15. Juni 2012

Benjamin Blümchen im Krankenhaus

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Inhalt:

Nach einem zehnminütigen Rüsselstand ist Benjamin beim Absetzen umgeknickt und hat sich einen Rüsselmuskelbruch zugezogen. Sofort wird der Krankenwagen gerufen und Benjamin ins Krankenhaus gebracht. Der arme Elefant hat furchtbare Schmerzen und jammert ununterbrochen vor sich hin. Otto versucht ihn zu trösten.

Im Krankenhaus gibt es natürlich erst mal Platzprobleme, denn alle normalen Betten sind für Benjamin viel zu klein. Also muss umgeplant werden: Benjamin kommt in den leer geräumten Geräteraum, statt eines Bettes legt man zehn Matratzen auf dem Boden aus, und als Toilette dient ein Kinder-Plastikschwimmbecken. Der Rüssel wird eingegipst und dem Elefanten strengste Bettruhe verordnet. Otto verspricht seinem Freund, ihn so oft wie möglich zu besuchen. Doch am nächsten Tag erfährt Benjamin zu seiner Enttäuschung: Besuchszeit ist nur zweimal in der Woche für jeweils eine halbe Stunde. Benjamin fühlt sich sehr einsam. Nicht einmal Zuckerstückchen bekommt er zu essen. Eines Abends jedoch hört er Kinderstimmen von nebenan. Benjamin liegt auf der Kinderstation! Er ist ganz aufgeregt, doch die strenge Schwester Jutta verbietet ihm ausdrücklich, sich den Kindern zu zeigen, um keinen Trubel zu veranstalten.

Endlich ist Sonntag, und Otto darf ihn besuchen kommen. Benjamin ist überglücklich. Er erzählt seinem Freund von den Kindern nebenan. Und da kommt Otto eine Idee: Benjamin ist allein zu langweilig im Krankenhaus, und besuchen darf Otto ihn nur selten. Da wäre es doch äußerst praktisch, wenn Otto ebenfalls ins Krankenhaus müsste ... Wenig später wird Otto mit angeblich schrecklichen Bauchschmerzen eingeliefert. Die Ärzte vermuten eine Blinddarmentzündung, doch da wurde Otto bereits operiert. Also behält man ihn zur Beobachtung da - und steckt ihn genau in das Kinderzimmer neben Benjamin ...

Bewertung:

Wer ein paar Folgen der Benjamin-Blümchen-Reihe kennt, der wird wissen, dass der liebste sprechende Elefant der Welt nicht nur die aufregendsten Abenteuer, sondern auch alle möglichen Alltagssituation erlebt. Für die kleinen Hörer ist es besonders lehrreich, wenn Benjamin in eine Lage kommt, die sie aus eigener Erfahrung kennen. Und so geschieht es, dass Benjamin beispielsweise auch mal krank wird oder sogar ins Krankenhaus muss.

Nette Lehren

Jedes Kind, das einmal ins Krankenhaus musste, wird Benjamins Leid nachvollziehen können: Der arme Elefant hat Schmerzen, er darf nicht nach draußen, sondern muss still liegen bleiben, er bekommt statt Süßigkeiten nur fades Krankenhausessen, und er fühlt sich einsam. Zu allem Überfluss verbietet ihm die Schwester auch noch den Kontakt zu den Kindern im Zimmer nebenan. Natürlich wäre Benjamin nicht Benjamin, wenn er sich daran halten würde. Gemeinsam mit Otto organisiert er ein Treffen, und kaum, dass die Kinder Benjamin kennengelernt haben und mit ihm ihre Zeit verbringen, geht es auch mit ihrer Gesundheit bergauf. Und nicht nur mit ihrer - auch Benjamins Rüssel heilt im Rekordtempo, weil er sich wieder glücklich fühlt. Als ihr Geheimnis am Ende auffliegt, müssen selbst die Ärzte feststellen, dass es den Patienten viel besser geht, wenn sie sich nicht einsam fühlen.

Nicht nur Benjamin eignet sich in dieser Folge als Identifikationsfigur, auch die drei Kindern im Nebenzimmer. Da ist Matthias, der sich ununterbrochen langweilt, Peter, der ständig müde ist und sich wünscht, dass endlich mal etwas Aufregendes passiert, und schließlich der kleine Klaus, der schreckliches Heimweh nach seiner Mutter hat. Wie gut, dass zunächst Otto und später auch Benjamin zu ihnen stoßen und dafür sorgen, dass ihre Traurigkeit und Langeweile im Nu verfliegen. Die Rolle des Buhmanns, der wie so oft bei Benjamin am Ende eines Besseren belehrt wird, kommt in dieser Folge Schwester Jutta zu, die ihren Patienten ununterbrochen Vorschriften macht.

