14. Dezember 2014

Bibi und Tina - Das Gestüt in England

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Inhalt:

Graf von Falkenstein wird von seiner Bekannten Lady Amelie Bedlam auf ihr Gestüt nach England eingeladen - und Bibi, Tina und Alex dürfen ihn begleiten. In England schließen die drei schnell Freundschaft mit Tom, dem Sohn des Stallmeisters. Tom ist ebenfalls ein ausgezeichneter Reiter.

Wie jedes Jahr findet das MacIntosh-Junior-Galopprennen statt, bei dem stets auch Lady Amelies Gestüt teilnimmt. Diesmal allerdings kann Lady Emily wohl nicht teilnehmen, denn einer ihrer Konkurrenten hat ihr Team abgeworben. Die Enttäuschung ist groß, doch dann kommt den Freunden die Idee, dass einfach Bibi, Tina und Alex für die drei abgeworbenen Reiter einspringen - schließlich sind die alle drei sehr gute Reiter und alle unter 15 Jahren, wie es die Vorschriften verlangen.

Der Druck auf die Freunde ist groß, denn es geht weit mehr als nur um die Ehre: Bei einer Niederlage erhält Sir Richditt Lady Amelies Pferd Shakespeare, an dem Tom ganz besonders hängt. Und dann ist Alex kurz vor dem Rennen auch noch krank ...

Bewertung:


Nicht zum ersten Mal verschlägt es Bibi, Tina und Alex ins Ausland; gleich mehrere Folgen befassen sich mit ihren Abenteuern in Ungarn. Diesmal bildet England den Schauplatz für eine reizvolle Bibi-und-Tina-Geschichte, die trotz gewisser Schwächen grundsätzlich überzeugt.

Wieder einmal geht es lehrreich und pädagogisch wertvoll zu. Scheinbare Klassenunterschiede waren bereits häufiger Thema innerhalb der Serie, schließlich ist die aus bescheidenen Verhältnissen stammende Tina mit Grafensohn Alexander liiert, und Tinas Mutter ist obendrein die Pächterin des Grafen. In diesem Fall ist es Lady Amelie Bedlam, die gewisse Standesdünkel hegt: Der sympathische Tom scheint ihr als (adoptierter) Sohn des Stallmeisters nicht der ideale Umgang für Bibi, Tina und Alex. Dabei wird angenehmerweise nicht zu sehr mit Schwarz-Weiß-Schemata gearbeitet: Lady Amelie ist zwar - zunächst - ein bisschen antiquiert in dieser Hinsicht, behandelt Tom davon abgesehen aber durchaus gut und schätzt vor allem seinen Pferdesachverstand und seine Liebe zu ihrem Pferd Shakespeare, das sie ihm zuliebe bislang nicht verkaufte. Kindern wird hier somit beigebracht, sich nicht von einem Klassendenken leiten zu lassen, ohne dass Lady Amelie zum Unsympathen stilisiert wird. Im Gegenteil: Kinder können hier lernen, dass auch grundsätzlich liebenswerte Charaktere wie Lady Amelie vor Vorurteilen nicht gefeit sind; dies ist eine realistischere Herangehensweise an das Thema, als stattdessen einen grundlegend unsympathischen Charakter dafür zu präsentieren.

Des Weiteren gibt es wieder einmal einen Wettkampf, diesmal eben das Galopprennen, und wie so häufig bei Bibi wird dafür plädiert, mit fairen Mitteln zu kämpfen. Dabei ist es bezeichnend für diese Folge, dass Bibi tatsächlich kein einziges Mal hext - es dürfte die erste Folge sein, in der dies der Fall ist. Für Fans der kleinen Hexe ist dies natürlich sehr gewöhnungsbedürftig, doch das Konzept geht auf, und es zeigt sich wieder einmal, dass der Reiz der Bibi-Geschichten längst nicht nur in der Hexenthematik liegt. Dass Bibi eine Hexe ist, wird einmal kurz angeschnitten - etwas fragwürdig ist da nur Toms etwas banale Reaktion, die sich auf ein leicht erstauntes "Wow" beschränkt.

