19. Dezember 2013

Bibi Blocksberg - Verhexte Weihnachten

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Inhalt:

Es ist kurz vor Weihnachten, der 23. Dezember. Bernhard erzählt zuhause, dass auf dem Rathausplatz eine riesige Tanne steht, die Baron von Zwiebelschreck dem Bürgermeister überlassen hat. Dabei fällt den Blocksbergs ein, dass sie selbst auch noch keinen Weihnachtsbaum haben, und machen sich auf den Weg zum Rathausplatz.

Dort kaufen sie eine schöne Tanne und besichtigen die riesige, aber krumme Tanne auf dem Rathausplatz. Zuhause geht es ans Aufstellen und Schmücken des Baumes. Als Bernhard von der Leiter zu stürzen droht, hext Bibi spontan eine Treppe an den Baum, sodass Bernhard bequem heruntersteigen kann. Als sie die Treppe wieder weg hexen will, funktioniert es aber nicht. Kurz darauf berichtet Barbara, dass alle Bäume in Neustadt diese von Bibi gehexte Treppe haben, in privaten Haushalten wie auch die öffentliche Tanne am Rathausplatz.

Der Grund stellt sich schnell heraus: Bibi hat versehentlich einen uralten, speziellen Hexspruch genutzt, der diese ungeahnte Nebenwirkung hat. Für den Rückhexspruch muss Schnee liegen - doch in Neustadt ist weit und breit kein Schnee in Sicht, und das Wetter können selbst Hexen nicht beeinflussen. Manche Neustädter finden die Treppenbäume zwar ganz witzig, doch viele möchten gerne einen richtigen, unverhexten Baum haben. Da ist guter Rat teuer - kann vielleicht der nette Erfinder Eddi Eddison helfen ...?

Bewertung:

Weihnachtsfolgen sind bei Bibi Blocksberg oder auch Benjamin Blümchen sind grundsätzlich immer gelungen. Manche, wie die Folge "Bibi und die Weihnachtsmänner", sind absolut erstklassig, andere, wie diese hier, doch vergleichsweise durchschnittlich.

Schön ist auf alle Fälle die typische Weihnachtsatmosphäre, die auch hier gut eingefangen wird. Bei Blocksbergs geht es nicht anders zu als in vielen anderen Familien kurz vor Heiligabend auch: Der Baum muss noch besorgt und geschmückt werden, Bibi quengelt, weil sie unbedingt wissen möchte, ob sie die innig gewünschten Inlineskates bekommt - ein Running Gag der Folge -, Bibi muss noch letzte Hand an die gebastelten Geschenke an die Eltern legen, und alles verläuft ein bisschen stressig, auch wenn sich alle auf das Fest freuen. Erfreulich ist, dass bei den Blocksbergs nicht der Konsum im Vordergrund steht, sondern ein gemütliches Fest. Bibi wird nicht mit teuren Geschenken überschüttet, und sie schenkt wiederum ihrer Mami etwas, das sie mit Liebe selbst gestaltet hat. Daneben ist es eine der vielen Folgen, in denen eine Hexerei von Bibi zu ungeahnten Folgen führt. Während Bibi in anderen Episoden aber teils sehr fahrlässig handelt oder aus Übermut hext, kann man ihr hier kaum Vorwürfe machen: Bernhard hing, wie er es selbst formuliert, "zwischen Gardinenstange und Weihnachtsbaum", und Bibi hatte wahrlich keine Zeit, sich den idealen Spruch zu überlegen.

Im Großen und Ganzen positiv ist auch das Mitwirken von Eddi Eddison zu bewerten. Santiago Ziesmer, dessen einprägsame Stimme als deutsche Version von Spongebob oder Steve Urkel bekannt ist, macht aus Eddi definitiv eine sympathische Figur. Der liebenswerte, aber recht erfolglose Erfinder ist hilfsbereit wie immer und darf am Ende auch das Weihnachtsfest mit den Blocksbergs verbringen. Für witzige Szenen ist wieder einmal der Bürgermeister zuständig: Sein armer Sekretär muss die Riesentanne ganz alleine aufstellen und wird dabei noch als "Schlaffi" beschimpft; später schleicht sich der Bürgermeister nur noch mit hochgeschlagenen Mantelkragen durch die Stadt, da er den Zorn der Bürger wegen der verhexten Bäume fürchtet. Einwandfrei ist zudem die Sprecherbesetzung, sieht man davon ab, dass Santiago Ziesmers Stimme doch sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Dennoch hat die Folge ihre Schwächen. Gerade wenn man sie mit der Weihnachtsmänner-Episode vergleicht, fällt sie deutlich ab. Das liegt hauptsächlich daran, dass das Geschehen weit weniger dramatisch ist und dem Wirbel, den es verursacht, eigentlich gar nicht angemessen ist. Letztlich sehen schließlich nur die Weihnachtsbäume etwas verändert aus - von den Reaktionen her könnte man meinen, das ganze Weihnachtsfest sei in Gefahr. Sekretär Pichler bricht nahezu in Tränen aus bei dem Gedanken, sein Neffe Paulchen könnte über den unkonventionellen Treppenbaum enttäuscht sein; der Bürgermeister fürchtet gar, nicht wiedergewählt zu werden, weil die Bürger ihm die Schuld für das Tannenbaum-Fiasko geben könnten. Verglichen mit anderen Hexsprüchen von Bibi, die schiefgegangen sind, ist dieser hier wirklich sehr harmlos - man denke nur daran, dass sie mal sich und Moni nicht mehr aus einem Dschungel zurückhexen konnte, einen Drachen durch Neustadt fliegen ließ, einen Minisaurier groß hexte oder ihren Lehrern nicht mehr die angehexten Rüssel entfernen konnte - dagegen nehmen sich verhexte Weihnachtsbäume eher albern aus.

Ein bisschen weit hergeholt ist zudem die Begründung, weshalb Bibi diesen uralten Hexspruch wählte: Dank ihrer hexischen Begabung hat sie ihn instinktiv gesprochen, was doch recht übertrieben klingt. Den Dschungel-Hexspruch aus dem gleichen Hexenbuch hatte sie seinerzeit schließlich auch nicht instinktiv gesprochen, sondern abgelesen, ohne die wahre Bedeutung zu erahnen. Auf der einen Seite begeht Bibi immer wieder recht simple hexische Fehler, auf der anderen Seite zeigt sie dann wieder eine viel größere Begabung als andere Junghexen - das wirkt ein bisschen konstruiert, immer so angepasst, wie es für die jeweilige Handlung nützlich ist.

Fazit:


Eine insgesamt gelungene Folge, die recht gut unterhält dank weihnachtlicher Stimmung, einigen witzigen Szenen und guten Sprechern. Verglichen mit anderen Weihnachtsfolgen ist sie etwas weniger überzeugend, vor allem die Spannung wäre ausbaufähig. Aber hörenswert ist sie allemal, nicht nur zur Weihnachtszeit.

Sprechernamen:

Bibi Blocksberg - Susanna Bonaséwicz
Barbara Blocksberg - Hallgard Bruckhaus
Bernhard Blocksberg - Guido Weber
Karla Kolumna - Gisela Fritsch
Bürgermeister - Heinz Giese
Paul Pichler - Wilfried Herbst
Eddi Eddison - Santiago Ziesmer
Erzähler - Gunter Schoß

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