21. August 2012

Conni hilft Mama - Liane Schneider

Produktinfos:

Ausgabe: 2010
Seiten: 32
Amazon
* * * * *

Die Autorin:

Liane Schneider studierte zunächst Chemie und Kunst und arbeitete als Lehrerin. Ihre eigene Tochter Conni inspirierte sie zu der Kinderbuchreihe "Meine Freundin Conni", in der bereits zahlreiche Bände erschienen sind, u.a. Conni auf dem Bauernhof, Conni backt Pizza und Conni bekommt eine Katze.

Inhalt:

Conni begleitet Mama zum Einkaufen. Allerdings unterhält sich Mama dabei recht lange und Conni wird langweilig. Mama verspricht ihr, dass sie hinterher noch auf den Spielplatz gehen.

Auf dem Spielplatz hat Conni wieder gute Laune. Dort gibt es auch Gerät, das sie noch nicht kennt - eine runde Scheibe, die sich dreht. Mama springt ebenfalls mit drauf. Doch nach dem Abspringen verzieht Mama plötzlich das Gesicht - sie hat sich am Fuß verletzt. Zuhause legt sie gleich das Bein hoch und Conni bringt ihr Eiswürfel. Aber es wird kaum besser. Mama beschließt, mit dem Taxi ins Krankenhaus zu fahren. Und tatsächlich - das Röntgen ergibt einen Bänderriss.

Jetzt muss sich Mama zuhause eine Weile schonen. Papa kann nicht daheimbleiben, weil auf der Arbeit ein wichtiges Projekt ansteht. Also hilft Conni ihrer Mama im Haushalt - das kann schließlich alles nicht so schwer sein ...

Bewertung:

Die Conni-Bilderbücher sind immer wieder schön, um Kinder nicht nur zu unterhalten, sondern ihnen auch lehrreiche Dinge nahezubringen. In diesem Band muss Conni zwei Dinge lernen: Zum einen lernt sie, dass eben auch Eltern mal krank werden können und man nicht nur, weil man erwachsen ist, davor gefeit ist. Und zum anderen muss sie für ein paar Tage einiges an Verantwortung übernehmen. Beispielsweise ist es nun soweit, dass sie zum ersten Mal alleine zum Kindergarten geht. Conni hat davor keine Angst, sie ist den Weg schon sehr oft mit ihren Eltern gegangen und es ist auch gar nicht weit. Das Buch kann dabei helfen, Kindern die Angst davor zu nehmen, es Conni nachzutun, weil sie sehen, dass es Conni gar nicht schwer fällt. Sie ist eher stolz darauf, dass sie den Weg alleine schafft. Connis Mutter hat erst ihre Zweifel und möchte zunächst lieber, dass Conni bei ihr zuhause bleibt. Aber dann gibt sie nach, natürlich erst, nachdem alles abgeklärt wird - im Kindergarten wird Bescheid gegeben, damit man Conni schon vor der Tür erwartet, sie wird daran erinnert, dass sie mit keinem Fremden mitgehen und nur bei Grün über die Straße gehen darf.

Sehr schön wird dargestellt, wie Conni im Haushalt Verantwortung übernimmt. Sie ist neugierig darauf, alles mal auszuprobieren, was Mama sonst übernimmt, gerade das Staubsaugen interessiert sie - und sie saugt voller Eifer, obwohl ihre Mutter ihr das gar nicht aufgetragen hat. Auch das Mittagessen darf Conni zum ersten mal machen. Mama steht aber dabei und hilft ihr, denn alleine soll sie noch nicht mit dem Herd hantieren. Sicher können Kinder neugierig darauf werden, selbst einmal im Haushalt zu helfen. Die alltäglichen Pflichten werden hier nicht als Last, sondern als lustige Abwechslung beschrieben und sicher bekommt das eine oder andere Kind Lust darauf, selbst einmal der Mutter zu helfen. Humorvoll ist das Buch auch dank Connis kindlich-naiver Sicht der Dinge. Sie ist ganz überrascht, dass Mamas Fuß nicht gleich wieder gesund ist, nachdem das Eis drauf gelegen hat - sie meint, das müsste doch sicherlich genug helfen. Das Thema Kranksein inspiriert sie dann dazu, mit ihrer Freundin Julia Arztpraxis zu spielen. Alle Stofftiere und Puppen werden daraufhin mit Toilettenpapier verbunden und Connis Zimmer sieht bald aus wie ein Schlachtfeld. Die Zeichnungen sind wie immer sehr liebevoll und es gibt viele Details zu entdecken, so etwa die bemalten Fenster im Kindergarten oder in Connis chaotischem Zimmer. Schade ist nur, dass das Ende etwas abrupt kommt. Auf der letzten Seite ist Mamas Fuß wieder gesund, es werden offenbar ein paar Wochen einfach übersprungen und die letzten Sätze wirken etwas hastig angefügt. Da hätte man den Heilungsprozess ein bisschen ausführlicher darstellen können, indem man die Handlung auf ein paar mehr Tage verteilt hätte.