Mit Lady Amelie und Tom sind zwei gelungene Figuren mit von der Partie, die gerne in weiteren Geschichten auftauchen dürfen. Sowohl D. Rosenthal als auch Filipe Pirl passen gut in ihre Rollen; den Antagonisten spricht Michael Pan, der in ähnlich unangenehmer Rolle auch schon in "Der Verehrer" in Erscheinung trat. Tom fügt sich gut in das Freundetrio ein und es gibt ein paar amüsante schwärmerische Szenen zwischen ihm und Bibi - allerdings ist dies auch ein wenig verwirrend, da Bibis Herz eigentlich seit geraumer Zeit dem ungarischen Mikosch gehört, der vermutlich früher oder später wieder in der Serie mitspielen wird. Zu den humorvollen Szenen gehört auch das Gespräch zwischen Lady Amelie und Graf von Falkenstein über ihre weitverzweigten Familienverhältnisse , deren Komplexität den Grafen reichlich irritiert - den Hörer übrigens auch. Grundsätzlich strahlt diese Folge ein bisschen Der-kleine-Lord-Flair aus, auch wenn der weihnachtliche Hintergrund fehlt - es ist eine Feel-Good-Folge, in der sich letztlich alles zum Guten fügt, wobei in dieser Hinsicht durchaus ein bisschen übertrieben wird.

Neben dem vielleicht etwas zu reibungslosen Happy End stört an dieser Episode in erster Linie die Vorhersehbarkeit. Auch die jungen Hörer der Zielgruppe ab sechs Jahren können früh erahnen, wohin die inhaltliche Reise geht, und eine Wendung am Schluss kommt zwar für die Charaktere überraschend, ist für den Hörer aber lange zuvor absehbar. Obendrein stört es ein wenig, dass Bibi und Tina wieder einmal die Helden eines Pferde-Wettbewerbs sind. Bei Tina, die ja schon seit vielen Jahren reitet, ist dies noch nachzuvollziehen; Bibi allerdings hat erst auf dem Martinshof reiten gelernt, und es wirkt zu gezwungen, dass sie dennoch gemeinsam mit Tina stets unbesiegbar zu sein scheint.

Nicht ausgeschöpft wurde zudem das englische Setting. Bis darauf, dass die Figuren englische Namen tragen und mal ein Schokoladenkuchen mit Minze serviert wird, gibt es keinen merklichen Bezug zu England, und die Handlung könnte quasi überall spielen. Da hätte es sicher mehr Möglichkeiten gegeben, kleinen Hörern das Land ein bisschen näherzubringen. Schade ist schließlich auch der recht überhastete Einstieg: Zu Beginn der Geschichte sind Bibi, Tina und Alex schon längst in England angekommen und haben Freundschaft mit Tom geschlossen; wie es zu alldem kam, wird nur kurz vom Erzähler zusammenfassend nachgeliefert. Schöner wäre es indessen gewesen, zumindest kurz den Aufbruch von Falkenstein Richtung England und die erste Begegnung mit Lady Amelie sowie mit Tom darzustellen, statt dies alles wie unter Zeitdruck auszulassen.

Fazit:

Trotz einiger kleiner Schwächen eine hörenswerte und insgesamt leicht überdurchschnittliche Folge. Die Geschichte unterhält gut, hat eine passende Sprecherbesetzung und vermittelt ein paar kindgerechte Lehren. Allerdings ist die Handlung auch vorhersehbar, und der Einstieg erfolgt sehr abrupt.

Sprechernamen:

Bibi Blocksberg: S. Bonasewicz
Tina Martin: D. Hugo
Alexander v. Falkenstein: S. Hasper
Graf v. Falkenstein: E. Prüter
Tom: F. Pirl
Lady Bedlam: D. Rosenthal
Sir Richditt: M. Pan
Erzähler: G. Schoß

Hörig - Petra Hammesfahr

Produktinfos:

Ausgabe: 2013
Seiten: 320
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Die Autorin:

Petra Hammesfahr wurde 1951 geboren. 1991 erschien ihr erster Roman, weitere Kriminalromane folgten. Ab Mitte der Neunziger schrieb sie u. a. auch Drehbücher fürs Fernsehen. Heute landen ihre Bücher regelmäßig in den Bestsellerlisten. Weitere Werke sind u.a.: "Das Geheimnis der Puppe"(1991), Merkels Tochter(1993), "Die Sünderin"(1999), "Der Puppengräber"(1999), "Die Mutter"(2000), "Lukkas Erbe"(2000), "Meineid"(2001) und "Das letzte Opfer"(2002).

Inhalt:

Patrizia ist siebzehn und ein behütetes Mädchen aus gutem Haus, als sie dem 25-jährigen Heiko Schramm begegnet. Heiko wiederum ist ein Drogendealer, der schnell erkennt, welche Faszination er auf Patrizia ausübt. Obwohl Patrizias Eltern den Kontakt verbieten, trifft sie sich heimlich mit Heiko.

