Posts mit dem Label Graf Duckula werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Graf Duckula werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

21. Juni 2013

Graf Duckula - Igors Horrorstunde

Amazon

* * * * *
Inhalt:

Igor trauert den alten Zeiten nach, in denen der Ururgoßvater des Grafen noch lebte. Damals kamen oft Gäste über Nacht ins Schloss, wo Igor und sein Herr ihnen grausige Streiche spielen konnten. An einem verregneten Abend scheint sein Traum wahr zu werden: Das junge amerikanische Ehepaar Donald und Susan hat eine Autopanne. Die beiden wurden vom überfüllten Gasthaus ins angebliche Schlosshotel geschickt.

Duckula ist gerne bereit, die beiden über Nacht aufzunehmen. Igor erst recht - denn jetzt kann er endlich wieder all die schönen Folterinstrumente benutzen, wie die Falltür zum Werwolfkeller, den herabstürzenden Kronleuchter und die eiserne Jungfrau.

Allerdings gibt es dabei ein paar unvorhergesehene Komplikationen und es läuft längst nicht alles wie geplant. Auch Graf Duckula findet die Gäste mit der Zeit etwas anstrengend, denn Susan ist sehr redselig und ihr Mann etwas zu sehr auf Mathematik versessen ...

Bewertung:


"Igors Horrorstunde" ist zweifellos eine der besten Folgen der Reihe. Ausnahmsweise hat Igor Grund zum Optimismus, als zwei Gäste auf Schloss Duckula eintreffen und er in alten Zeiten schwelgen kann. Wie schön war es mit dem Urahn des Grafen, wenn sie ahnungslose Besucher folterten und in Angst und Schrecken versetzten, wofür es auf dem Schloss eine reiche Auswahl an Utensilien gibt. Der jetzige Graf Duckula will bekanntlich nichts von vampirischem Treiben oder Folterspaß wissen, was Igor stets aufs Neue verdiest. Während der Graf nichts von Igors Vorhaben ahnt, soll Emma dem Butler assistieren, was natürlich nicht so verläuft wie geplant - Emma ist zwar hilfsbereit, aber geistig äußerst träge und daher alles andere als eine Hilfe.

Zudem muss Igor mehrfach feststellen, dass an den Geräten, die einst so teuflisch ausgeklügelt funktionierten, mittlerweile auch der Zahn der Zeit genagt hat und sie nicht mehr zuverlässig ihren Dienst leisten. Sehr gelungen ist diese Kombination aus Grusel und Humor, wenn man die ganzen Folterinstrumente und andere bösartige Gerätschaften sieht und diese wiederum versagen oder sogar Igor selbst in Bredouille bringen. Die unheimliche Atmosphäre mit Gewitternacht und Finsternis, in der sich das junge Pärchen in der einsamen Gegend verirrt, wird sehr überzeugend vermittelt. Susan und Donald bilden eine herrliche Parodie auf amerikanisches Klischeepärchen - interessiert an allem Nostalgischem, redselig und jovial. Susan besitzt eine große Familie, die ihr sehr wichtig ist und über die sie gerne stundenlang redet - sehr zu Duckulas Missvergnügen, denn er langweilt sich bei den Familienanekdoten fast zu Tode. Das Highlight ist Donalds Begeisterung für Mathematik. Er hat die Zahl Pi bis auf 15.000 Stellen hinter dem Komma berechnet und kann diese natürlich auch auswendig. Bei der Demonstration seines Könnens fällt er in eine Trance, die laut seiner stolzen Frau ein bis zwei Tage anhält und in der er ununterbrochen die Zahlen aufsagt, während er wie ein Schlafwandler umherläuft.

Fazit:

Eine sehr gute Episode, die zu den besten der Serie gehört. Die Hörer (Hörspiel) bzw Zuschauer (TV-Serie) bekommen Witz und Spannung geboten, die Sprecher sind ausnahmslos sehr gut.

