3. Oktober 2012

Bibi Blocksberg und Piraten-Lilly

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Inhalt:

Bibis Oma Grete lädt Bibi und ihre Eltern zu einem Piratenfest ein. Alle sollen sich dazu als Piraten verkleiden. Außerdem wünscht sie sich eine hexische Überraschung.
Bibi und Barbara sind begeistert, Bernhard ein bisschen weniger, aber auch er verkleidet sich natürlich standesgemäß als Pirat. Bibi präsentiert auch gleich nach der Ankunft bei Oma Grete ihre Hexenüberraschung: Sie hext sich und die anderen auf ein Piratenschiff. Dabei läuft allerdings etwas schief: Eigentlich sollte nur das Haus wie ein Piratenschiff dekoriert sein. Stattdessen landen die vier Blocksbergs auf einem echten Piratenschiff, mitten auf dem Meer.

Das mit rosa Tüll geschmückte Schiff gehört Piraten-Mary und ihrer Tochter Piraten-Lilly. Nach anfänglichem Misstrauen nehmen sie die Blocksbergs gerne auf, Bibi freundet sich schnell mit Lilly an. Die Piratinnen erzählen auch von ihrem Problem:

Seit geraumer Zeit kommen sie trotz Wind kaum vorwärts. Lilly glaubt, dass es mit dem verfluchten Schatz zusammenhängt, den sie kürzlich gefunden haben. Und dieser Schatz wird von einem Geist bewacht ...

Bewertung:

Bibis Hexsprüche haben sie oder andere Personen schon früher ungewollt in die Fremde versetzt - man denke an "Bibi im Dschungel" oder an "Hexspruch mit Folgen", wo sie ihren Papi versehentlich nach Mauritius hext. Diesmal landet die ganze Familie Blocksberg auf einem Piratenschiff. Aber zum Glück werden sie von den Piratinnen recht freundlich aufgenommen. Kinder erwartet hier ein recht spannendes Abenteuer, das mal in ganz neue Gefilde führt. Gut möglich ist es außerdem, dass es zu Piraten-Lilly eine eigene Serie wird, wie sie schon aus der Folge "Bibi und Elea Eluanda" entstand - zumindest deutet der Erzähler am Ende an, dass es noch einmal ein Abenteuer mit Lilly geben wird.

Das Piratenschiff ist zwar mit viel Rosa geschmückt und für ein Piratenschiff ungewöhnlich sauber - aber erfreulicherweise sind die Piratinnen ansonsten alles andere als zart besaitet oder mädchenhaft. Piraten-Lilly ist ein ähnlich aufgewecktes Mädchen wie Bibi, mit der sie natürlich gleich Freundschaft schließt. Ihre Mutter Piraten-Mary ist recht bärbeißig und kann durchaus grimmig sein, hat aber unter der rauen Schale auch durchaus sympathische Züge. Und schon bald ist klar, dass die Blocksbergs den Piratinnen bei einem Problem helfen müssen. Sie müssen den Schatz von Glasaugen-Klaus vervollständigen, um den Fluch zu lösen. Dazu muss die verfluchte Münze gefunden werden - die sich ausgerechnet auf dem Schiff der Augenklappen-Brüder befindet, der Erzfeinde der Piratinnen. Irgendwie müssen sie also auf das Schiff der feindlichen Piraten, die sich zu Ekel der Damen niemals rasieren oder gar waschen. Herhexen kann man die Münze nämlich nicht, das geht nur, wenn die Hexe den genauen Aufenthaltsort des jeweiligen Gegenstandes kennt.

Hexerei wird zwar genutzt, aber die Blocksberg-Hexen müssen zusammen mit den Piratinnen vor allem Scharfsinn beweisen und einen Plan schmieden. Spannend ist auch das Auftauchen des Geistes, der ein sehr sympathischer Geselle ist. Allerdings erinnert er ein bisschen an "Flaschi", den Flaschengeist, der in zwei Bibigeschichten auftauchte. Für die humorvollen Szenen sorgt besonders Bernhard Blocksberg, den die Piratinnen direkt in die Kombüse schicken, wo er sich bemüht, aus Sauerkraut ein schmackhaftes Essen zuzubereiten, eine Art Running Gag, der sich durch die Folge zieht. Trotz Piraten und Geist ist die Folge auch für Kinder ab fünf, sechs Jahren nicht zu unheimlich oder aufregend.

Seit ein paar Folgen sind nun Gabriele Streichhahn und Bodo Wolf (deutsche Stimme von "Monk") als Blocksberg-Eltern zu hören, da die Originalsprecher in Rente gegangen sind - ein herber Verlust für die Serie, waren Hallgard Bruckhaus und Guido Weber doch dreißig Jahre lang als Barbara und Bernhard zu hören. Dennoch hat man hier einen guten Ersatz gefunden. Bodo Wolfs Stimme ist dem alten Bernhard sehr ähnlich, vielleicht fällt Kindern der Wechsel nicht einmal auf, auch den Tonfall kann er genauso sprechen. Gabriele Streichhahn klingt in einigen Szenen ebenfalls beinah wie Hallgard Bruckhaus. Bei ihr aber vor allem erfreulich, dass sie viel lebhafter klingt als noch bei ihrem ersten Auftritt, wo sie doch recht monoton sprach.

Schwächen hat die Folge aber auch einige. Die Szenerie ist zwar für eine Bibi-Folge originell, die Handlung ist allerdings deutlich von "Fluch der Karibik" inspiriert. Bernhard erlaubt sich einen unpassenden Kommentar, als er Augenklappen als "politisch unkorrekt" bezeichnet - das ist arg spießig und selbst für Bernhards Verhältnisse übertrieben. Zudem ist der Anfang der Geschichte etwas zu sehr konstruiert. Oma Grete gibt eine Party, zu der man den Anlass nicht kennt und ebensowenig, wie genau sie auf das Motto "Piraten" kommt. Für eine Party ist es dann auch seltsam, dass außer den drei Blocksbergs niemand eingeladen ist, zumindest ein paar weitere Hexen wären da doch selbstverständlich gewesen.

Fazit:

Unterhaltsames Bibi-Abenteuer auf einem Piratenschiff mit guter Sprecherbesetzung. Recht witzig und durchaus auch spannend, wenngleich man aus der Folge noch mehr hätte herausholen können und sie doch auch ein paar Schwächen aufweist.

Sprechernamen:

Bibi Blocksberg - Susanna Bonaséwicz
Barbara Blocksberg - G. Streichhahn
Bernhard Blocksberg - Bodo Wolf
Oma Grete - Inken Sommer
Piraten-Lilly - K. Herfurth
Piraten-Mary - Heike Schroetter
Glasaugen-Klaus - Klaus Sonnenschein
Schwarzbart - R. Fuhrmann
Rotbart - Reiner Fritzsche
Erzähler - Gunter Schoß

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