Wenige Monate später wird Heiko wegen eines Raubüberfalls mit schwerer Körperverletzung verhaftet und zu sieben Jahren verurteilt. Die verzweifelte Patrizia magert ab und spricht nicht mehr; die letzte Hoffnung ihrer Eltern ist eine Therapie. Der erfahrene Psychologe Dr. Edmund Bracht therapiert Patrizia zwei Jahre lang und hilft ihr, zu erkennen, dass Heiko sie lediglich ausgenutzt hat. Als der Therapeut Gefühle für Patrizia entwickelt und die Therapie abbrechen möchte, gehen sie eine Beziehung ein und heiraten schließlich.

Drei Jahre lang ist Patrizia mittlerweile verheiratet, als Heiko aus der Haft entlassen wird und plötzlich vor ihr steht. Als Ed nach Hause kommt, ist Patrizia verschwunden. Zurückgeblieben ist nur ein altes Zeitungsbild, das sie und Heiko zeigt und ihr Kommentar: "Es tut mir leid, Ed." Ed ist überzeugt davon, dass Patrizia entführt wurde. Seine Frau allerdings verfolgt einen ganz eigenen Plan ...

Bewertung:


Unter "Die Augen Rasputins" erschien dieser Roman bereits 1993 - das Werk von 2013 trägt nicht nur einen neuen Titel und ein neues Cover. Auch ein paar inhaltliche Anpassungen hat "Hörig" erfahren, etwa das Einbauen von Handys, die dreißig Jahre zuvor noch nicht Usus waren.

Wie so viele Bücher Petra Hammesfahrs handelt es sich auch hier nicht um einen typischen Thriller, sondern eher um ein Psychodrama, in dem den Gedanken der Protagonisten ausgiebiger Platz eingeräumt wird. Die Ausgangsidee ist zweifellos reizvoll und bringt eine gewisse Spannung mit sich. In Rückblicken wird die komplizierte und eigentümliche Beziehung zwischen Patrizia und Heiko Schramm geschildert, während er in der Gegenwartshandlung gerade nach sieben Jahren Haft entlassen wurde. Rund zwei Wochen danach steht er vor Patrizias Tür - der weitere Verlauf ist für den Leser nicht zu sehr vorhersehbar: Es stellen sich die Fragen, was Heiko mit Patrizia vorhat, wie sie sich ihrem einstigen Schwarm gegenüber verhalten wird und welche Schlüsse ihr Ehemann aus ihrem Verschwinden zieht. Dr. Ed Bracht ist zwar ein erfahrener Psychologe. Doch schon bald stellt sich heraus, dass er mit der Situation überfordert ist. Dezente Zeichen, die Patrizia ihm hinterlassen hat, weiß er nicht zu deuten und überhaupt entwickelt sich die Situation etwas anders, als Patrizia es sich vorgestellt hat. Spannend sind somit beide Handlungsstränge, die abwechselnd verfolgt werden - Eds verzweifelte Suche nach seiner Ehefrau sowie Patrizias Aufenthalt bei Heiko.

Recht gut gelungen ist Heiko Schramms zwiespältiger Umgang mit Patrizia, die er stets "Püppi" nennt. Seine vertrauten, sanften Worte widersprechen seinem kriminellen Verhalten und der Leser lauert unwillkürlich auf den Moment, in dem sich Heiko seiner Püppi zum ersten Mal schonungslos ehrlich zeigt. Für Patrizia wird es immer schwieriger, ihre Angst vor ihm zu verbergen, sodass zwischen den beiden ein durchaus kurzweiliges Psychospiel entsteht.

Leider arbeitet der Roman zu sehr mit Klischees, insbesondere was die Charaktere Patrizia und Ed betrifft. Die junge Patrizia aus den Rückblicken erscheint mitnichten als realistisch gezeichnete Siebzehnjährige, sondern ist eine gnadenlos naive Träumerin. Das Grundthema "Hörigkeit" hat seinen Reiz, doch warum Patrizia dem kriminellen Heiko so verfällt, ist nie wirklich nachvollziehbar. Patrizias strenges, biederes Elternhaus bietet zwar mögliche Erklärungsansätze, aber trotzdem bleibt die Frage, was Patrizia in Heiko sieht, zu sehr offen.

