mal ziemlich verliebt, und das war eigentlich jedes Mal auch ganz niedlich gestaltet. Das erste Mal erlebte man die kleine Hexe verschossen in der Folge "Bibi verliebt sich", dann schwärmte sie in "Bibi im Zirkus" für den netten Zirkusjungen Pedro. In der Bibi-und-Tina-Serie verguckte sie sich in den charmanten jungen Tierarzt Robert, was immer wieder für witzige Szenen sorgte - und schließlich verlor sie, ebenfalls in "Bibi und Tina", ihr Herz an Mikosch, den mutigen jungen Reiter aus der Puszta, der ihre Gefühle augenscheinlich erwidert. Auch wenn Mikosch nach wie vor in Ungarn zuhause ist und nur sporadisch in der Serie auftaucht, scheint diese Freundschaft mit Verliebtheitsgefühlen zwischen den beiden auf Dauer ausgelegt sein.

Leider kann dieser Band an keine der früheren Episoden auch nur annäherungsweise anknüpfen, sondern präsentiert im Gegenteile eine Fülle an Mankos. Die positiven Aspekte sind äußerst überschaubar - ein paar vereinzelte witzige Stellen, vor allem gegen Ende, wenn ein Liebeszauber misslingt und als Folge daraus der Bürgermeister Karla Kolumna nachstellt, Sekretär Pichler wiederum dem Bürgermeister und Bibis Lehrerin Frau Müller-Riebensehl ihrerseits Herrn Pichler verfallen ist. Die flüchtende Karla und die drei schwärmerisch Verliebten, denen ihr Verhalten hinterher sehr peinlich ist, sind durchaus amüsant - aber retten kann dies den Band indes nicht.

Julian selbst ist keine besonders interessante Person. Über seinen Charakter erfährt man kaum etwas, Bibi ist einfach direkt von seinem Aussehen hin und weg. Dass er wie ein melancholischer Emo aussieht, macht die Sache auch nicht gerade besser und schöner wäre es einfach grundsätzlich gewesen, wenn Bibi sich aufgrund gewisser Charakterzüge in ihn verliebt hätte und nicht bloß, weil er "süß" aussieht.

Weiterhin ist es unglaubwürdig, dass Bibi tatsächlich allen Ernstes einen Weg finden möchte, ihre Hexkraft loszuwerden, nur um Julians 'Idealbild' eines normalen Mädchens zu entsprechen. Das ist nicht nur charakteruntypisch für die kleine Hexe, sondern hier wurde scheinbar auch vergessen, dass genau dies Mutter Barbara in der Folge "Mamis Geburtstag" selbst nicht gelang - ganz abgesehen davon, dass Bibi seinerzeit völlig verzweifelt darüber war, dass ihre Mutter keine Hexe mehr sein wollte, und man nicht glauben kann, dass sie jetzt selbst diesen Weg eingehen will.

Es ist zudem unlogisch, wie Bibi mit dem Versprechen an Julian umgeht, zumindest einen Tag lang nicht zu hexen. In der Schule steht sie mehrfach vor Situationen, in denen sie sich sehr zurückhalten muss, und es fällt ihr schwer, gegenüber ihren Freunden eine Ausrede für ihr Nichthexen zu finden - dabei ist Bibi ansonsten in der Serie doch generell das Hexen in der Schule verboten, sowohl seitens ihrer Eltern als auch seitens der Lehrer, und es dürfte eigentlich kein Problem sein, sich darauf zu berufen.