Viel Humor

Trotz des eigentlich unschönen Themas gibt es bei diesem Hörspiel viel zu lachen. Wie so oft sorgt Benjamins Größe auch hier zunächst einmal für ein heilloses Chaos. Die Ärzte und Schwestern müssen sich erst einmal an ihren außergewöhnlichen Patienten gewöhnen, der in kein normales Bett passt und nicht mal sein genaues Alter weiß. Für das Geburtstagsproblem hat Benjamin eine originelle Lösung parat: An guten Tagen fühlt er sich wie fünf, an schlechten wie 90. Das ergibt 95, und das ergibt 47 1/2, was er als Alter angibt.

Für besonders viel Spaß sorgen die Diskussionen mit Schwester Jutta, einer resoluten Frau, die keinen Widerspruch in ihrer Abteilung duldet. "Das war noch nie da", scheint ihr Lieblingsspruch zu sein, wenn es darum geht, dass Benjamin dem Krankenhaus Vorschläge zur Verbesserung macht. Die Ärztin kommt mit Benjamin schon besser zurecht, obwohl sie bei seinem ersten Anblick zunächst in Ohnmacht fällt. "Reiß dich zusammen, Elvira", spricht sie sich kurz darauf selbst Mut zu, was Benjamin trotz seiner Schmerzen nüchtern kommentiert: "Sind Sie sicher, dass es Ihnen gut geht? Wenn man anfängt, mit sich selber zu reden, ist das ein Zeichen für strapazierte Nerven."

Nur kleine Mängel

Ein paar Fragen werfen Ottos Eltern auf, die weder bei seiner Einlieferung wegen vorgetäuschter Magenschmerzen noch während seines Krankenhausaufenthaltes auch nur erwähnt werden. Es ist kaum vorstellbar, dass ein zehnjähriger Junge ohne Begleitung eingeliefert wird, zumal es sich in der Folge ja unter anderem um das Heimweh nach den Eltern dreht. Da es sich hierbei um eine der frühen Benjamin-Folgen handelt, hatten Ottos Eltern, die in späteren Folgen ab und zu kurz auftauchen, möglicherweise noch keine feste Rolle. Etwas seltsam ist es allerdings schon, dass man den armen Jungen so mutterseelenallein ins Krankenhaus fahren lässt. Der andere Wermutstropfen ist das Fehlen von Karla Kolumna, die sonst in fast jeder Episode ihren Auftritt hat. Und nicht ganz so glücklich ist außerdem, dass die Kinder ohne Benjamin so gelangweilt und einsam waren - das kann Kindern womöglich etwas Angst vorm Krankenhaus machen. Es hört sich nämlich so an, als sei ein Krankenhaus ohne Benjamin Blümchen ein sehr trostloser Ort und als dürften einen die Eltern nur ganz selten besuchen.

Sehr gute Sprecher

Die Sprecher sind wie bei Benjamin Blümchen üblich gut besetzt und leisten sehr überzeugende Arbeit. Die Stimme der Ärztin dürfte den allermeisten Kindern wohlbekannt sein, denn es handelt sich um Hallgard Bruckhaus, die in den Bibi-Blocksberg-Folgen Bibis Mutter Barbara verkörpert. Den Oberarzt alias Manfred Schuster kennt man als regelmäßigen Sprecher von Nebenrollen sowohl aus der Bibi- als auch aus der Benjamin-Reihe. Er spricht beispielsweise den Bankdirektor in "Bibi und der Bankräuber", Ottos Lehrer in "Benjamin träumt" die dialektsprechenden Bauern in "Benjamin auf dem Bauernhof" und "Die Kuh im Schlafzimmer" sowie in mehreren Folgen Bibis Schuldirektor.

Fazit:

Ein sehr unterhaltsames und lehrreiches Hörspiel, das sich ideal als Aufmunterung für kranke Kinder eignet. Kleine Hörer erleben mit, wie der arme Benjamin sich seinen Krankenhausaufenthalt fröhlicher gestaltet, und lernen nebenbei, dass Spaß und Ablenkung dabei helfen, schneller wieder gesund zu werden.

Sprechernamen:


Benjamin Blümchen: E. Ott
Otto: F. Schaff-Langhans
Wärter Karl: T. Hagen
Ärztin: H. Bruckhaus
Schwester Jutta: E. Teichmann
Oberarzt: M. Schuster
Matthias: K. Weigert
Klaus: C. Zachariae
Erzähler: J. Nottke

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