Die auf eine andere Art ebenfalls schwierige Beziehung zwischen Patrizia und Ed wird zu plakativ ausgebreitet. Ed sieht sich als Retter der jungen Frau, die unter seiner Therapie wieder zu essen beginnt und allmählich einsieht, dass Heiko ihr geschadet hat. Dabei macht der Therapeut das Mädchen jedoch auf eigene Weise erneut abhängig - diesmal von ihm. Aus dem Patient-Therapeut-Verhältnis mit rund 25 Jahren Altersunterschied entwickelt sich keine gesunde Partnerschaft; stattdessen erscheint auch die scheinbar genesene Patrizia nach wie vor naiv und teilnahmslos, mit gerade mal 25 Jahren eine biedere Hausfrau ohne Ehrgeiz und besonderes Selbstbewusstsein. Ganz offenbar hat Patrizia die eine Abhängigkeit gegen eine andere ausgetauscht; dieser Austausch lässt allerdings jede Subtilität vermissen.

Ausgesprochen naiv ist auch Patrizias Plan, mit dem sie Heiko begleitet. Die für Ed bestimmten Hinweise sind so uneindeutig, dass es unrealistisch erscheint, dass sie tatsächlich fest davon ausgeht, dass er sie sofort durchschauen wird. Weder Patrizia noch ihr Mann eignen sich zudem als Identifikationsfiguren, auch wenn Patrizias Handeln immer mal wieder phasenweise nachvollziehbar wird.

Fazit:


Eine Mischung aus Thriller und Psychodrama mit interessanter Thematik, das allerdings einige Schwächen aufweist. Trotz des aktuellen Erscheinungsdatums handelt es sich um ein Frühwerk der Autorin unter neuem Titel, das an ihre späteren Werke nicht heranreicht.

7. Dezember 2014

Bibi und Tina retten die Biber

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Inhalt:

Bei einem Ausritt machen Bibi und Tina einen Abstecher zum Fluss, wo sie die Biber beobachten können. Zu ihrem Entzücken sehen sie, dass die Familie Nachwuchs bekommen hat. Auf dem Nachhauseweg treffen sie auf einen jungen Mann mit Pferd und Hund, der sie auf den richtigen Reitweg hinweist und von Bibi und Tina ein paar freche Sprüche erntet. Am nächsten Tag kommen Graf von Falkenstein und Alexander auf den Martinshof, um den neuen Förster Herr Buchfink vorzustellen - ausgerechnet den Mann aus dem Wald.

Aber zu Bibis und Tinas Glück behält er das Zusammentreffen für sich und verhält sich sehr nett. Es gibt auch gleich eine erste Aufgabe für ihn - der Bach hat den Hof des Mühlenhofbauern überflutet. Bibi, Tina und Alex begleiten Herrn Buchfink zum Helfen. Der Mühlenhofbauer ist überzeugt davon, dass die Biber den Holzstapel im Bach aufgestapelt haben und will sie umgesiedelt sehen. Bibi, Tina und der Förster widersprechen, denn noch ist nicht bewiesen, dass tatsächlich die Biber schuld sind.

Kurz darauf bittet Herr von Strauch den Förster, dass sein Sohn Sigurd bei ihm ein Praktikum absolviert. Herr Buchfink ist einverstanden. Leider ist auch Sigurd schlecht auf die Biber zu sprechen und langsam glaubt auch der Förster, dass sie umgesiedelt werden müssen. Bibi und Tina wollen unbedingt beweisen, dass jemand die Schuld auf die Biber abwälzen will ...

Bewertung:

Wie schon öfter erwartet den Hörer eine Tier-lastige Folge bei Bibi und Tina - aber da Biber keine Streicheltiere sind, driftet die Geschichte zum Glück nie ins Kindische oder Kitschige ab.

Lehrreich und turbulent

Über Biber wissen die meisten Kinder nicht viel, daher ist es schön, dass hier einige Infos gegeben werden wie diese Tiere leben, warum und wann sie ihre Dämme bauen. Bibi und Tina befreien den Mühlenhofbauern von ein paar Vorurteilen und mit ihm werden auch die Hörer informiert. Vor allem aber plädiert die Folge für Natur- und Umweltschutz, ohne dabei penetrant zu werden. Für die Freundinnen ist es Ehrensache, dass die Tiere geschützt werden müssen und dafür setzen sie sich mit allen Kräften ein. Kinder werden auf sympathische Weise dafür sensibilisiert, es Bibi und Tina gleichzutun. Nebenbei wird indirekt davor gewarnt, sich vorschnellen Verdächtigungen hinzugeben und parallel wird daran erinnert, jemandem zu vertrauen, so wie sich der neue Förster am Ende wünscht, er hätte lieber auf Bibis und Tinas Meinung gehört.

