14. Juni 2013

Bibi Blocksberg - Der verrückte Staubsauger

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Inhalt:

Bibi und ihre Hexenfreundin Flauipaui sind ganz aufgeregt: Im Elektromarkt "Jupiter" gibt es eine Autogrammstunde der Band "Höhenflug", von der die beiden begeistert sind; vor allem auf Sänger Rick freuen sie sich. Aber leider ist die Anmeldeliste bereits voll, als sie ankommen. Aus Frust hexen die beiden im Laden herum und richten versehentlich ein Chaos an. Bibis Mutter sorgt dafür, dass sie als Entschädigung im Laden aushelfen müssen.

Bibi und Flauipaui sind davon zwar zunächst nicht begeistert, aber dann haben sie doch schnell Spaß an der Sache. Der nette Verkäufer Harry erklärt ihnen ihre Aufgabe - Produkte in die Regale räumen. Dabei bleibt es allerdings nicht lange: Als Bibi und Flauipaui ein Verkaufsgespräch von Harry mithören, helfen sie ihm mit Hexerei, damit er Erfolg hat.

Und damit ist noch längst nicht Schluss mit der Hexerei - auch in der Computerspielabteilung und bei den defekten Geräten mischen die beiden fleißig mit. Sie sorgen nicht nur für einige lustige Turbulenzen, sondern machen sich damit auch sehr nützlich ...

Bewertung:


Es ist kein Zufall, dass der Neustädter Elektromarkt "Jupiter" heißt - denn bei dieser Episode handelte es sich ursprünglich um eine Sonderfolge für "Saturn" (die inzwischen auch in der regulären Reihe eine Nummer erhalten hat). Dementsprechend spielt die Geschichte zum größten Teil in jenem Elektromarkt, übertreibt es aber nicht mit der Werbung.

Leider dauert es ein paar Minuten, ehe die Handlung wirklich in Schwung kommt, denn anfangs ist die Geschichte überwiegend albern. Dass Bibi und Flauipaui Fans der Band "Höhenflug" sind, stört an sich nicht, ihre schmachtenden Seufzer und ihre Schwärmereien über den "super-toll aussehenden" Sänger Rick sind allerdings doch ziemlich kindisch und nervig; vor allem zu Bibi passt dieses extreme Fangehabe nicht so recht. Besser gelöst war es seinerzeit in "Das Lufttaxi", wo Bibi ja auch für den Sänger Rocky Stone schwärmte, allerdings dezenter. Es ist auch keine Folge, die wirklich spannend oder aufregend ist, denn die Handlung ist recht simpel und lässt sich mit "Bibi und Flauipaui sorgen für lustige Hexereien im Elektromarkt" gut zusammenfassen - daher natürlich kein Vergleich zu den vielen dramatischen Folgen, in denen Bibi in richtige Abenteuer versetzt wurde.

Trotzdem ist die Folge insgesamt gut gelungen, da sie durch witzige Einfälle und sehr gute Sprecher überzeugt und eine zwar einfache, aber unterhaltsame Handlung bietet. Bibi kann natürlich wieder mal nicht auf das Hexen verzichten, setzt es aber nützlich ein und bringt beispielsweise einige Elektrogeräte zum Sprechen: Der eloquente Kühlschrank überzeugt eine beeindruckte Kundin mit seinen Fähigkeiten, Toaster, Handy und Wecker erklären, warum sie nicht mehr funktionieren, und eine Computerspielfigur erwacht zu Leben und erläutert einer besorgten Mutter genau, worum es in seinem Spiel geht. Bei diesen Szenen mit den Elektrogeräten kommen Erinnerungen an den Zeichentrickfilm "Der tapfere kleine Toaster" hoch, möglicherweise ein Zufall.

Es gibt ein paar augenzwinkernde Anspielungen auf übertriebene Technikfixiertheit von Kunden, und es wird vermittelt, dass man es mit Streichen nicht übertreiben soll, ansonsten liegt der Fokus aber weniger als sonst auf bestimmten Lehren. Ein bisschen logikschwach ist Bibis Kühlschrank-Hexerei, so schön sie auch anzuhören ist - man fragt sich, ob der Kühlschrank denn auch dauerhaft sprechen wird (was unwahrscheinlich ist, da die meisten dieser Hexsprüche nur kurzzeitige Effekte zeitigen) und ob es die Kundin dann nicht im Nachhinein frustrieren wird. Zudem passt der Titel nicht so ganz, denn der "verrückte Staubsauger" ist nur der Aufhänger dafür, dass Bibi und Flauipaui im Elektromarkt aushelfen müssen, und spielt danach keine Rolle mehr.

Die Sprecher sind ausgesprochen gut besetzt. Auch wenn man Hallgard Bruckhaus, der jahrzehntelangen Stimme von Barbara Blocksberg, noch etwas hinterhertrauert, macht ihre Nachfolgerin Gabriele Streichhahn ihre Sache zumindest soweit gut. Absolutes Highlight ist diesmal Stefan Kaminski, der jeweils die durch Hexerei zu Leben erweckten Elektrogeräte spricht: so etwa den charmanten Kühlschrank, der zeitweilig in ein beinah erotisches Flüstern verfällt und die hingerissene Kundin mit Leichtigkeit umgarnt, das kraftlos hauchende Handy, dessen Akku ständig leer telefoniert wird, und den wegen seiner Schwerhörigkeit energisch plärrenden Wecker - allein diese Szenen sind im Grunde schon den Kauf der Folge wert und sorgen für einige zauberhaft witzige Momente.

Eine freudige Überraschung ist die Mitwirkung von Frank Schaff, der schließlich in den ersten sieben Bibi-Folgen noch als ihr jüngerer Bruder Boris mit dabei war. Boris wurde danach nur noch einmal erwähnt mit der Erklärung, dass er jetzt wegen seines chronischen Hustens bei den Großeltern an der Nordsee lebt, und auf diese Weise aus der Serie geschrieben - nicht wenige Bibi-Fans vermissen seine Rolle, und es ist zumindest mal aus nostalgischen Gründen schön, dass sein Sprecher in einer Bibi-Folge mitmischt. Darüber hinaus ist Frank Schaff generell ein hervorragender Sprecher, der ja auch bei Benjamin Blümchen viele Jahre lang einen sehr guten "Otto" darstellte. Santiago Ziesmer darf mal wieder als eine skurrile Nebenfigur mitwirken, seine hohe, comichafte Stimme, die man von Spongebob und anderen Zeichentrickfiguren her kennt, prädestiniert ihn für solche Rollen - hier ist er die Computerspielfigur "Zwerg Blaumütze", die von Bibi spontan zu Leben erweckt wird. Melanie Hinze ist an sich eine sehr gute Sprecherin und passt zur mädchenhaften Flauipaui, spricht sie allerdings wie üblich ein bisschen zu übertrieben zaghaft-kindlich.

Fazit:

Ein gutes, wenn auch nicht überragendes Hörspiel der Bibi-Blocksberg-Reihe, das vor allem durch sehr gute Sprecher und einige witzige Szenen überzeugt. Die Handlung könnte spannender sein, und der Anfang ist ein bisschen schleppend und leicht albern, aber insgesamt ist die Folge auf alle Fälle hörenswert und sehr amüsant.

Sprechernamen:


Bibi Blocksberg : Susanne Bonasewicz
Barbara Blocksberg : Gabriele Streichhahn
Flauipaui : Melanie Hinze
Filialleiter : Viktor Neumann
Harry : Frank Schaff
Zwerg Blaumütze : Santiago Ziesmer
Elektrogeräte : Stefan Kaminski
Erzähler : Günther Schoß

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