Fazit:

Empfehlenswertes Bilderbuch für Klein- und Vorschulkinder, Die Handlung ist lustig und ein bisschen lehrreich, die Zeichnungen laden zum Betrachten ein.

18. August 2012

Geheimnis um eine siamesische Katze - Enid Blyton

Produktinfos:

Ausgabe: 2000
Seiten: 161
Amazon
* * * * *

Die Autorin:

Enid Blyton, geboren 1897 und gestorben 1968, war eine der erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen der Welt. Sie arbeitete zunächst als Lehrerin, begann aber schon früh mit dem Schreiben. 1922 erschien ihr erstes Buch, im Laufe ihres Lebens sollten es mehr als 700 Werke werden. Zu ihren bekanntesten Buchreihen gehören "Hanni und Nanni", "Die fünf Freunde", "Dolly" und "Geheimnis um".

Zur Reihe:

Die sechs Spürnasen der "Geheimnis um"-Reihe sind fünf Kinder und ein Hund, die im kleinen Örtchen Peterswalde wohnen und gemeinsam in jeden Schulferien ein Verbrechen aufklären. Ihr Anführer ist Dietrich Kronstein, wegen seines leichten Übergewichts immer nur Dicki genannt, der sowohl intelligent als auch schlagfertig ist und später ein großer Detektiv werden will. Außerdem besitzt er ein erstaunliches Talent darin, sich zu maskieren. Zu seinen Freunden gehören zwei Geschwisterpaare, Rolf und Gina sowie Flipp und Betti. Die kleine Betti ist mit ihren neun Jahren die jüngste, aber sie will immer überall mitmischen und himmelt außerdem Dicki sehr an. Die sechste Spürnase ist Dickis Scotchterrier Purzel.

Der brummige Dorfpolizist Herr Grimm ist nicht gut auf die Kinder zu sprechen, die sich immer in seine Fälle einmischen und sie oft früher lösen als er. Weil er ihnen immer "Weg da!" zuruft, nennen die Freunde ihn heimlich "Wegda". Sein Vorgesetzter Jenks hingehen ist sehr angetan von den Leistungen der Nachwuchsdetektive und ermahnt Herrn Grimm zu dessen Frust oft, sie nicht zu unterschätzen. In späteren Bänden kommt noch Herrn Grimms Neffe Ern dazu, der die Ferien bei seinem Onkel verbringt. Ern leidet oft unter dessen Strenge, ist ein bisschen begriffsstutzig, dichtet in seiner Freizeit mäßige Gedichte und ist ein großer Bewunderer von Dicki.

Inhalt:


Nachdem die Spürnasen in den letzten Ferien zum ersten Mal einen Kriminalfall lösen konnten, hoffen sie in diesen Ferien erneut auf ein "Geheimnis". Die Freude ist groß, als sie erfahren, dass ihr neuer Freund Dicki mit seinen Eltern nach Peterswalde zieht, nachdem er zuletzt nur dort Ferien gemacht hat. Außerdem haben Flipp und Betti eine neue Nachbarin: Frau Kendling züchtet siamesische Katzen, die viele Preise auf Ausstellungen gewinnen. Sie leben in großen Käfigen im Garten.

Frau Kendling hat mehrere Angestellte, da sie oft auf Reisen ist. Das nette Fräulein Harmer kümmert sich um die Katzen, der unfreundliche Tupping ist der Gärtner. Außerdem ist da noch der fünfzehnjährige Luke - ein etwas einfältiger, aber sehr freundlicher Junge, der als Gärtnergehilfe arbeitet. Die Kinder freunden sich mit ihm an und bedauern sehr, dass Luke unter dem aufbrausenden Tupping zu leiden hat.