Gegen Ende wird es zudem noch spannend und vor allem turbulent. Es stellt sich die Frage, auf welche Weise Bibi und Tina den Verursacher überführen wollen, denn Hexerei wird Bibi streng verboten und es gelingt ihr und Tina nicht, auf die Schnelle handfeste Beweise für ihre Vermutung vorzulegen - die brauchen sie aber dringend, denn es geht für die Biber um Leben und Tod.

Neue Nebenfigur

Lange war die Folge "Der neue Förster" auf der Homepage des Sprechers angekündigt, nun ist sie unter anderem Titel andlich erschienen. Nachdem der nette Tierarzt Robert und der verschmitzte Trödel-Hannes neue Sprecher erhalten und damit etwas an Charme eingebüßt haben, ist es umso schöner, dass mit Herrn Buchfink ein neuer Charakter Einzug erhält, der auf Anhieb sympathisch ist, auch wenn er in dieser Folge nicht immer einer Meinung mit Bibi und Tina ist. Herr Buchfink ist jung, laut Tina durchaus gutaussehend;-), ein guter Freund von Robert und zeigt viel Einsatz für den Falkensteiner Forst - man darf also auf die nächsten Folgen, in denen er mitwirkt, gespannt sein.

Überwiegend sehr gute Sprecher

Die Besetzung des Försters mit Klaus-Peter Grap ist gelungen. Er besitzt eine sehr sympathische, junge Stimme, die zu dem engagierten Förster gut passt. Bekannt ist seine Stimme vor allem als Lt. Randy Disher in der Serie "Monk" und als Dr. Luka Kovac in "Emergency Room". Immer wieder hörenswert ist auch Gerd Holtenau als brummeliger Mühlenhofbauer, der am Ende doch stets zeigt, dass er trotz allem ein liebenswerter Charakter ist. Seine Stimme ist aus den Hörspielen bei Bibi und Benjamin mittlerweile nicht mehr wegzudenken, so viele Gastauftritte hat er schon absolviert. F. Arnold alias Sigurd von Strauch besitzt allerdings keine besonders markante Stimme, was aber nicht so stark ins Gewicht fällt, da er nur wenige Sätze spricht.

Kaum Schwächen

Ein kleines Manko der Folge ist die Vorhersehbarkeit der Handlung. Dem Hörer, sofern es sich nicht gerade um die allerjüngsten handelt, ist sehr rasch klar, wer hinter den Vorfällen steckt, da ist kein Raum für eine Überraschung am Ende. Zudem ist es etwas übertrieben, dass Bibi in einer Situation so nervös wird, dass es ihr nicht gelingt, den richtigen Hexspruch zu finden. Richtig unrealistisch ist allerdings, dass Tina ihren Amadeus zum Hilfeholen zu einer bestimmten Person schickt, wobei Amadeus so clever wie Fury und Lassie zusammen reagiert. Da wäre es besser und glaubwürdiger gewesen, wenn Amadeus einfach instinktiv in Richtung Martinshof gelaufen wäre.

Fazit:


Eine gelungene Folge, die mit dem neuen Förster eine nette Nebenfigur einführt. Die Handlung ist für Kinder sehr lehrreich und amüsant, auch für Spannung ist am Ende gesorgt. Es gibt ein paar kleine Schwachpunkte, die aber kaum der Rede wert sind.

Sprechernamen:

Bibi Blocksberg: S. Bonasewicz
Tina Martin: D. Hugo
Frau Martin: E. Meyka
Alexander: S. Hasper
Graf von Falkenstein: E. Prüter
Herr Buchfink: K.-P. Grap
Mühlenhofbauer: G. Holtenau
Erzähler: G. Schoß

6. Dezember 2014

Röslein stach - Susanne Mischke

Produktinfos:

Ausgabe: 2012
Seiten: 384
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Die Autorin:

Susanne Mischke, Jahrgang 1960, studierte zunächst BWL und arbeitete u.a. als Journalistin und Schauspielerin, ehe sie 1994 ihren ersten Krimi "Stadtluft" veröffentlichte. Seitdem lebt sie als freie Autorin und hat bislang über ein Dutzend Romane herausgebracht. Weitere bekannte Werke sind "Mordskind", "Die Eisheilige", "Das dunkle Haus am Meer" und "Wölfe und Lämmer".

