10. November 2012

Geheimnis um eine Efeuvilla - Enid Blyton

Produktinfos:

Ausgabe: 2003
Seiten: 247
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Die Autorin:

Enid Blyton, geboren 1897 und gestorben 1968, war eine der erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen der Welt. Sie arbeitete zunächst als Lehrerin, begann aber schon früh mit dem Schreiben. 1922 erschien ihr erstes Buch, im Laufe ihres Lebens sollten es mehr als 700 Werke werden. Zu ihren bekanntesten Buchreihen gehören "Hanni und Nanni", "Die fünf Freunde", "Dolly" und "Geheimnis um".

Inhalt:

Herr Grimm erhält seit Kurzem immer wieder anonyme Briefe, die ihm ein Unbekannter vor der Tür oder sogar im Haus ablegt. Der Schreiber fordert ihn auf, einen gewissen Schmidt aus einem Haus namens "Efeuvilla" zu werfen und ihn nach seinem richtigen Namen zu fragen. Allerdings ist in Peterswood kein Haus namens "Efeuvilla" verzeichnet und wiederum zu viele Schmidts, um den richtigen zu finden.

Gerade als sich Grimm über den letzten Brief ärgert, findet seine Haushälterin Mrs. Hicks wieder einen. Da kurz zuvor der Metzgerjunge eine Lieferung vorbei gebracht hat, vermutet Grimm, dass Dietrich "Dicki" Kronstein sich wieder einmal als Lieferjunge verkleidet hat und die Briefe brachte. Grimm sucht die Kinder auf, zeigt die Briefe und beschuldigt sie - doch die Freunde sind völlig ahnungslos und überrascht.

Während die Spürnasen jetzt wieder ein neues Geheimnis haben und nach dem Haus und herrn Schmidt suchen, beauftragt Grimm seinen Neffen Ern, die Ferien über bei ihm zu wohnen und nach dem Überbringer der Briefe Ausschau zu halten. Dennoch tauchen unbemerkt neue Briefe auf und Ern zieht nach einem Streit mit seinem Onkel zu Dicki. Nach einigem Suchen finden die Spürnasen schließlich das richtige Haus, in dem die alte Frau Schmidt mit ihrem kranken Mann lebt. Die Freunde können sich nicht vorstellen, warum das nette Ehepaar vertrieben werden soll - doch genau das macht Herr Grimm. Die Freunde wollen Herrn und Frau Schmidt helfen und ahnen, dass hinter dem efeubewachsenen Haus ein Geheimnis steckt ...

Bewertung:

Ungewöhnlich spät wird in diesem 14. Fall der Spürnasen klar, worum sich das Geheimnis eigentlich dreht. Die anonymen Briefe sind zwar rätselhaft in ihrer Bedeutung und ebenso, wer sie Herr Grimm immer heimlich bringt, doch ein Verbrechen lässt sich lange Zeit nicht erkennen. Der Fall ist dennoch nicht weniger spannend als andere. Die Suche nach dem richtigen Haus nimmt einiges an Zeit in Anspruch. Die Freunde stellen sich recht clever dabei an, bedenkt man, dass es für Kinder und noch dazu im Zeitalter ohne Internet wahrlich nicht leicht ist, das Haus aufzustöbern.

Für Auflockerung sorgt zudem, Ern, der hier zum wiederholten Mal mit von der Partie ist. Das efeubewachsene Haus inspiriert ihn schließlich auch wieder einmal zu "Pösie", wie er es nennt und er trägt stolz die erste und einzige Strophe seines Gedichts "Das traurige alte Haus" vor - nach dieser Strophe ist ihm nämlich de Inspiration wieder einmal ausgegangen. Dicki dagegen zeigt sich mal wieder als Meister im Dichten und vervollständigt Erns Gedicht spontan mit mehreren Strophen, was dieser fassungslos-bewundernd zu Kenntnis nimmt. Im Gegensatz zu den lustigen Gedichten, die Dicki sonst entwirft, ist dieses Gedicht tatsächlich ein bisschen anrührend und auf melancholische Weise schön. Dazu passt, dass es in diesem Buch auch ein, zwei bewegende Szenen gibt, in denen sich die Kinder und besonders Ern um das alte Ehepaar kümmern. Ern mag zwar nicht der hellste Kopf sein, in diesem Band aber bewährt er sich sehr und verhält sich tapfer und sensibel.

Ein paar Schwächen hat der Band aber auch. Zum einen gibt es einen kleinen Logikfehler, als Betty bei Herr Grimms Präsentation der Briefe fragt, was anonyme Briefe überhaupt seien und es ihr erklärt wird - denn der frühere, vierte Fall "Geheimnis um eine giftige Feder" drehte sich in erster Linie eben um anonyme Briefe und der Ausdruck wurde dort dauernd verwendet. Es ist allerdings nicht untypisch für Enid Blyton, dass es manchmal in ihren Bänden solche kleinen Unstimmigkeiten gibt, die darauf hinweisen, dass sie bei ihrer enormen Produktivität ein bisschen den Überblick verlor.

Nicht ganz stimmig ist auch Herr Grimms Verhalten, der hier so wenig Durchblick wie selten zuvor hat. Es interessiert ihn überhaupt nicht, welche unlauteren Beweggründe der anonyme Schreiber haben könnte und wer er überhaupt ist, sondern kommt seinen Forderungen einfach nach - und er übersteigt dabei auch noch eindeutig seine Befugnisse und es ist nicht gerade glaubwürdig, dass er sich diese Handlung anmaßt und ein altes Ehepaar auf die Straße setzt, ohne dass es dafür einen rechtlichen Grund gäbe. Eine kleine Schwäche liegt darin, dass den Freunden - und wiederum auch Herr Grimm - zumindest eine Person, die in die Sache verwickelt ist, sehr viel früher als verdächtig hätte auffallen müssen. Schade ist auch, dass nicht mehr thematisiert wird, wie diese Person mit den Vorwürfen konfrontiert wird.

Fazit:

Ein insgesamt gelungener Band der Geheimnis-Reihe von Enid Blyton, der gut unterhält und einige lustige wie auch bewegende Szenen hat. Auch spannend ist er überwiegend, wenngleich ein paar Unstimmigkeiten den Gesamteindruck ein wenig trüben. Einer der besseren Bände der Reihe, wenngleich wohl nicht der beste.

Kommentare:

  1. Das Buch habe ich auch gerne gelesen. Geheimnis um mehr als Fünf Freunde. Schöne Rezension.

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  2. Lieber die Geheimnis um Serie mit den original geschriebenen Büchern von Enid Blyton als die absurden nachgeschriebenen zu den Fünf Freunden. Komisch dass die Geheimnis um Serie kaum noch im Buchhandel zu finden ist. *Kopfschüttel*

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  3. Sehr gelungene Rezension, vielen Dank! Schön, einen Klassiker so differenziert besprochen zu finden. Es ist auch ganz richtig, die Übersetzung von Lena Stepath zugrunde zu legen, sie ist nach wie vor die bei weitem beste. Wie schade, daß sich der Verlag durch die verpfuschte Neuübersetzung vor ein paar Jahren selbst die Hände gebunden hat, die alte wiederaufzulegen.

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  4. Sehr schönes Buch gute geschichte cool ist dicki

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