Eines Tages ist eine der Katzen aus dem Käfig verschwunden - Dunkelschön, die kostbarste Katze. Alles deutet auf Luke als Täter hin, denn er arbeitete zwei Stunden allein im Garten bei den Käfigen - und kurz zuvor wurde die Katze noch von Besuchern gesehen. Luke beteuert seine Unschuld und die Kinder glauben ihm. Anders als Herr Grimm, der mit Tupping obendrein befreundet ist ...

Bewertung:


Das zweite Geheimnis der Spürnasen ist für die fünf Kinder etwas Besonderes, denn hier können sie beweisen, dass es kein Zufall war, dass sie in den vergangenen Ferien einen Fall gelöst haben - das denken nämlich offenbar ihre Eltern, die nicht glauben, dass sich so etwas wiederholen wird. Zudem sind sie besonders engagiert, weil ihr neuer Freund Luke der Hauptverdächtige ist. Sie wollen ihm unbedingt helfen, denn Luke hat es ohnehin schon schwer genug mit einem mürrischen Stiefvater, der ihn auch schon mal geschlagen hat und dem fiesen Tupping als Vorgesetzten. Nicht zuletzt möchten sie natürlich auch, dass die schöne Katze Dunkelschön wieder wohlbehalten zu ihrer Eigentümerin zurückkehrt.

Der Fall ist allerdings verzwickt: Luke arbeitete stundenlang in den Beeten rund um die Katzenhäuser und versichert, dass in seiner Gegenwart niemand die Katze gestohlen haben kann. Zu Anfang aber kamen Herr Tupping und Frau Sitter, Frau Kendlings Gesellschafterin, an den Katzen vorbei und sahen Dunkelschön - die wegen einer hellen Stelle an der Schwanzspitze unverkennbar ist. Später entdeckte dann Tupping, dass die Katze fehlt - und in dieser Zwischenzeit war Luke allein im Garten, wie er selbst zugibt. Zu allem Überfluss finden die Spürnasen auch noch eine von Lukes selbstgeschnitzten Pfeifen im Katzenkäfig. Sie entfernen sie und sind überzeugt davon, dass jemand den Verdacht auf Luke schieben will - aber wie konnte derjenige die Katze vor seiner Nase wegstehlen? Am liebsten würden sie den unfreundlichen Tupping verdächtigen, doch ihnen fällt keine Möglichkeit ein, wie er die Katze hätte stehlen können. Die Geschichte vermittelt einen schönen Kameradschaftsgeist mit einem anfangs recht undurchschaubaren Kriminalfall. Das Ende erahnt man dann zwar vor der Auflösung, aber es bleibt doch recht lange unklar, wer die Katze vor allem wie gestohlen hat.

Humorvoll ist der Band auch, wie üblich. Dicki bringt hier noch nicht seine Maskierungen zum Einsatz, die später zum Running Gag werden, aber sie veralbern Herrn Grimm, indem sie ihm rätselhafte Indizien am Tatort hinterlassen - darunter etwa eine halbe Haarschleife, ein Pfefferminzbonbon und Zigarrenreste. Eine lustige Gestalt ist Fräulein Sitter, die Gesellschafterin, die von den Kindern immer irrtümlich mit "Fräulein Zitter" angesprochen wird, weil sie schnell nervös wird. Sie trägt einen Kneifer, der ihr immerzu von der schmalen Nase fällt, was Betti begeistert mitzählt. Es gibt insgesamt durchaus noch verzwicktere Fälle, in denen die Spürnasen vor allem mehr ermitteln müssen und vor allem mehr verdächtige Personen haben, die sie dann einzeln überprüfen - diese Fälle sind noch ein bisschen spannender, da die Spürnasen hier eher weniger aktiv sind und vor allem diskutieren. Schade ist auch, dass Luke in weiteren Bänden nie mehr erwähnt wird, obwohl sie am Ende eine gute Freundschaft geschlossen haben - andere Nebenfiguren wie etwa Fräulein Sitter tauchen nämlich durchaus später noch einmal auf. Fräulein Sitters Anstellung als Gesellschafterin ist für heutige junge Leser vermutlich etwas gewöhnungsbedürftig, zumal im Buch nicht erklärt wird, was es mit diesem Beruf auf sich hat - da merkt man eben, dass diese Reihe schon einige Jahrzehnte alt ist.