Inhalt:

Antonia ist zwar erst sechzehn, doch sie will unbedingt von zuhause ausziehen. Zum einen nervt sie ihr Stiefvater Ralph, der sie ständig bevormundet, zum anderen muss sie für die Oberstufe auf eine Schule in Hannover wechseln, die zu weit vom Elternhaus entfernt liegt. Da trifft es sich perfekt, dass ihre alte Schulfreundin Katie ihr einen Platz in einer WG anbietet - ein gemütliches Zimmer in einer alten Villa.

Neben Katie wohnen hier noch zwei ältere Jungs - der ruhige Informatikstudent Matthias und der lässige, umweltengagierte Robert. Antonia beginnt sofort für den attraktiven Robert zu schwärmen, ist allerdings unsicher, ob er sie nicht zu jung findet. Robert ist es auch, der ihr eine unheimliche Geschichte über das Haus erzählt: Vor zwanzig Jahren soll im Dachzimmer eine junge Frau ermordet worden sein.

Die jungen Leute ahnen nicht, dass der verurteilte Täter in diesen Tagen entlassen wird und dass es ihn erneut zum Haus zieht. Leopold Steinhauer beteuert allerdings seine Unschuld und will eine Neuaufnahme des Falls erreichen. Kurz darauf wird ein Mädchen aus Matthias' und Roberts Clique ermordet. Steinhauer gerät erneut in Verdacht und allmählich ahnt Antonia, dass sie in dem Haus in Gefahr schweben ...

Bewertung:

Wie so viele Arena-Thriller vereint auch dieser Roman eine Thrillerhandlung mit typischen Jugendproblemen. Hauptfigur ist die fast siebzehnjährige Antonia, deren Schwierigkeiten sicher vielen gleichaltrigen Leserinnen bekannt vorkommen. Zum einen sind da die Probleme mit ihrem Stiefvater. Ralph lebt zwar seit vielen Jahren bei Antonia und ihrer Mutter, ein väterliches Verhältnis hat das Mädchen aber nie aufbauen können. Ralph ist bestimmend und herrschsüchtig und neigt mitunter sogar zu gewalttätigem Auftreten gegenüber seiner Frau. Antonia will unter allen Umständen ausziehen, auch wenn sie noch nicht volljährig ist - Kindergeld, Schüler-Bafög und ein kleiner Nebenjob sollen reichen, um sich ein WG-Zimmer zu leisten.

Neben Konflikten mit (Stief-)Eltern werden auch die kleinen Tücken des Auszugs aus dem Elternhaus thematisiert. Eine alte Villa als Wohnort klingt im ersten Moment fantastisch, allerdings merkt Antonia bald, dass ihr Zimmer zwar günstig, aber tatsächlich recht bescheiden ist. Zudem ist es gewöhnungsbedürftig, als jüngstes WG-Mitglied einzuziehen. Antonia muss sich erst einleben, zudem wusste sie im Vorfeld gar nicht, dass es sich bei zwei der Mitbewohner um junge Männer handelt. Ihre Schwärmerei für Robert macht es nicht gerade leichter: Robert ist ein absoluter Mädchentyp und die wenig erfahrene Antonia fürchtet, für ihn nicht wirklich interessant zu sein. Zudem gehört zu Roberts Umweltschutzclique die bildhübsche Sarah, die Antonia als unerreichbare Konkurrenz wahrnimmt. Dass womöglich auch Katie in Robert verliebt ist, macht es nicht leichter - und erst recht nicht die Tatsache, dass plötzlich die türkische Selin als fünfte WG-Bewohnerin einzieht und sich Robert auffallend intensiv um sie kümmert.

Selin gehört nicht nur zur Eifersuchtsproblematik Antonias, sondern schlägt auch den Bogen zur Thrillerhandlung. Offiziell stellt sich Selin als Türkin vor, die vor der Zwangsheirat durch ihre Familie geflohen sei. Tatsächlich ist sich Antonia, die zunächst Mitleid hatte, bald nicht mehr sicher, ob diese Geschichte stimmt - zumal sie in Selins Tasche Tausende von Euros unbekannter Herkunft findet. Schließlich fühlt sich Katie eines Nachts von einem Fremden verfolgt und ein randalierender Mann steht vor der Villa, der ihr Angst einjagt. Es kommt zu einem dramatischen Zwischenfall, der die vier Freunde zu einer schwierigen Entscheidung zwingt. Nebenbei wird immer wieder zum entlassenen verurteilten Mörder Leopold Steinhauer geschaltet. Den Mord hat er zwar seinerzeit gestanden, doch er beteuert gegenüber der Kommissarin, dass er dies nur auf Anraten seines Anwalts tat und in Wirklichkeit unschuldig ist. Durch diese Situation entsteht eine doppelte Spannung: Einerseits ist es denkbar, dass Steinhauer lügt und nun erneut zum Mörder wurde, andererseits ist es möglich, dass der wahre Täter noch frei herumläuft.