Sprechernamen:

Graf Duckula: I. Richter
Igor: D. Arthur
Emma: H. Neugebauer
Erzähler: E. Arent

29. Mai 2013

Graf Duckula - Die Blutprobe

Amazon

Inhalt:

Graf Duckula erreicht ein Brief von seiner Verwandtschaft. Alle hundert Jahre findet das Familientreffen am 31. Oktober statt und diesmal soll Schloss Duckula Treffpunkt sein. Natürlich ahnt keiner der Verwandten, dass Duckula Vegetarier ist. Duckula will das Treffen am liebsten absagen, doch dafür ist es schon zu spät. Igor frohlockt, denn er hofft, dass der Graf vor den Augen seiner Verwandtschaft gezwungen sein wird, Blut zu trinken und vielleicht doch endlich Geschmack daran findet.

Duckula setzt sich künstliche Vampirzähne ein und täuscht seinen Verwandten so gut es geht vor, ein echter Vampir zu sein. Nur mit Mühe gelingt es ihm, sich vor einem Glas Blut zu drücken. Er ahnt, dass er das Versteckspiel unmöglich noch länger aufrecht erhalten kann und seine Verwandten früher oder später herausfinden, dass er kein Blutsauger ist - was seinen sicheren Tod bedeuten würde.

In seiner Verzweiflung beschließt er, sich heimlich davonzuschleichen und Dr. von Gänseklein aufzusuchen, der die Vampire anschließend verjagen soll. In Verkleidung stellt er sich Dr. von Gänseklein als Vampirjäger-Kollege vor und erzählt von einem Vampirkongress auf Schloss Duckula. In Begleitung des eifrigen von Gänseklein sucht er das Schloss auf ...

Heiteres Blutaroma-Raten

"Die Blutprobe" ist definitiv eine Highlight-Folge innerhalb der Serie. Graf Duckula gerät in eine äußerst brenzlige Situation, schließlich würden seine Verwandten ihm kurzerhand den Garaus machen, wenn sie hinter sein Geheimnis kämen, dass er Blut verabscheut und dagegen Brokkoli bevorzugt.

Der besondere Clou der Geschichte liegt darin, dass Duckula ausgerechnet bei seinem Erzfeind Dr. von Gänseklein, „dem größten Vampirjäger der Welt“, wie er selbst stets so schön sagt, Hilfe sucht - denn so sehr von Gänseklein normalerweise fürchtet, seine Familie sitzt ihm ausnahmsweise noch mehr im Nacken. Bei Duckulas Tarnung als Vampirjäger kommt man in das Vergnügen seines sächsischen Dialektes, den er sich zulegt, um von Gänseklein möglichst ähnlich zu klingen und damit auf ihn sympathisch zu wirken. Natürlich hält er das nicht immer perfekt durch und verhaspelt sich zwischendurch immer mal wieder, was ihn beinah enttarnt.

Ein witziges Missverständnis tritt auf, als Dr. von Gänseklein den Bewohner von Schloss Duckula als meisterhaftes Genie beschreibt und der Graf, heimlich geschmeichelt, beipflichtet und auch das gute Aussehen jenes Bewohners lobt - bis sich herausstellt, dass Dr. von Gänseklein eigentlich nicht von ihm, sondern von Igor sprach, den man wahrlich nicht als hübsch bezeichnen kann. Auch der Pathos des Vampirjägers geht Duckula reichlich auf die Nerven. "Das ist vielleicht ein Schmierenkomödiant", stöhnt er, als von Gänseklein verkündet, auf ihrer Seite kämpfe "die Macht der Güte, der Tugend, der Rechtschaffenheit und der Gerechtigkeit". Zudem hat von Gänseklein Gelegenheit, wieder einmal eine seiner verrückten, selbsterfundenen Waffen einzusetzen, diesmal seinen spektakulärer "Dr.-von-Gänseklein-Patent-Weitwinkel-Multi-Vampir-Exterrorisiererer".