Fazit:


Unterhaltsamer Kinderkrimi für Leser ab etwa acht Jahren. Es gibt noch bessere Fälle aus der Geheimnis-Reihe, aber Spaß macht die Geschichte allemal, vor allem dank der vielen witzigen Szenen.

11. August 2012

Bibi und Tina - Ein ungebetener Gast

Amazon
* * * * *
Inhalt:

Bibi ist mal wieder auf dem Martinshof zu Besuch. In Neustadt dagegen langweilt sich ihre Hexenfreundin Schubia. Als sie Bibi zuhause nicht erreichen kann, beschließt sie, auf den Martinshof zu fliegen, von dem Bibi oft erzählt hat. Dort trifft sie auch sogleich auf Frau Martin und den Grafen, die von der frechen Punker-Hexe ziemlich verwirrt sind. Auch Bibi staunt nicht schlecht, als Schubia mit ihrem Motor-Besen bei ihr, Tina und Alex aufkreuzt.

Schubia ist so begeistert vom Martinshof, dass sie direkt für einen Kurzurlaub bleibt. Allerdings fällt es Schubia sehr schwer, sich an die Regeln auf dem Hof zu gewöhnen. Am liebsten würde sie ständig hexen und sorgt dadurch für allerlei Chaos.

Frau Martin platzt schließlich der Kragen, und sie hält Schubia eine Standpauke. Am nächsten Morgen ist die Punkerhexe verschwunden. Ehe Bibi und ihre Freunde darüber nachgrübeln können, steht die vom Grafen organisierte Oldtimer-Rallye an. Noch ahnt keiner, dass sich auch hier Turbulenzen anbahnen und Schubia diesmal eine ganze andere Rolle dabei spielen wird ...

Bewertung:

Eine Folge, die inhaltlich recht deutlich aus der Reihe tanzt - immerhin spielt hier Schubia mit, die nie zuvor (und bis jetzt auch nicht danach) in dieser Serie auftauchte - denn sie spielt eigentlich nur in der Bibi-Blocksberg-Reihe mit, insbesondere, wenn es um Bibis Hexenunterricht bei der alten Mania geht. Schubia kann einem auf Dauer leider auf die Nerven gehen. Das liegt vor allem an ihrer Ausdrucksweise. Bibi spricht sie grundsätzlich nur mit "Blocksberg" an, Tina ist für sie "Rotfuchs" und Alex wird "Schmachtlocke" genannt - was auf Dauer reichlich albern wird. Klar, Schubia ist eine Punker-Hexe. Trotzdem stört es, dass in fast jedem ihrer Sätze irgendein möchtegernlässiger Ausdruck vorkommt, wie "Wie uncool!" oder "Hab's geschnallt!". Als Nebenfigur ist Schubia okay - aber sie eine ganze Folge zu ertragen fällt schwer.

In den ersten Folgen, in denen Schubia auftauchte (z.B. "Der Hexenfluch"), hatte sie zudem eine andere Stimme, Sabine Thiesler (heute vor allem als Krimiautorin bekannt) klang angenehmer. Apropos andere Stimmen: In dieser Bibi-und-Tina-Folge ist der leider verstorbene Erzähler Joachim Nottke nicht mehr dabei. Seine Rolle hat Gunter Schoß übernommen, der sich zwar redlich bemüht, aber an Nottke bei Weitem nicht heranreicht. Seine Stimme ist nicht unangenehm, aber auch nicht so beruhigend und ausdrucksstark wie die seines Vorgängers, dazu übernimmt er einige seiner typischen Redewendungen wie "Friede, Freude, Eierkuchen-Happyend", was bei einem anderen Erzähler merkwürdig wirkt. Dazu kommt, dass es gewöhnungsbedürftig ist, die Bibi-Reihe und die Bibi-und-Tina-Episoden miteinander zu vermischen. Schubia gehört in die Hexenschule, sie jetzt plötzlich auf dem Martinshof einzuquartieren wirkt, als gingen den Machern die Ideen für Martinshof-Abenteuer aus - und als Lösung bringt man einfach eine neue Person dort ein. Es fehlt in dieser Folge das typische Martinshof-Flair: Die Pferde spielen nur eine untergeordnete Rolle, Charaktere wie Holger oder der Tierarzt Robert kommen gar nicht vor.