Der Roman ist zweifellos unterhaltsam und gut auf die Lesebedürfnisse von Jugendlichen abgestimmt. Schwächen gibt es jedoch in der Konzeption des Realismus: Gleich mehrfach wirken die Handlungen der vier WG-Bewohner nicht gerade glaubhaft. Das beginnt schon mit der reichlich übertriebenen, kriminellen und gefährlichen Umweltschutz-Aktion, die Robert plant. Etwas aus der Luft gegriffen wirkt auch Antonias spontane Eingebung, Selin einen WG-Platz anzubieten. Zu diesem Zeitpunkt weiß sie noch nichts von der (angeblichen) Notlage des Mädchens, sodass es sehr unmotiviert wirkt, als sie ihr sogar nach fährt, um Selin zurückzuholen, nachdem der Gärtner sie zunächst abgewiesen hatte. Antonia kann sich ihr Handeln selbst nicht wirklich erklären, umso dubioser bleibt es für den Leser und erscheint somit konstruiert. Katies Verhalten nach einer bestimmten Spontanhandlung ist ebenfalls nicht überzeugend, sondern vielmehr unrealistisch angesichts der Ereignisse; man vermisst hier eine angemessene emotionale Tiefe. Grundsätzlich werden die vier WG-Bewohner hier mit Extremsituationen konfrontiert, denen sie etwas zu gelassen begegnen, um wirklich glaubwürdig zu erscheinen; in diesen Belangen ist der Roman etwas oberflächlich geraten.

Fazit:

Solider Jugendthriller, der ganz gut unterhält, aber unterm Strich ein bisschen oberflächlich daher kommt. Kann man lesen, wenn man sich für das Genre interessiert und leichte Unterhaltung sucht - man verpasst aber nichts, wenn man auf das Buch verzichtet.

Die Kreatur - Robert E. Howard

Produktinfos:

Ausgabe: 2014
Dauer: ca. 60 Minuten
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Der Autor:

Robert E. Howard wurde 1906 geboren und starb 1936 durch Selbstmord. Zu seinem Werk gehören sowohl Westerngeschichtem als auch Horror und Abenteuergeschichten in fernen Ländern. Besonders populär ist seine Figur "Conan", welche die Fantasyliteratur stark beeinflusste.

Inhalt:

Eine Kleinstadt im Süden der USA im Jahr 1935: Die junge Marjorie Ash vermisst ihren geliebten Kater Bozo. Da in letzter Zeit mehrfach Haustiere in der Stadt verschwunden sind, macht sie sich große Sorgen. Ihr Freund Michael Strang geht auf die Suche und fragt in der Nachbarschaft, ob jemand den Kater gesehen hat.

Das letzte Haus in der Straße mit dem verwilderten Garten gehört einem neu zugezogenen alten Mann namens John Stark, mit dem niemand in der Stadt Kontakt hat. Der gebrechliche Mr. Stark, der aufgrund einer Behinderung am Stock geht, hat Bozo zwar nicht gesehen, freut sich aber über den Besuch und lädt Michael auf einen Drink ein. Michael findet den alten Mann sympathisch und verspricht, von nun an öfter zum Plaudern vorbeizukommen - die Gehschwäche hindert Mr. Stark daran, das Haus zu verlassen, und er möchte gern regelmäßig mit Michael plaudern, um nicht ganz zu vereinsamen.

Als Bozo nicht auftaucht, schenkt Michael seiner Freundin zum Trost einen Hund. Indes verschwinden weiterhin Haustiere aus der Stadt und werden nicht mehr gesehen. Schließlich wird ein kleiner Junge vermisst gemeldet und es bricht Panik in der Bevölkerung aus. Michael sorgt sich um den gehandicapten Mr. Stark, der so ein leichtes Opfer für einen Mörder wäre ...