Sehr witzig ist aber auch das Treffen mit Duckulas Verwandten, allen voran Onkel Vlad und Tante Lukrezia. Tante Lukrezia drückt ihren "kleinen Neffen" erfreut an sich und verpasst ihm einen Kuss, bei dem der Graf beinah seine Plastikzähne verliert. Onkel Vlad ist nicht viel besser, will er ihm schließlich unbedingt ein Glas Blut aufdrängen. Schön makaber ist das beliebte Blutaroma-Raten, bei dem Igor Onkel Vlad ein Glas Blut serviert und dieser unter großem Beifall herausschmeckt, dass eine "verwegene, um nicht zu sagen tolldreiste" jugoslawische Kellnerin von ungefähr 22 Jahren dafür herhalten musste.

Fazit:

Eine sehr gute Folge der Zeichentrickserie, die in jeder Hinsicht gut unterhält. Sowohl Spannung, Humor als auch die (Synchron-)Sprecher überzeugen auf ganzer Linie.

Sprechernamen:

Graf Duckula: Ilja Richter
Igor: Donald Arthur
Emma: Hartmut Neugebauer
Dr. von Gänseklein: Jochen Busse
Erzähler: Eddie Arent (TV-Serie)/Günther Flesch (Hörspiel)

4. November 2012

Graf Duckula - Tapetenwechsel

Amazon
* * * * *

Inhalt:

Duckula hat in letzter Zeit vermehrt Alpträume und seiner Meinung nach liegt das an dem düsteren Schloss. Er wünscht sich eine moderne Runderneuerung mit hellen Farben und freundlichem Flair. Er heuert den Architekten Monsieur Robert an, der ganz begeistert Pläne entwirft.

Igor und Emma aber mögen Monsieur Robert nicht und vor allem Igor will keinesfalls eine Veränderung des Schlosses. Sie beschließen zu streiken. Frustriert setzt Duckula eine Anzeige in die Zeitung für eine neue Haushaltshilfe.

Dr. von Gänseklein liest die Anzeige und sieht darin seine Chance, sich ins Schloss einzuschleichen. Nichtsahnend stellt Duckula den verkleideten Vampirjäger ein. Aber auch mit der Renovierung gibt es Probleme ...

Bewertung:


"Tapetenwechsel" ist eine gelungene Folge, die den Fokus auf die humorvolle Handlung legt. Wie üblich sehnt sich der Graf nach Modernität und frischem Wind, während der altmodische Igor gerade den düsteren Charakter des Schlosses schätzt und ihm alles Farbige und Frische ein Graus ist - ein altbewährtes Thema in der Serie. Dazu kommt der überkandidelte Designer, der die Karikatur eines Künstlers ist: Mit nasaler Stimme und viel Pathos säuselt er Sätze wie "Diese Tür ruft: 'Ich muss weg, weg, weg weg'", "Sie wissen, wonach dieser Raum ruft - Spiegel" und erklärt den ratlosen Arbeitern, er zittere angesichts der transformativen Visionen bei Anblicks des Raumes.

Die beiden Arbeiter wiederum haben ihre ganz eigenen Vorstellungen von ihrem Job. Sie stellen zunächst ein Gerüst auf, weil sie das immer so machen, egal ob notwendig oder nicht, und halten dann eine ausgedehnte "gewerkschaftliche" Teepause ab, die sich auch schon mal über Stunden hinziehen kann. Dazu kommt noch der enervierende Streit von Igor und Emma und natürlich von Gänseklein, der dem Grafen endlich den Garaus machen will. Die Folge hat keine Längen und vereint witzige Charaktere mit einer unvorhergesehene Handlung. Es gibt sicherlich noch bessere Episoden, gerade was Spannung und Atmosphäre angeht, aber es ist definitiv eine der witzigsten der Serie.

Fazit:

Gelungene Folge mit viel Humor und originellen Nebencharakteren.

Sprechernamen:

Graf Duckula: Ilja Richter
Igor: Donald Arthur
Emma: Hartmut Neugebauer
Dr. von Gänseklein: Jochen Busse