Positiv ist, dass es für die kleinen Hörer mal wieder gleich zwei Lehren auf einmal gibt: Zum einen wird durch das Hörspiel gezeigt, dass es manchmal notwendig ist, sich an feste Regeln zu halten. Ein Bauernhof ist nun mal kein Ort, an dem man wahllos herum hexen kann, das muss auch die wilde Schubia einsehen. Andererseits lernen Kinder, dass man einen Menschen nicht vorschnell verurteilen soll. Als es nämlich darauf ankommt, beweist Schubia, dass mehr in ihr steckt als nur eine hexende Nervensäge, und am Ende sind selbst der vornehme Graf und Frau Martin von ihr angetan.

Fazit:


Eine Bibi-und-Tina-Folge, die man hören kann, die aber nicht deutlich über dem Durchschnitt liegt. Empfehlenswert für alle Fans der Junghexe Schubia, die man schon aus der Bibi-Reihe kennt, und teils ganz lustig, aber kein Highlight der Serie.

Sprechernamen:

Bibi Blocksberg: S. Bonasewicz
Tina Martin: D. Hugo
Frau Martin: E. Meyka
Schubia: G. Al-Akel
Erzähler: G. Schoß

Bibi und Tina - Die falsche Freundin

Amazon
* * * * *
Inhalt:

Bibis und Tinas Wettreiten endet abrupt, als Alex dazustößt. Er muss für eine wichtige Prüfung lernen, und Tina hilft ihm gern dabei. Bibi fürchtet schon Langeweile, aber zum Glück ist gerade ein neuer Feriengast angekommen: Conny ist in Bibis Alter und ein unternehmungslustiges Mädchen. Zudem war sie gerade mit ihren Eltern im Ungarnurlaub, wo sie Mikosch kennenlernte - den jungen Pusztareiter, der einst die Wildpferde für Graf Falkenstein begleitet hat und mit dem Bibi seither eng befreundet ist. Durch seine Erzählungen kam sie auf die Idee, den Martinshof zu besuchen.

Conny glaubt erst nicht, dass Bibi eine Hexe ist, und ist dann umso begeisterter. Sie will alles Mögliche erleben und überredet Bibi sogar dazu, sich heimlich ins Schloss einzuhexen. Sie stiften einige Verwirrung und haben jede Menge Spaß, auch wenn Conny es für Bibis Geschmack manchmal schon zu weit treibt.

Tina reagiert etwas eifersüchtig darauf, dass Conny Bibi so belagert. Bibi versucht zu schlichten, aber das ist gar nicht so leicht. Unterdessen ahnt Bibi nicht, dass Conny ein falsches Spiel treibt ...

Bewertung:

Eifersucht und Streitigkeiten sind keine ganz neuen Themen bei Bibi und Tina, drehen sich allerdings gewöhnlich eher um das Pärchen Tina und Alex. Hier ist Tina mal eifersüchtig auf Tinas neue Freundin. Wie generell bei Bibi geht es hier sehr lehrreich zu. Tinas Unmut ist durchaus verständlich, denn die wilde Conny nimmt Bibi ständig in Beschlag. Für Tina sehr ungewohnt, schließlich ist Bibi ihre beste Freundin, und eigentlich sind die zwei unzertrennlich, wenn die kleine Hexe auf Martinshofbesuch ist. Kinder sehen hier, wie leicht mal zu Unstimmigkeiten in einer Freundschaft kommen kann, ohne dass eine böse Absicht unter den Freundinnen dahintersteckt. Gleichzeitig dreht sich die Geschichte um Probleme in der ersten Schwärmerei. Die jungen Hörer werden davor gewarnt zu schwindeln und andere zu hintergehen. Nebenbei ist es ganz schön, Mikosch wieder in einer Folge dabeizuhaben; er ist eine sympathische Figur, und man muss die Doppelfolge "Die Wildpferde", in der er das erste Mal dabei ist, nicht unbedingt kennen, um hier Spaß zu haben.