Unlogisch ist auch, dass sie so verzweifelt reagiert, weil sie instinktiv dauernd hexen will. Bekanntlich gibt es schließlich durchaus Möglichkeiten, um kurzzeitig die Hexkraft zu verlieren. Normalerweise sind dies unangenehme Nebeneffekte, hier aber könnte Bibi sie nutzen, um ihre Hexkraft für den speziellen Tag abzulegen. In "Der Superhexspruch" wurde gezeigt, dass eine Hexe durch einen Fünffach-Hexspruch für eine Weile ihre Kräfte verliert (auch wenn Bibi in anderen Folgen wiederum sogar Sechsfachsprüche ohne weitere Folgen bewältigt). In der Doppelfolge "der Reiterhof" büßte Bibi dafür, dass sie die Hoftiere zum Sprechen brachte, für einen Tag ihre Hexkraft ein. In der Bibi-und-Tina-Folge "Die Super-Ponys" spricht Bibi so viele einzelne Hexsprüche, dass sich ihre Hexkraft ebenfalls für eine Weile erschöpft. Theoretisch dürfte es also kein Problem für sie sein, diesen Effekt bewusst zu erzielen, und sie müsste daher nicht krampfhaft versuchen, ihren Instinkt einen Tag lang zu bekämpfen.

Unverständlich ist außerdem, dass Bibi tatsächlich einen Liebeszauber erwägt, obgleich sie doch seinerzeit in der Folge "Bibi verliebt sich" die unangenehmen Folgen erlebte mit einem liebestollen Joachim, der sie mit tausend Rosen überschütte und schwülstige Liebesschwüre von sich gab, bis Bibi Angst und Bange wurde. Eigentlich sollte man meinen, dass Bibi daraus gelernt hat, dass sich Liebe nicht durch Hexerei hervorrufen lässt. Nur ein kleiner Schwachpunkt, aber dennoch erwähnenswert ist das Nebenthema der "Liebesinsel", die der Bürgermeister zu einem eigenzwecklichen Erholungspark umwandeln will. Dieser Strang klingt, auch wegen des passenden Namens der Insel, zunächst als würde er im weiteren Verlauf eine größere Rolle spielen, was dann aber doch nicht eintrifft. Schließlich ist auch das Ende nicht wirklich überzeugend, sondern verläuft viel zu knapp und lieblos, ein geradezu gezwungener Schluss.

Last but not least: Tippfehler können passieren, auch in Büchern, etwas ärgerlich ist aber die durchgängig falsche Schreibweise der "Litfasssäule" - denn dank des Eigennamens "Litfaß" hat sich die Litfaßsäule trotz Rechtschreibreform ihr ß bewahrt, was dem Autor/Lektor/Korrektor offenbar entgangen ist.

Fazit:


Eindeutig unterdurchschnittlicher Bibi-Band, der Gott sei Dank nicht auch noch als Hörspiel erschienen ist. Bibis Verhaltensweisen sind unrealistisch und übertrieben, es existieren viele unlogische Stellen, die wenigen witzigen Szenen können dies nicht aufwiegen.

23. September 2013

Bibi Blocksberg - Der Hexenschatz

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Inhalt:

Bibi erhält einen aufgeregten Anruf von ihrem Schulfreund Flori. Flori arbeitet in den Ferien im Neustädter Museum und hat dort eine uralte Karte gefunden, vermutlich eine Schatzkarte. Er wollte sie unbedingt dem Museumsdirektor zeigen - doch die Karte ist plötzlich verschwunden.

Bibi sieht in der Hexenkugel, dass die Karte in einem Zelt liegt. Kurzerhand hext Bibi sich und Flori dorthin, um die Karte zu finden. Die beiden finden sich in einer verfallenen Stadt im südamerikanischen Regenwald wieder. Sie entdecken auch das Zelt, doch die Karte ist weg. Dafür treffen sie auf das einheimische Mädchen Sina und sein Äffchen Chitta.

Sina erzählt ihnen von einem Mann, der offenbar mit der Karte unterwegs war. Außerdem erzählt sie von dem legendären Hexenschatz, den es nach der Legende in der Hexenstadt geben soll. Bibi, Flori und Sina sind entschlossen, den Schatz zu finden - und sie wollen dem Kartendieb dabei zuvorkommen. Ihr Weg führt sie in einen Palast voller Rätselaufgaben ...