Bewertung:

Seit der 52. Folge der Gruselkabinett-Reihe wurden mit der "Kreatur" bereits fünf Werke Robert E. Howards umgesetzt, die alle durch eine hohe Qualität überzeugen. An die besonders schauerliche Episode "Tauben aus der Hölle" reicht die vorliegende Adaption zwar nicht heran, doch schenkt sie fraglos gute Unterhaltung.

Mit Michael Strang steht ein sehr sympathischer Charakter im Fokus, der nahezu sofort zum Verbündeten des Hörer wird. Michael ist ein liebenswerter, humorvoller und sehr verantwortungsbewusster junger Mann, der auf amüsante Weise mit seiner Freundin schäkert und sich rührend um den alten Mr. Stark sorgt. Schon bald verbindet den forschen Michael und den bedächtigen alten Mann eine Art Freundschaft. John Stark erscheint zunächst gleichfalls als sympathische Figur, doch von Beginn an ist offenkundig, dass er Geheimnisse verbirgt. Auch Michael fällt dies auf, vor allem da Mr. Stark sich gern stundenlang von Michael aus dessen Leben erzählen lässt, aber kaum etwas über sich selbst preisgibt. Es spielen nur wenige Charaktere in dieser Geschichte mit, alles konzentriert sich auf Michael und Mr. Stark, die glücklicherweise zwei jeweils so interessante Figuren sind, dass der Fokus auf ihnen dem Hörspiel keinesfalls schadet.

Die Handlung entwickelt eine dichte Atmosphäre. Starks Haus mit dem verwilderten Garten, seine geheimnisvolle Art und vor allem die verschwundenen Tiere lassen den Hörer aufmerken. Sehr dramatisch wird es, als der unbekannte Täter es nun nicht mehr bei Tieren bewenden lässt, sondern auch Kinder spurlos verschwinden. Die Folge erreicht zugegeben kein Höchstmaß an Spannung, sondern zeigt eine gewisse Vorhersehbarkeit. Mehrere Enthüllungen aus dem letzten Drittel kommen nicht wirklich überraschend, überhaupt ist der Handlungsverlauf relativ konventionell. Man muss nicht einmal ein erfahrener Genreleser oder -hörer sein, um früh zu erahnen, auf welches Szenario die Handlung am Ende hinaus läuft.

Das ist nicht die einzige Schwäche dieser Folge: Der Zufall wirkt beim dramatischen Finale ein bisschen zu ausgiebig mit und es ist zudem etwas ärgerlich, wenn der Täter seine Machenschaften und Hintergründe ohne Not heraus bereitwillig offenbart und sich somit unnötig angreifbar macht. Überhaupt enttäuscht das Ende gegenüber der zuvor sorgsam aufgebauten Atmosphäre ein wenig. Hier gibt es keine Raffinesse, keinen besonderen Clou, alles verläuft grundsätzlich so wie erwartet.

Ein Highlight ist wie üblich die Sprecherbesetzung. Jannik Endemann ist im Hörspielbereich seit einigen Jahren vor allem für seine Darstellung des Dick in "Fünf Freunde" bekannt; seine Mutter ist übrigens mit Reinhilt Schneider eine der populärsten Stimmen der Schallplatten-Ära des Labels Europa. Seine jungenhafte Stimme passt ideal zum forschen Michael Strang. Manfred Lehmanns raue Stimme hat man insbesondere durch seine Standardsynchronisation von Bruce Willis im Ohr. Hier gibt er sehr überzeugend den geheimnisvollen John Stark, der einerseits sympathische Züge zeigt und andererseits etwas zu verbergen scheint. Die warme Stimme von Traudel Haas hat sich durch die Synchronisation von Diane Keaton, Annette Benning und Julia Louis-Dreyfus (Seinfeld) eingeprägt. Erstaunlich ist ihre stimmliche Wandlungsfähigkeit - die mittlerweile fast siebzigjährige Traudel Haas schafft es hier scheinbar mühelos, sehr authentisch eine sehr junge Frau zu sprechen.

Fazit:


Grundsolides Hörspiel, dessen Vorlage nicht an die besten Werke des Autors heran reicht und das vor allem durch die exzellenten Sprecher und die beiden Hauptfiguren besticht. Atmosphärisch ist die Adaption sehr gelungen, allerdings gibt es ein paar Schwächen in der Spannung, da die Handlung doch recht vorhersehbar ist.

Sprechernamen:

Michael Strang - Jannik Endemann
Marjory Ash - Maximiliane Häcke
Mrs. Ash - Traudel Haas
John Stark - Manfred Lehmann
Sheriff - Hasso Zorn