Die Geschichte wird phasenweise ein bisschen spannend, denn in der zweiten Hälfte ahnt man, dass Conny irgendetwas vorhat und vor den anderen verheimlicht - aber was es ist, wird recht geschickt verborgen und ist nicht zu früh zu erraten. Conny selbst ist zwar keine besondere Sympathieträgerin, aber auch nicht nur durchtrieben. Der Hörer hat am Ende ein bisschen Mitleid mit ihr, sie ist unterm Strich sicherlich sympathischer als ihre Namenskollegin Cornelia, die in der Folge "Das Reitturnier" für viel Unmut bei Tina sorgte. Für ein paar witzige Momente sorgt unfreiwillig Graf Falkenstein: Erst treiben Bibi und Conny heimlich in seinem Schloss ihr Unwesen und sorgen für ein unerklärliches Chaos, indem Bibi sie beide von Zimmer zu Zimmer hext, wo sie etwa das prachtvolle Himmelbett des Grafen ausgiebig testen. Später überredet Conny ihre Hexenfreundin, dafür zu sorgen, dass der Graf sie bereitwillig in den Pferdestall lässt - und als der Hexspruch nachlässt, wundert er sich sehr, wie er auf diese ungewöhnliche Einladung verfallen ist.

Bei den Sprechern gibt es im Grunde nichts zu bemängeln. Bianca Krahl hat eine tragende Rolle in der Grusel-Hörspielreihe "Gabriel Burns" sowie als Tessa in der Hörspielreihe "Elea Eluanda" und ist bekannt als Synchronsprecherin von Charlize Theron und Taylor Howard als Nathalie Teeger in der Serie "Monk". Schwächen gibt es allerdings auch einige. Die Folge dreht sich nicht nur gar nicht um Pferde, was nicht so schlimm wäre, denn das gibt es bei Bibi und Tina durchaus öfter mal, sie passt auch eigentlich nicht so gut zur Altersgruppe, da es sich zu viel um Liebeleien dreht, eher Inhalte für Teenager und nicht für Grundschulkinder. Recht unlogisch ist zudem Connys Verhalten; sie verheimlicht Bibi eine Sache, die ohnehin schon bald auffliegen wird, und damit ist der Plan ziemlich seltsam und unrealistisch, diese "Intrige" hätte man durchaus geschickter anstellen können. Etwas schade ist außerdem, dass Frau Martin gar nicht auftaucht, was gerade dann ungewöhnlich ist, wenn ein Feriengast im Fokus der Handlung steht. Stattdessen taucht Conny urplötzlich auf und sagt nur, sie sei "gerade angekommen", man erfährt weder, ob ihre Eltern sie brachten, oder ob Frau Martin sie, wie sie es oft macht, sie vom Bahnhof mit der Ponykutsche abholte.

Fazit:

Eine ganze gute Folge, die für Kinder sehr lehrreich ist, gute Sprecher und ein paar lustige Stellen hat. Es gibt aber deutlich bessere Folgen, vor allem welche, die inhaltlich besser zu der anvisierten Zielgruppe passen. Solide Empfehlung, wenngleich es kein Highlight innerhalb der Reihe ist.

Sprechernamen:

Bibi Blocksberg - Susanna Bonasewicz
Tina Martin - Dorette Hugo
Graf von Falkenstein - Eberhard Prüter
Alexander - Sven-Jürgen Hasper
Mikosch - Björn Schalla
Conny - B. Krahl
Erzähler - Gunter Schoß

10. August 2012

Conni schläft im Kindergarten - Liane Schneider

Produktinfos:

Ausgabe: 2010
Seiten: 32
Amazon
* * * * *

Die Autorin:

Liane Schneider studierte zunächst Chemie und Kunst und arbeitete als Lehrerin. Ihre eigene Tochter Conni inspirierte sie zu der Kinderbuchreihe "Meine Freundin Conni", in der bereits zahlreiche Bände erschienen sind, u.a. Conni auf dem Bauernhof, Conni backt Pizza und Conni bekommt eine Katze.

Inhalt:

Conni und ihre Freunde sind sehr aufgeregt: Sie haben erfahren, dass es am Donnerstag ein Schlaffest im Kindergarten gibt. Alle Kinder der "Igelgruppe" werden dann im Kindergarten übernachten. Natürlich kann Conni es kaum erwarten und fängt schon am gleichen Tag mit dem Packen an.