Bewertung:

Schatzsuche, exotische Umgebung, eine verfallene Stadt und Rätselaufgaben ... diese vielversprechenden Komponenten wecken hohe Erwartungen an diese Folge, die jedoch kaum bestätigt werden.

Grundsätzlich ist das Grundgerüst der Handlung zwar nicht übel, und für die jüngsten Hörer ist die Folge sicherlich auch unterhaltsam und recht spannend: Die Handlung ist nicht zu vorhersehbar, man weiß nicht, was alles für Rätsel und Aufgaben auf die Freunde lauern und was es schließlich mit dem Schatz auf sich hat. Die Rätsel können Kinder dazu animieren, selbst ein bisschen mitzugrübeln, und man darf gespannt sein, wie das Zusammentreffen mit dem Kartendieb verläuft. Sicher werden einige der jüngsten Hörer auch ihre Freude an dem Äffchen Chitta haben, und Sina ist zwar ein unspektakulärer, aber doch sympathischer Charakter. Wie bei Kiddinx-Produktionen üblich, wurde der akustische Hintergrund ansprechend gestaltet durch diverse dezente Tiergeräusche und tropfendes Wasser.

Leider war es das im Grunde aber auch schon mit den positiven Aspekten. Negativ ist einmal der zu plötzliche Einstieg mit einem hektischen Flori am Telefon, der "Die Karte ist weg!" ruft, ohne dass man weiß, um was es sich genau handelt. Viel zu rasant werden auch Bibi und Flori in den Regenwald versetzt. Bibi-Fans haben hier den direkten Vergleich zur etwas ähnlichen Folge "Bibi im Dschungel", wo ein aufwändiger Hexspruch nötig war, und selbst da war gar keine Dschungelreise geplant, sondern Bibi dachte, es würden nur ein paar Grünpflanzen wachsen. Man denke auch etwa an die Folge "Auf der Märcheninsel", wo Bibi und Marita eine lange Flugreise auf dem Besen unternehmen müssen, um zum angepeilten Ort zu gelangen. Dass Bibi hier so mir nichts dir nichts sich und Flori ohne jede Vorbereitung zum Zelt hext, ohne auch nur zu ahnen, in welche Situation sie sich begeben, ist weder besonders realistisch noch ansprechend inszeniert.

Flori ist ein weiterer Schwachpunkt der Folge. Gerrit Schmidt-Foß ist grundsätzlich ein sehr guter Sprecher, man denke etwa an seine Stammrolle in der Mystery-Jugendserie "Point Whitmark". Als Flori ist er jedoch fehlbesetzt, seit er die Rolle von Oliver Elias übernommen hat - er bemüht sich, seine Stimme deutlich jünger klingen lassen, und wirkt dadurch absolut künstlich und aufgesetzt. Susanna Bonasewicz klingt auch noch mit mittlerweile über 50 Jahren wie ein junges Mädchen in ihrer Bibi-Rolle, aber diese Gabe ist nun mal nicht jedem Sprecher gegeben - es wäre nur zu wünschen, dass Kiddinx sich endlich nach einer neuen Flori-Besetzung umsieht.

Sina bleibt zu blass, da hat es schon viele facettenreichere Nebenfiguren gegeben, man erfährt kaum etwas zu ihrem Hintergrund; sie ist einfach nur da, weil die Handlung eine Einheimische erfordert, die Bibi und Flori hilft. Dass ihr Äffchen beinah genauso heißt wie Tarzans Schimpansengefährten "Cheeta", ist wenig originell, und dass Chittas Laute von einem menschlichen Sprecher übernommen werden, macht es auch nicht besser. Die Identität des Kartendiebes ist keine Überraschung, wenn man an einer Stelle mal gut hinhört, und die Rätsel lassen sich etwas zu einfach lösen. Aufgewertet hätte die Folge mit Sicherheit das Mitwirken eines weiteren Hauptcharakters, der interessanter als Flori ist, etwa Karla Kolumna oder eine weitere Hexe.