Am Mittwochabend ist Conni ein bisschen nervös, denn sie hat bisher noch nie außerhalb der Familie übernachtet. Aber Mama und Papa reden ihr gut zu und versprechen, dass sie jederzeit anrufen und abgeholt werden kann, wenn sie es gar nicht mehr aushält. Conni ist beruhigt und jetzt überwiegt deutlich die Vorfreude.

Donnerstagabend geht es in den Kindergarten. Conni hat nicht nur ihre Schlafsachen, sondern auch ihren Teddy dabei. Als sich die Kinder umziehen wollen, gibt es eine Überraschung: Sie werden zusammen mit ihren beiden Erzieherinnen eine Nachtwanderung machen ...

Bewertung:

Die Conni-Bilderbücher erzählen in vielen Büchern und mit kurzen Texten vom Alltag der kleinen Conni Klawitter. Die Geschichte dieses Bandes ist wieder einmal sehr kindgerecht aufbereitet und ideal für Kinder im Vorschulalter, die selbst in den Kindergarten gehen. Zum einen eignet sich das Buch gut, um Kindern ein bisschen die Angst davor zu nehmen, mal anderswo zu übernachten. Conni freut sich einerseits auf das Schlaffest, aber sie hat dann kurz vorher auch etwas Angst. Sie vertraut aber ihren Eltern, dass sie die ganze Nacht für sie telefonisch erreichbar sein werden, wenn irgendetwas sein sollte und dass die Erzieherinnen sehr gut auf sie aufpassen und gewiss kein Monster oder Einbrecher in den Kindergarten kommen werden. Kindern wird vermittelt, dass es in Ordnung ist, etwas Heimweh zu haben, dass es aber eben auch sehr aufregend sein kann, mal die Nacht im Kindergarten zu verbringen.

Die Nachtwanderung ist natürlich der Höhepunkt des Schlaffestes. Die Kinder ziehen sich warm an und marschieren mit den Erzieherinnen durch den nah gelegenen Park. Im Dunkeln sehen selbst bekannte Orte wie der Park ungewohnt und damit etwas unheimlich aus, aber es wird vermittelt, dass kein Grund zum Fürchten besteht. Über den See können die Kinder sogar Fledermäuse beobachten und es wird erklärt, dass sie nicht Blut saugen, sondern dort Insekten fangen. Auch nach der Nachtwanderung geht das Abenteuer noch weiter, denn im Hof des Kindergartens erwartet sie ein Lagerfeuer mit Würstchen und Stockbrot. Auch die Übernachtung selbst wird unterhaltsam geschildert. Aus dem obligatorischen Zähneputzen machen Conni und ihre Freundinnen einen "Wer kann länger putzen"-Wettbewerb, was ganz nebenbei vermittelt, dass man Zähneputzen als lustiges Spiel ansehen kann statt als lästige Pflicht. Die Kinder bekommen eine Gutenachtgeschichte erzählt und Conni flüstert danach noch mit ihrer Freundin. Trotz der fremden Umgebung wird eine wohlige Atmosphäre erzeugt.

Die Illustrationen sind jetzt nicht hochklassig im Sinne von besonders kunstvoll - die Menschen sind relativ einfach gezeichnet, die Augen sind beispielsweise nur Punkte. Trotzdem sind die Gesichter sympathisch und es gibt allgemein recht viele Details, gerade bei den Kleidungsstücken der Kinder, die sehr individuell gestaltet sind. Die Bilder sind sehr farbenfroh, gerade was die Kleidung angeht. Die Kindergruppe ist zudem recht multikulturell durchgemischt, es ist jeweils Kinder asiatischer und afrikanisch aussehende Kinder dabei, auch der Name "Emir" fällt einmal - dagegen hätte man sich einen doch recht ausgefallenen Namen wie "Xenia" ruhig sparen können. Sehr schön ist vor allem Connis Kinderzimmer gemalt: Über dem Bett hängt ein süßes Mobile mit Schäfchen, es gibt eine Menge Spielzeug und ein bisschen Unordnung mit ein paar zerknüllten Kleidungsstücken. Mit dem Detailreichtum von Wimmelbüchern können die Illustrationen natürlich nicht mithalten, aber es gibt durchaus einiges zu entdecken.

Fazit:


Ein gelungenes und empfehlenswertes Kinderbuch, das sich bereits zum Vorlesen im Kindergartenalter anbietet. Schön bebildert, ein wenig lehrreich und unterhaltsam erzählt.