Fazit:

Eine alles in allem leider unterdurchschnittliche Folge, die ihr Potenzial bei Weitem nicht ausschöpft. Die Handlung hätte atmosphärischer gestaltet werden können, Floris Stimme ist unpassend, es mangelt an interessanten Nebenfiguren, die Spannung kommt zu kurz angesichts des an sich doch vielversprechenden Themas.

Sprechernamen:

Bibi Blocksberg: S. Bonasewicz
Florian: G. Schmidt-Foß
Sina: J. Stöpel
Herr Gierig: M. Klages
Chitta: S. Meszerits
Erzähler: G. Schoß

20. September 2013

Bibi und Tina - Das Kürbisfest

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Inhalt:

Herbst in Falkenstein: Der Mühlenhofbauer hat so viele Kürbisse geerntet, dass er nicht weiß, wohin damit. Gerne überlässt er Bibi und Tina eine ganze Wagenladung. Die beiden freuen sich, auch wenn sie noch nicht wissen, was sie mit all den Kürbissen anstellen wollen.

Auf dem Weg ins Dorf treffen sie die Geschwister Ralph und Reni, die ihre Ferien auf dem Mühlenhof verbringen. Die beiden sind mit der Kutsche unterwegs und haben eine Panne, Bibi und Tina bringen sie in die Schmiede. Dort freunden sich die Geschwister auch mit Freddy an. Die beiden hatten sich auf ihren Bauernhofurlaub gefreut, finden es auf dem Mühlenhof allerdings ziemlich langweilig.

Bibi und Tina wollen ihnen die letzten Tage vergnüglich gestalten und reiten mit ihnen aus. Schließlich kommt Bibi die Idee, zum Abschied ein Kürbisfest zu veranstalten, zu dem viele Falkensteiner eingeladen werden. Aus den Kürbissen lassen sich viele leckere Sachen zaubern, der Hof wird herbstlich geschmückt, und lustige Spiele gibt es auch ...

Bewertung:


Alle paar Jahre erscheint bei "Bibi und Tina" eine saisongemäße Folge, die sich um Ostern, Weihnachten oder eben wie hier um den Herbst dreht. Im Gegensatz zu der neueren Halloween-Folge "Allein im Schloss" ist diese Episode deutlich weniger spannend und aufregend, versteht es aber dennoch, zu überzeugen.

Das Kürbisfest ist der Aufhänger für die Handlung, allerdings setzt sich die Folge eher aus einzelnen Versatzstücken zusammen, die sich lose ergänzen. Ein zentraler Punkt ist die neu gewonnene Freundschaft zu Ralph und Reni. Die beiden freuen sich sehr, Bibi und Tina - und nicht zuletzt auch Freddy, der intensiv mit Reni flirtet - kennengelernt zu haben, haben aber ein Problem: Sie möchten ihren Urlaub um ein paar Tage verlängern, doch es fehlt ihnen am nötigen Geld. Ihr älterer Bruder Uwe bittet sie darum, ihm Geld zu leihen, damit er seinem Schwarm Silvy ein hübsches Abschiedsgeschenk machen kann, und Ralph und Reni wollen ihm den Gefallen machen.

Weiterhin finden Bibi und Tina ein verletztes Kätzchen, das zudem noch kurz davor steht, Junge zu bekommen und das versorgt werden muss. Zudem sind die Vorbereitungen für das spontane Kürbisfest mehr als aufwändig, schließlich muss vorher viel eingekauft, gekocht, dekoriert und organisiert werden. Es ist eine der ruhigeren und gemütlicheren Bibi-und-Tina-Folgen, die auf unaufdringliche Weise Themen wie Freundschaft und Hilfsbereitschaft aufgreift und bei Kindern sicherlich Lust darauf weckt, selbst einmal ein Kürbisfest zu veranstalten und vielleicht das eine oder andere Rezept mit Mamas oder Papas Hilfe selbst auszuprobieren. Typisch ist vor allem, dass Bibi und Tina viele Dekorationen eigenhändig basteln, anstatt sie zu kaufen oder zu hexen - wie in so vielen anderen Folgen wird auch hier dafür plädiert, das Haus auf kostengünstige und kreative Weise zu schmücken - einmal, weil es mehr Spaß macht, und einmal, weil die Martins bekanntlich keine reichen Leute sind.

Sehr positiv ist die große Anzahl an Nebencharakteren, die sich hier versammeln. Der Mühlenhofbauer ist mit der Partie und weitaus weniger grummelig als sonst, ebenso Alexander und sein Vater, Graf von Falkenstein und auch Frau Dr. Gudrun Spitzweg, die neue Tierärztin, die seinerzeit in Folge 31 ausgiebig vorgestellt wurde. Auch Freddy "der Sheriff" ist dabei, hier ausnahmsweise mal nicht auf Tina fixiert, da ihm die nette Reni ausgesprochen gut gefällt. Die Sprecherbesetzung der Nebenrollen weiß ebenfalls zu überzeugen. Arianne Borbach, die regelmäßig Cate Blanchett und Catherine Zeta-Jones synchronisiert und auf dem Hörspielsektor vor allem für ihre Mitwirkung in "Jack Slaughter" und "Offenbarung 23" bekannt ist, passt mit ihrer dunklen, wohlklingenden und ausdrucksstarken Stimme gut zu der Tierärztin. Gudrun Spitzweg erschien bei ihrem ersten Auftauchen bekanntlich recht kühl und leicht arrogant, doch schon bald nach dem Auftauen offenbarte sich ihre herzliche Art, die sie auch hier zu einer sympathischen Figur macht - wenn man auch schmerzlich ihren Vorgänger, Dr. Robert Eichhorn, vermisst, für den Bibi auf amüsante Weise schwärmte. Eine weitere populäre Stimme in den Nebenrollen ist Marie Bierstedt als Reni, bekannt als deutsche Ausgabe von Kirsten Dunst und Kate Beckinsale und in der Benjamin-Blümchen-Reihe seit ein paar Jahren fest als Stella dabei.

Gravierende Schwachpunkte fallen nicht auf, die Folge ist nur weniger spannend als andere aus der Reihe, und es fehlt ihr ein besonderer Moment, eine Art Höhepunkt. Es ist keine Folge, die zum häufigen Hören animiert, da die Handlung zeitweise etwas langatmig daherplätschert, und es ist durchaus etwas schade, dass das herbstliche Flair nicht ein bisschen gruseliger gestaltet wurde - allerdings wird das wiederum jene Hörer freuen, die mit Halloween nichts anfangen können. Es wird deutlicher weniger gehext als sonst, was sicherlich zur Abwechslung nicht schlecht ist, aber auch so manchen Bibi-Fan etwas enttäuschen wird.

Fazit:

Eine lehrreiche, eher unspektakuläre und insgesamt gelungene Hörspielfolge, die gut in die herbstliche Jahreszeit passt. Spannung wird hier zwar kaum geboten, und es gibt viele bessere Folgen, dennoch eine empfehlenswerte Episode der Serie.

Sprechernamen:


Bibi Blocksberg: S. Bonasewicz
Tina Martin: D. Hugo
Alexander v. Falkenstein: S. Hasper
Frau Martin: E. Meyka
Graf v. Falkenstein: E. Prüter
Freddy: O. Rohrbeck
Mühlenhofbauer: G. Holtenau
Frau Dr. Spitzweg: A. Borbach
Reni: M. Bierstedt
Ralph: H. Maurer
Uwe: R. Kahnmeyer
Erzähler: G. Schoß